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Colombo feiert Premiere – Rissveds fühlt sich in Lenzerheide wie zu Hause

Die Short-Track-Weltcup-Rennen der Elite Frauen und Männer in Lenzerheide ist an Spannung kaum zu überbieten. Besonders die starken Schweizer Mountainbiker scheinen vom begeisterten Publikum zu neuen Höchstleistungen gepusht und belegen zahlreiche Podiumsplätze. Letztlich feiern Lenzerheide-Spezialistin Jenny Rissveds (SWE) einen weiteren Sieg in der Schweiz, während sich bei den Männern Filippo Colombo (SUI) erstmals ins Weltcup-Siegerbuch eintragen darf.

Lenzerheide-Liebling Rissveds gewinnt vor starken Schweizerinnen

Wie immer dürfren die Cross-Country-Fahrerinnen am späten Freitagnachmittag den Weltcup-Auftakt über die Sprintdisziplin Short Track (XCC) bestreiten. Bei besten Bedingungen nimmt das Rennen auf der zirka einen Kilometer langen Strecke einen höchst spannenden Lauf – bis zur dritten Runde umfasst die Spitzengruppe stolze 18 Fahrerinnen, zahlreiche Führungswechsel inklusive. Nacheinander führen Jenny Rissveds, Jolanda Neff (SUI), Loana Lecomte (FRA), Caroline Bohé (DEN), Sina Frei (SUI) oder Ramona Forchini (ITA) das Feld an. Im weiteren Verlauf kristallisieren sich jedoch fünf Fahrerinnen heraus, die das Rennen entscheiden.

Schliesslich ist es dann erneut die Schwedin, die sich in Runde sechs an die Spitze setzt, das Tempo anzieht und dem Verfolgerquartett Neff, Allessandra Keller (SUI), Lecomte und Pauline Ferrand-Prévot (FRA) im Laufe der nächsten beiden Runden auf 15 Sekunden enteilt. Das Aufbäumen, besonders der beiden Eidgenossinnen, in der letzten Runde kommt zu spät, um der ehemaligen Olympiasiegerin Jenny Rissveds die Short-Track-Titelverteidigung in Lenzerheide noch streitig zu machen. Keller und Neff überqueren schliesslich als Zweite und Dritte die Ziellinie, gefolgt von Ferrand-Prévot und Lecomte. Gesamtweltcupführende Rebecca McConnell wird Elfte. Die östtereichischen Young-Guns Mona Mitterwallner und Laura Stigger landen am Ende auf den Rängen 12 und 17. Beste deutsche Fahrerin ist Leonie Daubermann auf Rang 23.

«Lenzerheide ist Schweden ziemlich ähnlich. Viele Wurzeln – das mag ich. Ich hatte keine wirkliche Strategie, habe aber festgestellt, dass ich die schnellste durch die Wurzelpassagen war und so bin ich einfach drauflosgefahren. Ich habe gerade eine gute Balance in meinem Leben gefunden. Ich bin glücklich und ich liebe es Rad zu fahren und die Rennen machen mir auch Freude. So kann es weitergehen», freut sich Jenny Rissveds

«Der zweite Platz hier ist für mich ziemlich cool. Endlich habe ich es vor meinem Heimpublikum auf das Weltcup-Podium in die Top-3 geschafft. Ich kann den Sonntag gar nicht mehr erwarten. Lenzerheide ist ein besonderer Ort für mich. Die Schweizer Zuschauer sind fantastisch, sie schreien deinen Namen und treiben dich regelrecht nach vorne an. Jenny ist weggefahren und wir haben versucht sie einzuholen. Am Ende war es grossartiger Zweikampf zwischen Jolanda und mir», sagt Alessandra Keller

Ergebnisse XCC Frauen Top 5

1.    Jenny Rissveds (SWE) 20:30
2.    Alessandra Keller (SUI) 20:31
3.    Jolanda Neff (SUI) 20:32
4.    Pauline Ferrand-Prévot (FRA) 20:33
5.    Loana Lecomte (FRA) 20:41

