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Test: Yeti SB130 Turq – mei, bist du noch zu bremsen?

Yeti gehört zu den wenigen Kultmarken, die es geschafft haben, über die Jahre immer wieder mit Innovationen aufzuwarten – wie mit dem 2014 lancierten Federungssystem Switch Infinity. Dieses hat sich bis heute bewährt. 2018 haben die Amerikaner das SB130 als Trailbike lanciert. Doch diese Maschine taugt zu weit mehr.

Das Yeti SB130 ist in zwei Rahmenversionen erhältlich: die C/Series und die teurere Turq, die aus hochwertigeren Karbonfasern produziert wird. Nebst der Yeti-Farbe Türkis ist es in Anthrazit und Sturmblau verfügbar sowie in verschiedenen Ausstattungsvarianten. An der Front bietet es 150 und am Heck 130 Millimeter Federweg.

Wir haben beim Schweizer Yeti-Vertrieb nachgefragt, durch was sich das SB130 von anderen Trailbikes unterscheidet:

•    Langer Reach, aggressiver Lenkwinkel, progressiver Hinterbau für diese Federwegkategorie, souverän im Downhill für ein 130-Millimeter-Bike
•    Optimale Pedaling Performance dank Switch-Infinity-Technologie und dadurch beste Trakti-on am Hinterrad
•    Super verspielt für ein 29er-Bike

Aussage von: Lorenzo Bastianon, Product Manager Bikes & Tech Brands, TST Trading GmbH

Ausstattung

Die getestete Turq-Version kommt mit einer Deore-XT-Komplettgruppe daher. Das Fox-Fahrwerk stammt von der Topserie Factory. Die Teleskopstütze ist vom selben Hersteller. Als Radsatz kommt der M1700 von DT Swiss zum Einsatz. Dieser rollt auf Maxxis-Reifen, vorne ein Minion DHF in 2.5, hinten der Aggressor in 2.3 Zoll Breite. Alles solide Ware, da gibt es nichts zu meckern. Ein Detail jedoch stört und sollte an so einem High-End-Bike nicht vorkommen. Der Schalt- und der Brems-Hebel sind mit einer separaten Bride montiert. Das stört die Optik, ist aber Jammern auf hohem Niveau.

Verarbeitung & Details

Das ein Yeti bestens verarbeitet ist, versteht sich von selbst. Da passt alles bis zur letzten Schraube. Hervorzuheben gilt es den über einen weiten Bereich laufenden Kettenstrebenschutz sowie den Protektor am Un-terrohr. Die grosszügig dimensionierten Lager deuten auf Langlebigkeit hin. Das Tüpfelchen auf dem i ist der im Gussverfahren hergestellte Yeti-Head-Badge. Dieser ist diebstahlsicher mit dem Steuerrohr vernietet.

In der Ebene

Mit 14.1 Kilo Gesamtgewicht ist dieses SB130 für ein Trailbike eher schwer. Dazu trägt der robuste Radsatz bei. Im Flachen merkt man vom Übergewicht wenig, die Beschleunigung ist gut. Durch den 77 Grad steilen Sitzwinkel ist man zentral über dem Tretlager positioniert, das ermöglicht ein effizientes Kurbeln. Das Fahrwerk wippt unmerklich und gibt guten Vortrieb – einer der zentralen Vorteile des Switch-Infinity-Systems.

Berg hoch

Hier macht sich die Masse bemerkbar und sorgt für eine leichte Trägheit. Tritt man mit Schmackes in die Pedale, geht es ab wie ein Hardtail. Da kommen die Vorteile des Yeti-Hinterbaus voll zum Einsatz. Dank der Kombination des Topfahrwerks mit einem flachen Lenkwinkel lässt sich das Yeti sehr angenehm pedalen. Je verblockter der Uphill ist, desto mehr Spass macht das SB130. Es klettert wie eine Gämse und das Heck geht flüssig über Wurzeln und Stufen, als wären sie nicht da. 

Berg runter

Über das Fahrwerk kommt wenig Feedback vom Boden – es planiert quasi den Untergrund. Trotz der geringen Rückmeldung spürt man genau, wie das Hinterrad liegt, und hat eine super Kontrolle darüber. Das System ist sensibel, gibt gut Hub frei und steht schön im mittleren Federweg. Die Endprogression kommt sehr spät und hat eine letzte Reserve, die man kaum beansprucht. Das SB130 hat aussergewöhnlich viel «Pop»! Drückt man zum Springen ab, geht es hoch wie eine Rakete. Ja, selten macht Airtime mit einem Trailbike so viel Spass.

Doch Vorsicht, das kurzhubige Heck kann viel, aber keine Wunder vollbringen. Wer auf stark verblocktem Untergrund mit Vollgas heizt, kann schon mal einen Schlag in den Rücken kassieren. Am Ende sind die 130 Millimeter Federweg auch nur das, was die Zahl hergibt. Obschon es sich nach viel mehr anfühlt.
Länge läuft und so zieht das SB130 ohne auszuscheren durch lange Kurven. Behände und wendig meistert es auch enge Radien und technisches Gelände.

Fazit

Das Yeti SB 130 Turq kann man mit einem Wort beschreiben: Traummaschine. Für ein Trailbike bietet es ungewohnt hohe Fahrqualitäten, die einen zum Temporausch treiben. Man muss öfter mal ordentlich in die Eisen, weil man einen Zacken zu schnell unterwegs ist. Jumptrails meistert es mit Bravour, springen und tricksen macht so was von Spass damit.

Empfehlung

Ganz ehrlich, es gehört auf die Bucket-Liste eines jeden Bikers, einmal im Leben ein Yeti gefahren zu sein. Auch wenn nur zu Testzwecken. Es ist etwas Besonderes und man sitzt mit geschwellter Brust auf so einem Kult-Bike. Wer ein Trail-Geschoss sucht, das man über den vorgesehenen Einsatzbereich fahren kann, und wer gerne in die Luft geht, wird dieses Bike nicht mehr so schnell hergeben.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 7490.00 (ab CHF 5990.00)
Gewicht: 14.1 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  150 mm vorne / 130 mm hinten
Federgabel: Fox 36 Factory
Federbein: Fox DPX2 Factory
Schaltung:  Shimano Deore XT
Bremsen:  Shimano Deore XT 4-Kolben, 180 mm
Kurbelgarnitur:  Shimano Deore XT
Laufräder: DT Swiss M1700
Reifen:  V: Maxxis Minion DHF 3C Max Terra Exo Protection, 29 x 2.5WT
H: Maxxis Aggressor Exo Protection, 29 x 2.3
Sattel: WTB Volt Custom Yeti
Sattelstütze: Fox Transfer, 150 mm
Vorbau: Race Face, 55 mm 
Lenker: Yeti Turq, 780 mm, 20 mm Rise

Hersteller/Vertrieb

www.yeticycles.com / www.tst-trading.ch

Testbericht erschienen in Ausgabe 04/2020 von Ride Magazin.

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