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«Wenn wir uns zu stark glattbügeln, braucht es uns nicht mehr»

Thomas Giger - Martin Platter – Bendicht Luginbühl

Figuren wie Bendicht Luginbühl, Martin Platter und Thomas Giger haben als Journalisten den Schweizer Mountainbikesport geprägt. Schlicht deshalb, weil ihre Worte viele Leute erreichen. Eines ist den drei gemeinsan: ihre Leidenschaft und ihre Hartnäckigkeit. Im Interview blicken sie auf unterdessen 30 Jahre Mountainbike-Medien zurück und analysieren, wo die Sportart gelandet ist und wohin sie sich weiterentwickeln dürfte.

Die Geschichte des Mountainbikes ist eng verknüpft mit ihren Fachmedien. Kaum rollten in den 80er-Jahren die ersten Stollenreifen durchs Gelände, rollten auch schon die passenden Zeitschriften durch die Druckmaschinen. Durch den hohen Informationsbedarf aber auch durch die aussergewöhnliche Identifikation mit der Sportart erlangten die Zeitschriften für die Mountainbiker weltweit eine hohe Bedeutung. Das war in der Schweiz nicht anders, und dabei waren es in den vergangenen dreissig Jahren hierzulande vor allem drei Personen, die der Medienwelt ihren Stempel aufdrückten.

Allen voran Bendicht «Bene» Luginbühl, der mit der Gründung der Zeitschrift «go Dirt!» im Jahr 1986 eine Pionierrolle übernahm. Fast ebenso lang mit dabei ist Martin Platter. Während Luginbühl später in der traditionellen Medienwelt Karriere machte und Programmdirektor des reichweitenstärkste Popradios DRS3 wurde, ist Platter bis heute als Fachjournalist aktiv und schreibt als Freischaffender für zahlreiche Titel. Der Dritte im Bunde ist Thomas Giger, der im Jahr 2002 als Nachzügler dazu stiess und mit der Übernahme der Zeitschrift «Move», später in «Ride» umbenannt, neue Perspektiven einbrachte. Allen drei gemeinsam ist, dass sie ihr gesamtes Herzblut in Druckerschwärze und mittlerweile auch in Bildschirmpixel verwandelten.
 

Bendicht, wie ist man vor dreissig Jahren auf die Idee gekommen, ein Mountain­bike-Magazin zu lancieren?

Luginbühl  Zufall und Leidenschaft. Ich habe damals über einen Journalismuspreis ein Stipendium erhalten und habe die zweckgebundenen Gelder investiert in eine Ausbildung, um das angelsächsische Mediengeschäft kennenzulernen. Dann kam der Auftrag, zu recherchieren, wer alles an der Entwicklung eines völlig neuen Fahrrad-Typus beteiligt war – den unbekannten Fahrrad-Typus nannte ein Journalist namens Charles Kelly schliesslich Mountainbike. Ich habe in der Folge die legendären Mountainbike-Pioniere kennengelernt. Das Gespräch mit Charlie Cunningham hat mich damals in den Bann gezogen und auf die Velo-Spur gebracht. Cunningham sagte sinngemäss, dass die Protagonisten rund um den Mt. Tamalpàis im Marin County ein Gefährt entwickeln wollten, um der Verkehrslawine hinunter nach San Francisco zu ent­kommen. Das neue Ding nannten sie dann Mountainbike. Das Fahrrad, mit dem man abseits der Highways off the road radeln konnte. Zurück in der Schweiz hat der Zufall mitgespielt. Wir hatten eine der ersten Internet-Verbindungen von der ETH Zürich zur University of California in Los Angeles. Diese Internet-Leitung hat uns in regelmässigen Abständen Mountainbike-News aus Kalifornien ausgespuckt. Wir haben damals ein aus heutiger Sicht prähistorisches Bike-Informationsnetzwerk aufgebaut. Diese Velo-News haben wir unter dem Titel «Go Dirt!» publiziert. Damit sind wir auf Interesse gestossen, die Schweizer Bike-Publizistik war in Ansätzen geboren. Wir arbeiteten nachtsüber redaktionell, tagsüber gingen wir unseren Jobs nach. Die journalistischen USA-Reisen finanzierten wir mit der immer gleichen Masche: Wir brachten unseren Schweizer Freunden für gutes Geld deren Wunsch-Mountainbikes mit.

