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SBB: 500 Veloplätze mehr – in zwei bis vier Jahren

SBB Velo Selbstverlad

Noch nie haben die SBB so viele Velos transportiert wie 2022. Die Verantwortlichen loben sich für zusätzliche Stellplätze und versprechen weitere bis 2026. Pro Velo begrüsst die Schritte, kritisiert aber, dass es weiterhin zu wenig seien und die Reservationspflicht das Reisen mit dem Bike erschwere.

404'902 Velotageskarten haben die SBB von Januar bis Oktober 2022 verkauft. Zur Rekord-Transportzahl kommen jene Velos dazu, für die mit einem Velo-GA im Voraus bezahlt wurde. 3172 Veloreservationen seien am Spitzentag, dem 29. Mai, gelöst worden. Stolz melden die SBB zudem, dass die Anzahl Rückmeldungen stabil geblieben sei, wobei sie nicht angeben, wie sich die Zahlen auf positive und negative Reaktionen verteilen.
 
Die SBB gehen davon aus, dass der Velotransport in den Zügen weiter zunehmen wird. Darum versprechen sie bis 2026 rund 500 zusätzliche Veloplätze in verschiedenen Wagen und Kompositionen zu schaffen. En Detail: 300 zusätzliche Plätze in den einstöckigen Intercity-Steuerwagen (auch als «IC Bt» bezeichnet), 16 zusätzliche IC2000-Wagen mit Multifunktionszonen mit fünf weiteren Veloplätzen (bisher 40 solche Wagen), plus zusätzliche 80 Veloplätze und schliesslich zu den bestehenden 15 EuroCity-Velowagen 15 zusätzliche baugleiche Waggons mit jeweils 7 zusätzlichen Stellplätzen.  
 
Ebenso unvermeidlich wie das Lob, das sich die Bahn selber ausstellt, ist die Kritik von Pro Velo. Denn nach wie vor hält das Angebot an Velo-Abstellplätzen in den Zügen zu Spitzenzeiten nicht mit der Nachfrage mit. Besonders schwierig bleibt der Bike-Transport laut der Velo-Lobby-Organisation in den Neigezügen, den neuen Doppelstock-Kompositionen und dem auf der Gotthardlinie verkehrenden Giruno.

Einiges wird besser

Eine weitere Verbesserung versprechen die SBB beim Kauf der optimalen Fahrkarte für das Velo. Bisher musste die Kundin selber herausfinden, ob die Velo-Tageskarte oder ein Halbpreis-Streckenbillett für das Velo die günstigere Lösung ist. Auf kürzeren Strecken oder bei Rückkehr an einem anderen Tag konnte das Streckenbillett die billigere Variante sein. Neu wird die App automatisch die günstigste Fahrkarte ausgeben, versprechen die SBB in ihrer Mitteilung. Zudem werde der Gültigkeitsbereich der Velo-Billette und Velo-Pässe auf jenen des Velo-GA ausgeweitet.
 
Weitere Verbesserungen: Die Fahrräder von Kindern bis 16 Jahre fahren gratis mit, wenn die Kinder von Erwachsenen begleitet sind; ebenso Kinderanhänger, die damit Kinderwagen gleichgestellt werden.
 
Kompliziert bleibt das Reisen mit Bike auf den Zügen und in den Zeiträumen, in denen zusätzlich zum Velo-Billett eine Reservation nötig ist. «Das Veloreservationssystem weist hingegen noch Mängel auf», schreiben die Bundesbahnen selbstkritisch, Pro Velo nennt das Reservationssystem für den Veloverlad «unvollständig und entmutigend».

Reservieren bleibt kompliziert

Zur Erinnerung: Auf 2022 hin haben die SBB eine Reservationspflicht für Velos zu gewissen Zeiten (April bis Oktober, Freitag bis Sonntag) und auf gewissen Zügen (Intercity, Eurocity etc.) eingeführt. Damit wollen die Verantwortlichen sicherstellen, dass nur so viele Bikes auf dem Perron darauf warten verlden zu werden, wie im Zug Plätze vorhanden sind. Die bindende Zuteilung an einen bestimmten Stellplatz soll zudem verhindern, dass sich zu viele mit ihren Velos in die gleichen Wagen drängen und so die Abfahrt des Zuges verzögern.
 
Das weiterhin nicht gelöste Problem: Auf gewissen Zügen ist es äusserst kompliziert, die Veloreservation überhaupt zu tätigen, zum Beispiel auf internationalen Verbindungen, selbst wenn man vor der Grenze aussteigt. Ausserdem verhindert die Reservationspflicht, zu gewissen Zeiten, spontan mit Zug und Bike wegzufahren. Hinzu kommt, dass eine Tagestour auch einmal länger dauern kann als geplant und die Reisenden dann möglicherweise keine freien Veloplätze mehr buchen können. Dafür fahren ihre reservierten Plätze leer, denn die Annulation einer Buchung ist nicht möglich und wird es in absehbarer Zeit auch nicht werden.
 
Kurzum, der Velotransport mit den SBB bleibt praktisch, sofern man genau weiss, wann man wohin fahren will und die unterschiedlichen Buchungsprozesse für die verschiedenen Zugverbindungen beherrscht. In allen anderen Fällen wird es kompliziert. So kompliziert, dass vor kurzem ein älterer Herr, dem Schreibenden sehr gut bekannt und Bahnreisender mit Velo seit Jahrzehnten, am Schalter um Hilfe bei der Reservation bat. Der SBB-Beamte war ebenfalls nicht in der Lage, diese zu tätigen.

Der Velosack für alle Fälle

Zum Glück gibt es weiterhin den Tranzbag und andere Velotaschen, dank denen das Velo in allen in der Schweiz verkehrenden Zügen gratis und ohne Reservation mitdarf. Kostet vor dem Einsteigen ein paar Minuten für das Abnehmen des Vorderrads und das Verpacken. Ist aber wenigstens ein transparenter Prozess, der viele weniger Nerven kostet, als das Durchforsten der SBB App oder Website auf der Suche nach dem Reservationsbutton für das Bike.
 
Ride wird sich im kommenden Jahr vertieft mit dem Bahntransport von Bikes auseinandersetzen und diese auch aus Sicht der Bahngesellschaften betrachten. Denn eines ist klar: Geld verdienen die Bahnen mit Passagieren, nicht mit Velos, die in der Schweiz, egal auf wie langer Strecke, keine zwanzig Franken einbringen.

 

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