Schweizer Festspiele mit persönlicher Bestleistung

Das Short-Track-Rennen der Männer soll an Spannung noch eine Schippe drauflegen. In einem sehr taktisch geprägten Rennen bleibt das Starterfeld über lange Zeit dicht beieinander. Einen ersten Angriff startet der Weltcupführende Luca Schwarzbauer (GER), der das Feld ein wenig entzerren will. Der gut gestartete Max Foidl (AUT) muss dem hohen Starttempo Tribut zollen und fällt weit zurück. Ähnlich ergeht es auch Luca Schwarzbauer, der ebenfalls sein starkes Tempo nicht halten kann und nach einem Angriff von Mathias Flückiger (SUI) gleich fünf Rider passieren lassen muss. Diese neue Fünfergruppe aus Flückiger (SUI), Nino Schurter (SUI), Filippo Colombo (SUI), Alan Hatherly (RSA) und Luca Braidot (ITA) kann sich erstmals nennenswert absetzen, wobei die drei Eidgenossen klar das Tempo vorgeben und sich weiter absetzen können. Im nun einsetzenden Schlussprint hält Filippo Colombo clever die Führung, die er letztendlich knapp gegen Flückiger ins Ziel retten und seinen ersten Weltcupsieg feiern kann. Die totale Schweizer Party verhindert schliesslich Alan Hatherly, der Schurter mit einem bärenstarken Finish noch den dritten Rang abluchst. Bester Deutscher wird Luca Schwarzbauer auf Rang 7, der das Leader-Jersey an Mathias Flückiger weiterreichen muss. Max Foidl fällt schlussendlich auf den 32. Platz zurück. Lenzerheide-Titelverteidiger Henrique Avancini erwischt einen schlechten Tag und muss sich mit dem 23. Platz begnügen.

«Ich hatte nicht den perfekten Start, verpasste einen Pedaltritt und verlor schon auf den ersten 50 Metern eine menge Plätze, aber dann konnte ich in den ersten Runden recht einfach überholen. Als Heatherly angriff und probierte mich abzuschütteln, konnte ich folgen. Daraufhin griff Mathias an und ich konnte wieder folgen. In der letzten Runde war es ziemlich schwer, vorne zu bleiben. Ich wusste aber, dass ich im Sprint schnell bin und das nutzte ich zu meinem Vorteil und gewann», fasst Filippo Colombo sein Rennen zusammen.

Mathias Flückiger äusserst sich höchst zufrieden über seinen Auftritt: «Es ist ein überwältigendes Gefühl, das Leader Jersey zu haben. Das ist ziemlich cool und überraschend zugleich. Ich bin stolz, es war ein harter Finalsprint. Ich bin zufrieden mit meiner Leistung und freue mich auf den Sonntag. Das Höhentraining hat sich definitiv ausgezahlt.»

«Für mich ist es ein magischer Ort hier. Lenzerheide ist einfach nur grossartig. Am Schluss hat mir nur ein kleines bisschen im Sprint zum Sieg gefehlt. Ich hatte die Wahl, das Risiko einzugehen und aussen zu fahren und mit dem längeren Weg zu gewinnen oder zu versuchen, eine Lücke auf der Innenseite zu finden. Leider habe ich innen keine Lücke gefunden und musste mich mit dem dritten Platz begnügen, aber insgesamt bin ich sehr zufrieden», hat Alan Hatherly auch lobende Worte an den Austragungsort.

Ergebnisse XCC Herren Top 5

1.    Filippo Colombo (SUI) 19:50
2.    Mathias Flückiger (SUI) 19:50
3.    Alan Hatherly (RSA) 19:50
4.    Nino Schurter (SUI) 19:51
5.    Luca Braidot (ITA) 19:55

 

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