Platter  Auch bei mir hat sich das eine mit dem anderen ergeben. Ich habe Velo- und Motorfahrradmechaniker gelernt. Wir haben damals aber noch hauptsächlich an den sehr populären Mofas geschraubt. Erst als ich mich bei Rahmenbauer Fredy Rüegg auf die Velo- und Motorradmechanikermeisterprüfung vorbereitet  habe, sind die ersten Mountain­bikes aufgekommen. Das war so um 1985. Bei Rüegg habe ich Silvio Seiler kennengelernt, den damaligen Chefredaktor der Zeitschrift «Velo». Er hat mir die Möglichkeit gegeben, erste technische Artikel in der Zeitschrift «Velo» zu publizieren. Das wiederum war die Plattform für erste Artikel in Tageszeitungen. Nach bestandener Meisterprüfung habe ich zu Scott gewechselt, dabei Einblick in die grossen Fahrrad-Produktionsstätten in China erhalten und nebenbei weiter Fachartikel geschrieben. Schliesslich erhielt ich eine Anstellung bei der Zeitschrift «Velo» und später ein Angebot, die Redaktionsleistung von «Move News» zu übernehmen, damals unter der Leitung von Bene Luginbühl und Heinrich Gasser. Das journalistische Handwerk hatte ich mir bei einem Stage bei Velo und der Aargauer Zeitung angeeignet, ebenso das Fotografieren. Vieles lief damals noch nach dem Prinzip «Learning by Doing».

Giger  Vor diesem Hintergrund war Martin symbolisch ein Grund, warum ich dann auch noch in die Welt der Mountainbike-Medien eingestiegen bin. Ich habe mich stets gefragt, warum die Magazine primär über die Technik schreiben, wenn doch beim Mountainbiken eigentlich das Erlebnis im Vordergrund steht. Ich habe Publizistik und Betriebswirtschaft studiert, und da wurde das Magazin «Move» eingestellt. Das war im Jahr 2001. Ich wurde beim Verlag vorstellig, weil ich die Website wollte, weil ich die Internet-Welle habe kommen sehen. Über Nacht hatte ich dann aber plötzlich ein ganzes Magazin, da habe die Chance beim Schopf gepackt und bin ins kalte Wasser gesprungen.

Luginbühl  Du hast mit dem Sprung von unserem Magazin Move hin zu Ride eine nächste publizistische Dimension reingebracht. Ride schreibt nicht nur, wie das Gerät funktioniert, sondern, was man damit machen kann, wo man auf Trails aufsteigen kann, wo die coolen Abfahrten zu finden sind. Zudem hast du in Ride eine neue Fotosprache entwickelt, was ich als eine bemerkenswert neue Dimension einordne und als ein Alleinstellungsmerkmal für Ride.

Giger  Dieser Ansatz war ja nicht nur Kalkül. Ich musste, um gegen die grossen Deutschen Titel bestehen zu können, ganz andere Wege gehen. Da bin ich mit dem Kredo aufgetreten: Wir wollen das «Geo» der Mountainbiker kreieren. Dafür wurde ich belächelt, doch ich habe an diese Vision geglaubt. Unterdessen würde ich sagen, dass wir das «Geo» in Sachen Qualität überholt haben.
 

Wie gut kann man vom Mountain­bike-Journalismus leben?

Giger  Ich werde bis heute regelmässig danach gefragt. Die Diskussion ist jeweils schnell beendet mit dem Hinweis, dass ich sechs Mitarbeiter angestellt habe und siebenstellige Umsätze generiere. Aber ganz unberechtigt ist die Frage nicht. Denn um reich zu werden, muss man ein anderes Geschäftsfeld wählen.

Platter  Ich lebe jetzt fast dreissig Jahre recht gut vom Mountainbike-Journalismus, habe aber immer auch mehrere Standbeine gehabt. Ich konnte früh regelmässig für die Neue Zürcher Zeitung, schreiben, ich war bei der nationalen Fotoagentur Keystone lange Zeit der Spezialist für die Bike-Anlässe und habe auch mit der Sportinformation zusammengearbeitet. Das hat geholfen, dass man den Sport und damit auch meine Arbeit ernst genommen hat.

