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Wenn das geklaute Bike auf Youtube auftaucht

Was wie eine schlechte Story klingt, ist einem Swiss-Epic-Teilnehmer widerfahren: An Etappenort Arosa wurde die Stoll-Rennfeile des früheren Radprofis Dani Schnider und weiteres Material entwendet. Normalerweise für immer weg, taucht das topausgestattete Marathon-Fully wenige Monate später in einem Biketest russischer Youtuber auf.

Der frühere Strassen-Schweizermeister und heutige Bikeshop-Besitzer Dani Schnider zählt das Swiss Epic zu seinen Saison-Highlights. Doch anstatt das Etappenrennen zu einem Höhepunkt wird, endet es im Albtraum eines jeden Rennteilnehmers. In der Nacht von der dritten auf die vierte Etappe in Arosa wird Schniders Auto, wohl mit einem Code-Lesegerät geknackt und dabei zwei topausgestattete Stoll-Bikes und ein Pirope-Laufradsatz gestohlen. Der Schaden beläuft sich auf rund 27'000.- Franken, noch grösser ist aber der Ärger. Bei Schniders Bike handelte es sich um ein Stoll M2, welches zu dieser Zeit noch nicht mal auf dem Markt war. Er bekam das Bike von der Firma Stoll vorzeitig für das Swiss Epic.
Das Etappenrennen konnte Schnider dennoch beenden, wenn auch auf einem zu grossen Bike, dass er von einem Freund ausleihen durfte.

Wiedersehen auf Youtube

Normalerweise sehen geschädigte Besitzer ihre Mountainbikes nie wieder. Doch rund zwei Monate nach dem Swiss Epic taucht das luxuriöse Stoll M2 von Schnider wieder auf – in einem Testvideo der russischen Youtuber «Dr.Gonzo и Мужик», der von den Fahrrad-Enthusiasten Konstantin und Jekaterina unterhalten wird. Laut Beschreibung sind sie nicht Markengebunden sowie fachkundig und würden ihre Tests so objektiv wie möglich behandeln. Was sie wohl nicht objektiv behandeln, ist die Herkunft ihrer Testbikes.
Auf Facebook teilt Schnider den Youtube-Beitrag und schreibt mit ironischem Unterton: «Mein Bike scheint Eindruck zu machen. Bis jetzt kam es von der Probefahrt noch nicht retour.»

Dass es sich dabei wirklich um das geklaute Stoll M2 handelt, darüber ist sich der Ex-Profi sicher: «Das ist eindeutig mein Bike. Die haben sich nicht einmal die Mühe gemacht, den Namensaufkleber zu entfernen!» Auch weitere Einzelteile, wie der kurz vor dem Rennen montierte Simplon-Vorbau oder die Yep-Sattelstütze, geben das im Video präsentierte Bike eindeutig als das von Schnider zu erkennen.
Den Weg auf Youtube schaffte das gestohlene Stoll M2 über einen Käufer. «Dr. Gonzo» seien von einem Facebook-Freund Schniders darauf aufmerksam gemacht worden, dass es sich dabei um ein gestohlenes Bike handle. Die Youtuber antworteten, dass sie das Bike von seinem Besitzer zum Testen bekommen hätten, die weitere Herkunft interessiere sie nicht.

Vertickt übers russische Facebook

Es ist ein russischer Facebook-Freund von Dani Schnider, der von dem Diebstahl wusste und kurze Zeit nach diesem das Bike auf dem russischen Pendant zu Facebook wiederentdeckte. «Mein Bike stehe auf vk.com zum Verkauf, schrieb mir ein russischer Mountainbiker, mit dem ich auf Facebook befreundet bin. Auf dieser Seite würden in geschlossenen Gruppen viele gestohlene Waren feilgeboten», so Schnider, der sich auf Infos seines Freundes bezieht. Die gestohlenen Stoll-Bikes wären dabei keine Einzelfälle und die Hehler würden für sich die Verkaufsfotos keine Finger krumm machen, um die Herkunft zu vertuschen, erklärt er weiter: «Beim zweiten gestohlenen Bike, ein Stoll M1 mit dem meine Kollegin unterwegs war, wurde nicht mal der Zeitmess-Chip entfernt und die Kabelbinder, welche die Startnummer fixierten, hingen ebenfalls noch am Lenker.»

Diese Infos leitet Schnider auch sogleich an die Kantonspolizei Graubünden weiter, die damals in Arosa den Diebstahl aufnahm. Passiert sei diesbezüglich aber so schnell gar nichts, da am Auto keine Einbruchspuren zu erkennen waren. So hätte er auch bei der Versicherung lange keinen Schaden geltend machen können, die erst dank etwas Schützenhilfe akzeptierte, dass sein Auto elektronisch geknackt wurde. Erst Ende Dezember wurde die Schadenssumme beglichen und damit ein ärgerliches Kapitel abgeschlossen.

Dass er das einzigartige Stoll M2, geschweige denn das zweite geklaute Stoll M1 sowie den Pirope-Laufradsatz wieder zurückbekommt, darauf spekuliert Dani Schnider selbst nach der Wiederentdeckung auf Youtube und einer weiteren Meldung an die Kriminalpolizei nicht. Was bleibt, ist eine komische wie auch frustrierende Erinnerung und die Erkenntnis, dass die Renn-Bikes künftig nur noch ganz nahe am Bett und nie mehr im Auto nächtigen.

 

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