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Test: Cannondale Jekyll 1 – das Farbenwunder für die Rennstrecke

Was für eine Farbe! Cannondale treibt es mit ihrer Perlmuttlackierung in «Beetle Green» auf die Spitze. Je nach Lichteinfluss schimmert der Rahmen von Grün zu Gold bis hin zu Rosa. Doch das ist nicht das eigentliche Highlight des Jekyll, das Enduro-Bike ist eine Rennmaschine sondergleichen.

Eins vorweg, das neue Jekyll ist nichts für ruhige Gemüter. Es ist ganz klar eine Rennmaschine, geschaffen für Enduro-Racer und Bikepark-Liebhaber. Wie ein Junkie schreit es nach «Speed». Wer die 170 Millimeter Federweg an der Front und die 165 am Heck ausreizen will, muss ordentlich zur Sache gehen.

Cannondale sieht die differenzierenden Merkmale des Jekyll wie folgt: 

  • Der tief im Unterrohr sitzende Dämpfer. Dieses System nennen wir Gravity-Cavity und es hat zur Folge, dass sich das Rad aufgrund des tiefliegenden, zentrierten Schwerpunkts enorm präzise und stabil steuern lässt.
  • Die auf die unterschiedlichen Rahmengrössen angepasste Kinematik und Geometrie. Das nennen wir Proportional-Response-Design, dadurch fühlt sich jeder Fahrer entsprechend seiner Grösse in und auf dem Bike wohl.
  • Der hohe Drehpunkt, wodurch wir einen supersensiblen Hinterbau am Jekyll haben, der immens Grip generiert. Durch die am Drehpunkt angebrachte Umlenkrolle samt Führung (wir nennen es Guidler) bleibt der Hinterbau beim Anbremsen und Pedalieren absolut neutral.

Aussage von: Daniel Häberle, Marketing Manager, Cycling Sports Group Europe

Besonderheiten

  • Gravity-Cavity, halb im Rahmen integriertes, schwingend gelagertes Federbein
  • High-Pivot-System
  • Guidler: Umlenkrolle und Kettenführung 
  • Unterschiedliche und auf die Rahmengrössen angepasste Kinematik und Geometrie 
  • Offset-Hinterbau: asymmetrisch eingespeichtes Laufrad
  • Perlmuttlackierung
  • Umlaufender Kettenstrebenschutz 
  • Schutzblech zwischen Hinterrad und Tretlagerbereich

In der Ebene

Auf dem Jekyll sitzt man sehr aufrecht und kompakt, dementsprechend gemächlich geht’s voran. Das ist ebenfalls dem hohen Gesamtgewicht von 16 Kilo zu verdanken. Schnell wird klar, dieses Enduro mag es geradeaus und es liebt offene Strecken, enge Kurse brauchen ziemlich Körpereinsatz.

Berg hoch

Ja, das ist definitiv die falsche Richtung. Auch hier zahlt man Zoll für das hohe Gewicht und die Downhill-orientierten Reifen. Mit genügend Druck auf den Pedalen klettert es auf moderaten Steigungen grundsätzlich gut, verblockte Singletrails hochzupedalieren macht wenig Spass. Hat man im Sitzen genügend Zug auf der Kette, bleibt der Hinterbau ruhig, im Wiegetritt wippt er sehr.

Berg runter

Dieses Cannondale mag offene und schnelle Strecken, egal ob planierte Pisten mit grossen Sprüngen oder raue Trails mit Stufen. Auf engen, verblockten Singletrails in den Alpen, wo man oft im Schritttempo zirkeln muss, ist das Jekyll eine Spassbremse. Das Motto heisst «Bremsen auf». Je schneller man fährt, desto besser funktioniert das Fahrwerk. Dieses punktet mit einem sensiblen Ansprechverhalten, gibt aber fast etwas zu viel Gegendruck im mittleren Bereich, die Endprogression ist hoch. Das zeigt sich bei hohen Sprüngen oder beim Huck-to-flat, da spürt man kaum, wie man landet. Beim späten und harten Bremsen bleibt das Heck aktiv und satt am Boden. Bei Topspeed ist das Bike bestens kontrollierbar, die Lenkung ist direkt und präzise. 

Fazit

Mit der neusten Auflage des Jekyll hat Cannondale eine reinrassige Rennmaschine geschaffen. Ballern im Bikepark und heizen in Finale Ligure, bis die Eisen glühen, dann kommen die Vorteile des High-Pivot-Systems so richtig zum Zuge. Am besten von morgen früh bis spätabends, so kann man das Farbenwunder in seiner ganzen Vielfalt geniessen.

Empfehlung

Bikende, die weniger als 70 Kilogramm wiegen, können das Fahrwerk infolge der hohen Druckstufe des Federbeins nicht ausreizen. Da schafft der Gang zum Tuner sicher Abhilfe.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 7299.00 (ab CHF 5199.00)
Gewicht: 16.0 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  170 mm vorne / 165 mm hinten
Federgabel: Fox Float Factory 38
Federbein: Fox Float Factory X2
Schaltung:  Sram GX Eagle
Bremsen:  Sram Code RSC, 220/200 mm
Kurbelgarnitur:  Sram X1 Eagle
Laufräder: Naben: vorne Formula, hinten Sram MTH 700
Felgen: WTB KOM Trail i30 TCS
Reifen:  Hinten: Maxxis Assegai, 3C Exo+, 29 x 2.5
Hinten: Maxxis Minion DHR II, Exo+, 29 x 2.4
Sattel: Fabric Scoop Shallow Elite
Sattelstütze: Cannondale Down Low, 150 mm
Vorbau: FSA Grid 35, 50 mm 
Lenker: Cannondale 1 Riser, 780 mm, 30 mm Rise

Geometrie

Alle Daten hier: Link

Hersteller

www.cannondale.com

Testbericht erschienen in Ausgabe 78 von Ride Magazin.
 

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