Luginbühl  Eine Einkommenseinbusse muss bis heute in Kauf genommen werden, Velo-Journalismus ist hartes Brot. Bike-Leidenschaft hat eben ihren Preis. Ich habe die Velo-Medienwelt damals nicht wegen der bescheidenen Honorare verlassen, uns ging es nicht schlecht, wir hatten einen Verlag mit 22 Mitarbeitern und waren so profitabel, dass wir die Firma schliesslich anständig an einen Verlag veräussern konnten. Ich ging als Geschäftsführer zu Swisscontent, weil es in der Velowelt eine hohe Unfähigkeit zu Kooperationen gab und eine aus­geprägte spiessige Neidkultur, unter Herstellern, Funktionären, Verbandsheinis, Importeuren. Selbst heute, im Zeitalter des Bedeutungswandels für das Velo, im Zeitalter der Sharing Communities sind neue, kongeniale Ansätze in der Velobranche kaum zu erkennen.

Giger  Ich sehe genau diese Neidkultur bis heute innerhalb der Mountainbike-Fachmedien. Gleichzeitig stehen wir mit der vollständigen Digitalisierung vor enormen Herausforderungen, die wir mit unseren beschränkten Mitteln kaum lösen können.
 

Gibt es in der Zukunft denn überhaupt noch Mountainbike-Medien oder werden sie von den enormen Entwicklungskosten aufgefressen?

Luginbühl  Es gibt zwei Entwicklungspfade. Entweder man verbindet sich mit anderen Medienunternehmern, die ähnliche Kernzonen haben, das wäre dann der Pfad Konzentration der Kräfte. Oder man forciert den Erlebnisbereich. Mit zunehmender Digitalisierung suchen immer mehr Biker das physische Element, das Schwitzen, das Atmen, das Entdecken, das Unterwegssein mit sich selber oder mit Freunden. Die Schaffung einer Leser- und User-Community auf dem Erlebnispfad ist der zweite, echt zukunftsweisende Weg. Ride zum Beispiel publiziert unverwechselbare Inhalte. Das zählt viel mehr als Technik-Berichte und geschönte Tests.

Giger  Und trotzdem fragen wir uns, ob wir nicht links und rechts überholt werden. Läuft uns beispielsweise Trailforks aus Kanada den Rang ab? Braucht es unsere Trail-Kompetenz überhaupt noch? Das sind Fragen, die uns heute beschäftigen und die auch viel mit finanziellen Möglichkeiten zu tun haben.

Platter  Ich verfolge vor allem dieses unreflektierte Raushauen von Online-Inhalten mit Skepsis. Da gibt es diese selbsternannten Influencer, die sich für Inhalte bezahlen lassen, dann von den Lesern aber ernst genommen werden.

Giger  Gleichzeitig sehe ich hier die ganz grosse Chance für gedruckte Magazine. Ein einzigartiges Magazin mit klarer Positionierung und deutlicher Abgrenzung von Internet-Inhalten hat für mich ein hohes Potenzial. Denn genau das werden zum Beispiel Pinkbike oder die vielen Influencer nie hinkriegen.

Luginbühl  Die intelligente Kombination zwischen virtuell und real wird wichtiger. Als Special-Interest-Magazin mit relevanten Digitalinhalten muss man berechenbar sein, zuverlässig und einfach erreichbar. Gleichzeitig brauchst du die Kombination mit einem einzigartigen physischen Produkt. Wir sehen heute, dass digital erfolgreiche Unternehmen stärker in den physischen Markt drängen und damit beginnen, nach unverwechselbaren Stories, nach Produkten zu suchen, welche die Konkurrenten nicht haben, nicht publizieren, nicht verkaufen. Digital heisst verwechselbar sein. Die physische Dimension wird wichtiger, die Haptik des Magazins, die einmalige Fotografie, welche Phantasien, Träume, weckt, die Möglichkeit fördert, traumhafte Touren zu fahren. Künftig erhalten im Geschäft mit Inhalten jene Titel das Geld der Leser und User, die unverwechselbare Inhalte bieten.

Platter  Ich glaube, wir müssen auch wieder vermehrt Position beziehen, eine Meinung haben, originelle und schräge Elemente wieder reinnehmen. Der Spirit, das Lustige, das Freche, vielleicht auch mal was Bösartiges, solche Inhalte brauchen wir verstärkt, neben der Fachkompetenz. Wenn wir uns zu stark glattbügeln, braucht es uns nicht mehr, dann sind wir Teil eines belanglosen Einheitsbreis.
 

