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Ich will fahren, nicht flicken. Freud und Leid eines untalentierten Schraubers

Mountainbike Reparatur Selbstschrauber

Ich versuche möglichst viel an meinen Velos selber zu reparieren und zu warten. Dies, obwohl ich wenig Talent dafür habe, zur Schussligkeit neige und mir Anleitungen schlecht merken kann. Dennoch überwiegen für mich die hart erarbeiteten Vorteile des Selbstschraubens. Ein Erfahrungsbericht aus der Heimwerkstatt.

Ich will fahren, nicht flicken. Ich gehöre definitiv nicht zu denjenigen, die mit leuchtenden Augen ihr Mountainbike aus erlesenen Einzelteilen selber aufbauen. Auch sind es für mich keine Mussestunden, wenn ich mit Inbusschlüssel, Ölspritze und Reifenheber im Keller hantiere. Ich pflege mein Mountainbike, damit es funktioniert und ich schnell zurück auf dem Trail bin. Schrauben ist für mich Pflicht, nicht Kür.

Und nun etwas Transparenz: Den Plan, die Vorderradbremse zu entlüften und davon Fotos oder sogar einen Zeitraffer-Clip für diesen Blogbeitrag zu machen, habe ich verworfen. Zu gross war mir das Risiko, dass die Bremse danach schlechter funktioniert als davor. Denn das ist immer mal wieder das Resultat meiner Arbeit als Hobby-Mech.

Unerschütterlich lasse ich mich dennoch immer wieder auf Reparaturaufgaben ein. Denn erstens wäre es mir zu umständlich, jedes Mal einen Profi aufzusuchen, zweitens zu teuer und drittens will ich es selber können. Eine gewisse Autonomie gehört für mich einfach dazu. Leider bin ich aber als Mech nicht sonderlich talentiert.

Bestes Beispiel ist das Einstellen der Übersetzung. Es beginnt damit, dass ich mir nicht merken kann, in welche Richtung ich das Stellrad am Schalthebel drehen muss, um die Spannung des Schaltkabels zu erhöhen. Weil mir nichts anderes übrig bleibt, pröble ich solange rum, bis es in dem Übersetzungsbereich passt, den ich am meisten brauche. Denn dass die Kette sowohl bei den kleinsten als auch bei den grössten Übersetzungen ohne Störgeräusche eingelegt wird, kriege ich nicht hin. Hauptsache es funktioniert.

Lektionen fürs Leben

Ich vermute, dass nicht nur für mich die Bremsen zu den Komponenten gehören, die am meisten Pflege benötigen. Wenigstens habe ich vor einigen Jahren zu Shimano gewechselt, was den Wartungsaufwand und die damit verbundene nervliche Belastung massiv reduziert hat. Die versprochene Rundum-Sorglos-Bremse war die Shimano XT BL 8000 aber auch nicht. Als ich einmal definitiv nicht mehr weiterwusste und einen Mech aufsuchte, stellte dieser mit einer Handbewegung fest, dass sie im Bereich der Kolben undicht geworden und damit Schrott war.

Auch die Tubeless-Montage klappte bei mir nicht auf Anhieb so elegant und sauber wie in den schönen Instruktionsvideos. Das tut sie natürlich auch heute noch nicht mittlerweile kriege ich es aber einigermassen flüssig hin und dies, obwohl ich immer mal wieder … Hersteller und Zartbesaitete bitte zum nächsten Abschnitt springen … erstmal mit dem Schraubstock die eingedellte Felge gerade biegen muss. Bei neuen Reifen lasse ich die Dichtmilch beim ersten Aufpumpen weg, um die Sauerei zu reduzieren. Hat es ein erstes Mal geploppt, hakt sich der Reifen beim nächsten Mal leichter ein.

Ich hab auch schon den Trick angewendet, die Dichtflüssigkeit mit einer Spritze durchs Ventil einzufüllen, nachdem ich den Kern herausgeschraubt habe. Irgendwie verklebte das Ventil dann aber trotzdem. Wenn es eine Regel gibt, die man aus meiner Mecharbeit ableiten kann, dann diese: Es gibt nichts, das man nicht falsch machen kann.

Nun zu den schönen Seiten, denn die gibt es durchaus. Was ist das für ein geiles Gefühl, wenn ich nach einer Abfahrt sagen kann: Doch, die Bremse zieht tatsächlich besser als vorher! Auf jeden Fall besser als jene, die ich mir noch nicht vorgenommen habe. Und nicht zu unterschätzen ist die Wirkung frustrierender Stunden im Keller: Sie sind wiederkehrende Lektionen in Demut, Gelassenheit und Beharrlichkeit. Eines habe ich unter anderem beim Schrauben an meinen Velos gelernt: Es gibt fast immer eine Lösung, wenn man lange genug danach sucht.

 

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