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Test: Trek Rail 9.8 – eine Leuchtrakete in der grauen Welt der E-Bikes

Ganz ehrlich, E-Bikes machen nicht immer Spass. Bergauf bescheren viele Modelle Freude, doch bergab ist schnell mal Schluss, da die schweren Geschosse oft träge und schwer kontrollierbar sind. Trek lanciert mit dem Rail den Nachfolger des Powerfly LT. Und dieses E-MTB sticht aus der Masse heraus, nicht nur mit seiner grell-orangen Farbe.

Steht man vor dem orange-grauen Trek Rail, braucht man eine Sonnenbrille, um nicht geblendet zu werden. Die Fotos werden der Realität nicht gerecht, neonorange strahlt es einen an. 
Im Vergleich zum Vorgänger – dem Powerfly LT – ist das Bike um einiges länger geworden, hat einen flacheren Lenkwinkel und ein Upgrade auf 29-Zoll-Räder erhalten. Das Design wurde optimiert, aber auf den ersten Blick erkennt man ohne einen Direktvergleich keinen markanten Unterschied.

Das Rail wartet mit einer modernen Geometrie auf, die auf dem Rahmendesign unseres mehrfach ausgezeichneten Enduro-Bikes Slash basiert und ein hervorragendes Trail-Erlebnis garantiert.
Durch das leistungsstarke Bosch-Antriebssystem lassen sich selbst sehr technische Anstiege meistern.
Auf Abfahrten spielt das Fahrwerk mit 160 Millimeter vorderem und 150 hinterem Federweg samt RE:aktiv-Dämpfung mit Thru-Shaft seine ganze Stärke aus.
Zudem lässt sich die Geometrie dank Mino-Link leicht anpassen und auf jeden Trail perfekt abstimmen, egal, wie flowig oder anspruchsvoll sich dieser ins Tal schlängelt.
Der breite Einsatzbereich des Rail sowie sein berechenbares, aber dennoch direktes Handling machen es zum idealen Begleiter für ausgedehnte Touren: Mit diesem Bike ist nach dem ersten Gipfel und der ersten Abfahrt noch lange nicht Schluss. 

Aussage von: Veit Hammer, Communications Manager bei Trek 

Ausstattung

Wie von Trek gewohnt stammen viele Anbauteile von der Eigenmarke Bontrager. Deren Sattel bietet überraschend guten Halt und ist sehr komfortabel. Das schreibt einer, dem sonst nur auf SQlab-Sätteln wohl ist! Die hauseigenen Reifen des Modells SE5 Team Issue in der Dimension 29 x 2.6 Zoll begeistern mit sehr hohem Grip sowie beste Traktion auf aller Art Terrain. An der Front kommt eine Rock Shox Lyrik Select+ mit 160 Millimeter Hub und am Heck ein «Rock Shox Deluxe RT3»-Federbein zum Einsatz. Letzteres ermöglicht 150 Millimeter Federweg und ist mit der von Trek und Formel-1-Experten entwickelten RE:aktiv-Technologie ausgestattet. Die Schaltgruppe Sram GX Eagle und eine 4-Kolben-Bremse von Shimanos SLX-Gruppe runden das Paket ab.

Motor / Akku

Bosch Performance Line CX / Bosch PowerTube
Leistung: 250 Watt
Drehmoment: 75 Newtonmeter
Akkuleistung: 625 Wattstunden

Verarbeitung & Details

Die getestete Version ist ein Modell mit Speziallackierung. Will heissen, es ist kein Ab-der-Stange-Bike, sondern eines aus Treks Custom-Programm «Project One», in dem Farben und Anbauteile nach individuellen Wünschen angepasst werden können. Das Rail ist das erste Trek E-MTB überhaupt, das mit diesem Projekt realisiert werden kann.

Wie von einem Bike in dieser Preisklasse zu erwarten, ist die Verarbeitung des Karbonrahmens und der Details bestens. Neben dem sehr einfach entnehmbaren Akku fällt das Rail mit weiteren pfiffigen Details auf. Die Ladebuchse liegt unter einem robusten Deckel mit Scharnier. Die Geometrie lässt sich mit dem Mino-Link genannten Flip-Chip um 0.5 Grad verändern, dabei sinkt das Tretlager rund 10 Millimeter ab. 
Der Hebel der Steckachse kann einfach abgezogen werden und sorgt so für eine cleane Optik. Der ABP (Active Braking Pivot) ist ein Klassiker an Trek Fullies und entkoppelt das Fahrwerk von Bremseinflüssen. 

Das Bike wurde nur in der Low-Position des Mino-Links getestet.