Welchem Einfluss haben aus eurer Sicht das Mountainbike und die Mountain­bike-Medien auf die Gesellschaft?

Luginbühl  Das Mountainbike, die Bike-Bewegung hat die Gesellschaft meines Erachtens nachhaltig verändert. Das Mountainbike hat dem Velo und der Velo-Bewegung eine hohe Visibilität gegeben. Das Mountainbike hat vielen Leuten den Zugang zum Radfahren verschafft, das Bike ist attraktiv, ein echter Freund, es macht viel mit und trägt uns weit. Das Mountainbike hat wesentlich zur heute enormen Bedeutung des Fahrrads in der Gesellschaft beigetragen. Technologisch, philosophisch, physisch.

Platter  Das sehe ich auch so. Die Elektrifizierung ist nun der nächste Schritt. Das Velo ist ein Objekt, um viele unserer Probleme zu lösen oder mindestens zu entschärfen. Beispielsweise die Platzprobleme in den Städten und der Klimawandel. Die Elektrifizierung demokratisiert das Velofahren. Das Velo kann so für alle zu einem wichtigen Verkehrsträger werden, welcher eine grosse soziale Aufgabe erfüllt. Diese Gedanken müssen wir frei von politischen Dogmen heraustragen und die velokritischen Personen davon überzeugen, dass das Fahrrad ein geniales und enorm lustbringendes Fortbewegungsmittel ist. Das erachte ich als die Aufgabe der Bike- und Velopublizistik der Zukunft.

Giger  Ich wiederum sehe im Mountainbike vielmehr ein Abbild unserer Gesell­schaft. In den 90er-Jahren war der Leistungsgedanke und der Breiten­rennsport sehr wichtig. Heute steht Mountainbiken für ein Naturerlebnis, für Spass, für ein Lebensgefühl, für Selbstbestimmung. Also ähnliche Trends, die man in der Gesellschaft aus­machen kann. Für mich ist die Sportart ein Spiegelbild der Gesellschaft.
 

Entwickelt sich der Mountainbikesport in die richtige Richtung?

Luginbühl  Für mich hat Mountainbiken viel mit Abenteuer, mit Entdecken, mit lautlos unterwegs sein zu tun. Vor diesem Hintergrund sehe ich die Entwicklung des Mountainbikens mit Bergbahnunterstützung mit Skepsis. Das bieten die Bergbahnen im Survival-Modus an, um sich aus der selbstverschuldeten Umklammerung zu retten. Ein platt­gefräster Flowtrail hat auch nur noch ganz wenig mit «Free Spirit» zu tun.

Giger  Über diesen Punkt mache ich mir bei den E-Mountainbikes immer wieder Gedanken. Wenn die Elektrifizierung der Effizienzsteigerung wegen passiert, also noch mehr Trails in noch kürzerer Zeit, dann stelle ich mir ähnliche Fragen. Was hat dieses konsumistische Verhalten mit meiner erlebnisorientierten und naturverbundenen Art des Mountainbikens zu tun? Auch hier ist das Mountainbiken ein Abbild unserer Gesellschaft, wo alles immer noch einen Tick effizienter erfolgen muss. Es ist richtig und wichtig, dass wir uns mit dem E-Mountainbike kritisch auseinandersetzen. Auf die andere Seite erfährt der Mountainbikesport unter anderem wegen der Elektrifizierung eine der wichtigsten Veränderungen seit seinen Anfängen. Nämlich, dass sich der Tourismus ernsthaft mit dem Thema zu beschäftigen beginnt. Das war bisher nicht so, wir drehten uns primär um uns selber. Wir waren nie Teil von etwas Grösserem, Mountainbiken war stets Selbstzweck. Nun entwickelt sich die Sportart zu einem relevanten Wirtschaftsfaktor in den Alpen. Dazu trägt der Klimawandel bei, die Veränderungen in der Gesellschaft aber eben auch das Aufkommen der E-Mountainbikes. Wir stehen aus meiner Sicht aktuell am Anfang der Ära 2.0 des Mountainbikesports.

