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Es ist ok, wenn wir nicht überall biken

Die Mountainbike-Saison hat schon ordentlich Schwung aufgenommen und bald machen sich Ride-Redakteure wieder auf die Suche nach neuen Touren. Doch nicht immer ist die Trail- und Tourensuche von Erfolg geprägt. Manchmal ist die Erwartung auf eine tolle Tour gross, dann aber entpuppt sie sich als grossen Flop. Weshalb das sogar gut ist, erklärt Balz Weber in seinem neusten Blog.

Im vergangenen Sommer sass ich im Postauto in Richtung Safiental, als ich einen Fahrgast reden hörte, dass er zum Wandern nicht mehr nach Davos fahre. Es habe ihm dort zu viele Mountainbiker. «So ein Plauderi», dachte ich mir. Doch seine Worte blieben in meinem Unterbewusstsein hängen, um im richtigen Moment wieder aufzublitzen. Beim Rekognoszieren von Touren.

Das Erkunden von neuen Touren ist eine schöne Arbeit. Doch manchmal sind die Routen für die Ride-Tourendatenbank zu wenig gut, geschweige denn überhaupt fahrbar. So erinnere ich mich an einige Touren, die vielleicht Danny MacAskill Spass bereiten würden, doch selbst dem Gros der fahrtechnischen versierten Mountainbiker sauer aufstossen würden. Andere Reko-Fahrten arteten fast gänzlich in Wanderungen mit dem Bike auf dem Buckel aus, stets von der Hoffnung angetrieben, dass es bestimmt bald besser würde.

Die Worte des Wanderers

Meist mitten in solch ernüchternden Touren, drängen sich wieder die Worte des Wanderers in mein Bewusstsein. Seine Aussage werte ich nicht nach der Richtigkeit, nach meiner Interpretation stellt sie aber deutlich die Frage: «Müsst ihr denn überall Biken?» Nein, auch wenn wir das oft möchten, müssen wir nicht über jeden Weg rattern. Ob Befahren oder nicht, hängt sehr oft mit der Wegqualität zusammen. Weiss man im Voraus, dass ein Trail schlecht befahrbar ist, wird er auch kaum angesteuert.

Selbst wenn die heutigen Mountainbikes die Befahrung von deutlich schwierigeren und schlechteren Trails erlauben, bin ich mittlerweile der Meinung, dass wir nicht überall Biken müssen. Deshalb ist es gut, dass es diese miesen Trails gibt. Kuhtritte, fussballgrosses Geröll, achstief liegende Wege – perfekt. Sie sind nicht zum Mountainbiken geeignet, dafür perfekt, um darauf zu Wandern. Wer sich aber solche Trails mit dem Mountainbike antun will, der soll das dürfen.

Jeder Trail zählt, für beide Seiten!

Mit der rasanten Entwicklung unseres Sports können wir zwar um jeden weiteren Wanderweg froh sein, der auch für Mountainbiker hergerichtet wird. Nur sind wir nicht die alleinigen Wegenutzer und dürfen auch verstehen, dass manche Leute auf den schmalen Pfaden lieber keinen Geländeradsportlern begegnen. Wanderwege, die nur zu Fuss Spass machen und auch so bleiben, soll es also weiterhin ausreichend geben. So bleibt Fussgängern mehr Raum – es entsteht eine natürliche Entflechtung, und das ganz ohne Verbotsschilder. Denn neben der vielgelobten Koexistenz brauchen beide Seiten ihre «eigenen» Wege.

Wenn wie im vergangenen Jahr ein paar Bike-untaugliche Touren und Trails nicht auf der Ride-Tourendatenbank landen, ist das somit keine Tragödie. Es finden sich darunter immer noch genügend kleine oder grosse Trail-Juwelen, und so ist auch künftig für beide Seiten genügend Raum da.
 

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ride.ch/blog/weber

 
 

 

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