In der Ebene

Die Sitzposition ist leicht gestreckter als beim Vorgänger. Man tritt angenehm und sitzt gut zentriert über dem Rad. Auf Anhieb fällt einem auf, dass das Bike trotz des flachen Lenkwinkels von 64.5 Grad sehr wendig ist und geschmeidig um die Kurven geht.

Berg hoch

Das Powerfly LT war ein guter Kletterer, das Rail kann das noch besser. Schnell realisiert man ,dass mit diesem E-MTB Anstiege möglich sind, die man noch nie in Betracht gezogen hat. Flugs scannt man das Gelände nach Steilhängen und Rampen: verblockt rockt und steil ist geil. Dabei harmonieren das Fahrwerk und die Geometrie perfekt mit dem leistungsstarken Performance Line CX von Bosch.

Berg runter

Irgendwann ist der Uphill-Flow genossen und es geht bergab. Beim Vorgänger war der Fahrspass für routinierte Biker mässig. Wer hoch fährt muss auch wieder runter und somit heisst es, Kette rechts und ab Richtung Tal. Aber hoppla, was haben die Trek-Ingenieure denn da gemacht? Das Rail müsste ja wie auf Schienen fahren, das will man mit ihm aber nicht und das macht es auch nicht. Das Bike
dermassen, dass man es von einem Anlieger regelrecht in den nächsten knallt und jede erdenkliche Gelegenheit nutzt, um mit dem Gelände zu spielen. Es ist wendig wie nur wenige E-MTBs mit 29-Zoll-Rädern und das Heck saugt sich quasi am Boden fest. Man ertappt sich, immer schneller und härter bergab zu schiessen. Dabei ist man oft einen Zacken zu tifig unterwegs, zum Glück regelt das die zuverlässige SLX-Bremse wieder. 200er-Scheiben hinten und vorne sind hier «kein Seich».

Die Gabel kann bei mittelstarken Schlägen nicht ganz mit dem Federbein mithalten. Das ist aber Jammern auf hohem Niveau, da sie eine harte Gangart gut meistert, ebenso richtig harte Einschläge. Das Heck ist eine Klasse für sich. Mit 30 Prozent SAG fährt es sich eher soft und es fehlt etwas an Gegendruck bei Sprüngen. Wer es straffer mag oder viel jumpt, gibt einfach etwas mehr Luft rein. Egal, über was man hinwegheizt und wie hoch die Sprünge sind, hier wird geschluckt und auf Kurs geblieben.

Das Rail reagiert schnell und direkt auf Lenkimpulse und schiebt in engen Kurven nicht so sehr wie andere E-MTBs. Das liegt am niedrigen Gewicht von rund 22.6 Kilo und an der Geometrie, die ihresgleichen sucht.

Fazit

Grell und schnell ist man mit der Leuchtrakete Trek Rail 9.8 unterwegs. Das Spitzenfahrwerk in Kombination mit der ausgeklügelten Geometrie und dem sehr leichten Gewicht machen dieses E-MTB zu einem der besten seiner Klasse. Das macht auch den Fakt wett, dass man eher günstige Anbauteile an so einem hochpreisigen Bike geliefert bekommt.

Empfehlung

An diesem Bike macht der Einsatz von Flatpedals Sinn, denn bergab heisst es gerne mal «foot out, flat out», wenn man um die Kurven heizt. Da man mit dem Rail im Up- und im Downhill über kurz oder lang Grenzen ausreizt, sind Protektoren ein willkommener Begleiter. Anfänger wie auch routinierte Biker haben mit diesem E-MTB stets ein Grinsen im Gesicht und sicherlich wird der eine oder andere Skeptiker zum E-Biker konvertieren. Also Testbike organisieren und Rail away …

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 8749.00 (ab CHF 4799.00, mit Alu-Rahmen)
Gewicht: 22.6 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  160 mm vorne / 150 mm hinten
Motor: Bosch Performance Line CX, 250 W, 75 Nm
Akku: Bosch PowerTube, 625 Wh
Federgabel: RockShox Lyrik Select+
Federbein: RockShox Deluxe RT3, RE:aktiv-Dämpfung mit Thru Shaft
Schaltung:  Sram GX Eagle
Bremsen:  Shimano SLX 4-Kolben, 200 mm
Kurbelgarnitur:  Sram X1
Laufräder: Bontrager Line Comp 30
Reifen:  Bontrager SE5 Team Issue, 29.0 x 2.6
Sattel: Bontrager Arvada
Sattelstütze: Bontrager Line Elite Dropper, 150 mm
Vorbau: Bontrager Line Pro Knock Block, 50 mm 
Lenker: Bontrager Line Pro, OCLV Carbon, 780 mm, 27.5 mm Rise

Hersteller/Vertrieb

www.trek.com

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