Platter  Das hat jeder Biker in freier Wildbahn auch selber in der Hand. Meine Sorge ist, dass das allzu rücksichtslose Befahren von Trails mit E-Mountainbikes politische Kräfte mobilisiert, die dann die Wege für alle Mountainbiker sperren lässt. Deshalb ist es wichtig, dass sich auch die Biker organisieren, damit sie bei drohenden Trail-Sperrungen nicht einfach übergangen werden. Auch auf Bundesebene hat das Velo bisher zu wenig Gewicht gehabt, vergleicht man beispielsweise mit der Autolobby. Seit der Annahme des «Bundesbeschluss Velo» Ende September letzten Jahres ist einiges am Laufen, dass sich dies in Zukunft ändern wird. Das wird Auswirkungen auf den Tourismus haben, den Trail- und den Radwegbau. Das Velo, und damit auch das Mountainbike, wird auf höchster politischer Ebene endlich ernster genommen, was ich eine gute Entwicklung finde. Auf Gemeindeebene hat es jeder Biker selber in der Hand, etwas Positives in seinem Umfeld zu bewirken.

 
Zurück zur Arbeit in der Welt der Bike-Medien: Wo habt ihr durch eure Arbeit in der Sportart Spuren hinterlassen?

Giger  Mit meiner Ausbildung hätte ich eine ganz andere Karriere einschlagen können. Ich habe aber früh erkannt, dass ich auf diese Weise etwas bewegen kann. Ein prägendes Erlebnis war für mich, als ich vor einiger Zeit mit dem Postauto das Val d’Anniviers hochgefahren bin und ein mir unbekannter Mountainbiker gesagt hat, er fahre heute den «Argentinian-Trail». Diesen Begriff habe ich mir einst ausgedacht und dazu eine Route ent­wickelt. Ich wusste also im Postauto, dieser Typ hat unter anderem wegen mir ein hoffentlich positives Erlebnis vor sich. Diese Art, Spuren zu hinterlassen, ist für mich mehr Motivation als alles andere. Es gibt aber noch eine andere Ebene, wo wir mit Ride Spuren hinterlassen haben. Ride hat mit seiner Bildsprache das Bild des Mountainbikesports gegen aussen beeinflusst. Wir zeigen den Mountain­bikesport in einem Naturkontext. Wir haben die schrille Action abgelöst durch inszenierte Landschaften, in welchen der Mountainbiker ein Teil davon ist. Damit haben wir für viele Leute dem Mountainbikesport einen Stil gegeben, den sie verstanden und der positiv besetzt ist.

Luginbühl  Zuerst einmal bin ich glücklich, in den letzten fast dreissig Jahren Teil jener Community gewesen zu sein, welche in die lautlose Fortbewegung investiert hat. Wir haben diese Fortbewegungsart zugänglich und gesellschaftstauglich gemacht – als Programmchef von DRS3 und als CEO von Swisscontent habe ich die Velo-Berichterstattung erstmals in General-Interest-Medien auf das Niveau der Auto-Berichterstattung angehoben, auch gegen den Widerstand der Motorfraktionen. Eine kleine Anekdote mag den Wandel ver­deutlichen: Wenn ich in meinen 15 Jahren als Unternehmensberater gefragt wurde: spielst du auch Golf, war meine Antwort: nein, ich bin ein Mountainbiker. Damit war für die Manager das Thema jahrelang erledigt und sie wendeten sich ihrem häufig miserablen Handicap zu. Wird mir dieselbe Frage heute gestellt, stehen umgehend fünf Manager im Kreis und berichten von ihren Biker- und Roadbike-Erfahrungen. «Cycling is the new Golf» ist Tatsache geworden. Wir haben dazu beigetragen, that’s it.

Platter  Neben meiner Arbeit für verschiedene Fachmagazine und unsere Lokal­zeitung konnte ich während Jahren über die Erfolge der Schweizer Mountainbiker bei Welttitelkämpfen auf der ganzen Welt für die Sportinformation, die NZZ und Keystone berichten und so ein Millionenpublikum erreichen. Leb­haft erinnere ich mich noch an die Welt­meister­schaften 2006 in Neuseeland, wo ich dank der Zeit­verschiebung zudem noch die Interviews fürs Schweizer Fern­sehen geführt habe, weil ich der einzige Schweizer Bike-Journalist in Neusee­land war. Es war jeweils ein gutes Gefühl, wenn man auf der Rückreise im Flugzeug oder Zug renommierte Zeitungen auf­geschlagen und die eigenen Arbeiten in Wort und Bild gesehen hat. Prägend war ausserdem mein Dopingfund an der Tour de Suisse 1999, der für internationales Aufsehen gesorgt hat. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.

 

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