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«Die Großvenediger-Besteigung ist eine Leistung und keine Straftat.»

Großvenediger mit dem Mountainbike

Die Verurteilung zweier Mountainbiker wegen der «Befahrung» des Großvenedigers, löste hitzige Debatten aus. Was soll und darf man mit einem Mountainbike? Die Szene ist gespalten. Einer, der seine Stimme erhoben hat, ist Erich Brabec aus Innsbruck. In einem lesenswerten Beitrag in der Tiroler Tageszeitung fordert er sein Land auf, Mountainbiken nicht mehr als Straftat anzusehen.

«Das was erfahrene Bergradfahrer in Österreich am liebsten tun – nämlich am Berg Radfahren, und das auch auf schwierigen Wegen – ist den Deutsch sprechenden Menschen ein Problem. Wer sich hierzulande mit dem Rad auf Wanderwegen genauso bewegt wie Wanderer eben auch, der wird öffentlich angefeindet und verurteilt. Worin liegt denn der Unterschied genau, ob jemand mit Steigeisen und Seil, Skitourenskiern und Stöcken oder Gummireifen am Weg ist? Wenn ein Paragleiter seinen Rucksack auf den Gipfel trägt, benötigt er ebenso mehr Platz wie eben Bergvereine, die ein Gipfelkreuz nicht per Hubschrauber, sondern am Rücken auf den Berg tragen. Aber eben nur dem Rad gilt die tiefe Anfeindung grosser Teile unserer Bevölkerung.

Angefeindet von Deutschen und Österreichern

Ich befahre Tirols Wanderwege seit 1986 regelmässig mit verschiedensten Fahrrädern. Mit dem Tandem, Frau, Kind und Kegel samt Anhänger und manchmal auch noch einem zweiten hinten dran. Eben auch mit einem Fully und natürlich auch dort, wo es herausfordernd wird. In Tirol, und wirklich speziell hier in Tirol, bin ich die ständigen Anfeindungen gewohnt. Jenseits des Brenners, in Italien, Frankreich, Kroatien, Slowenien, auch in Irland, Island, der Schweiz und Zypern habe ich niemals derartige Anfeindungen erlebt. Wer in den Dolomiten schwierigste Wege mit dem Rad bewältigt, erfährt Anerkennung und Respekt von italienischen Wanderern. Da meine Familie aus Gröden stammt, fahre ich auch dort seit über 30 Jahren. Gröden hat stets eine Einladung an Mountainbiker ausgesprochen, einzelne Wege sind in den letzten vier Jahren für Radfahrer gesperrt worden. 98 Prozent aller Wege bedürfen dort aber keiner Regulation weil Wanderer und Radfahrer sich in Italien einfach mögen und respektieren. Wenn man dort angefeindet wird, dann ausschliesslich von österreichischen oder deutschen Gästen, weshalb ich mir angewöhnt habe, italienisch zu grüssen.

Trails in Tirol wie ein Hohn

Hierzulande wird eines der weltweit grössten Bike Festivals von der Tirol Werbung gestützt, Crankworkx. Damit werden enorme Erwartungen bei Einheimischen und Gästen beflügelt, die nichts mit der Realität zu tun haben. Ein Blick auf einschlägige Kartenwerke wie Trailforks genügt: Europa ist rundherum voll mit Mountainbike-Routen aller Couleur – Tirol ist ein weisser Fleck, weil fast alles verboten ist. Die wenigen offiziellen Routen die gebaut worden sind, lesen sich auf dieser, wie auch anderen Karten wie ein Hohn. Hier, in der Skination, die aufgrund der abnehmenden Schneemenge dringende Alternativen zum Skisport sucht, steht Bergradfahren auf schwierigen Wegen immer noch unter Strafe!
 
Die Befahrung des Großvenedigers ist eine sportliche Glanzleistung, ein unglaubliches Naturerlebnis ob mit Skiern, zu Fuss oder eben dem Rad – und keine Straftat! Tirol sollte mit eben solchen Bildern werben und nicht mit aberwitzigen Bildern von Radfahrern die in künstlich gebauten Parks Artistik in 15 Metern Höhe betreiben. Tirol sollte Werbung vom Naturerlebnis am Berg mit dem Rad machen, so wie alle oben genannten Nationen eben auch. Das Bewerben des Radfahrens auf künstlich gebauten Trails ist ein Hohn für Tirols Berge die auch für Radfahrer am schönsten sind, so wie sie eben sind!
 
Die Lösung ist Respekt, ein Miteinander wie es eben Wanderer und Skitouengeher sonst auch benötigen!»
 

Dr. Erich Brabec, Innsbruck

 

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