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Wir Biker sind weiter bloss ein Mauerblümchen

Lenzerheide Bikepark im Juni 2020

Der Mountainbike-Tourismus ging diesen Sommer durch die Decke. Den Fachhändlern wurden die Lager leer gekauft, den Hotels die Betten gefüllt, den Bergbahnen die Kapazitätsgrenzen erreicht. Und trotzdem: Ein ernstzunehmendes Interesse an uns Mountainbikern ist weiterhin nicht vorhanden, meint Thomas Giger in seinem Blog-Beitrag. Gut zu erkennen ist dieses Phänomen an der Teilnehmerliste des Ride-Kongress.

Um den Mountainbikesport zu verstehen, braucht es viel Erfahrung und eine ordentliche Portion an Fachwissen. Die Sportart ist zu segmentiert und zu agil, um sie nach einer Schnellbleiche intus zu haben. Selbst die Fachleute sind sich in vielen und relevanten Aspekten nicht immer einig. Deshalb wurde vor sechs Jahren der Ride-Kongress ins Leben gerufen. Er ist mittlerweile die zentrale Plattform für den Austausch von Fachwissen rund um den Mountainbikesport. Der Event gilt als Pflichttermin für alle, die sich den Mountainbikern ernsthaft annehmen (wollen). Soviel zur Theorie.

Kaum Interesse von Tourismusdirektoren, Bergbahnen, Hoteliers

Die Praxis ist indes eine andere, und der Ride-Kongress bringt dies augenfällig zu Tage: Wir Mountainbiker sind und bleiben eine Randerscheinung. Die Liste der Kongress­teilnehmer besteht jeweils aus den gleichen Segmenten und den gleichen Personen. Vor Ort tauschen sich Trail-Bauer, Productmanager aus dem Touris­mus und Bike-Guides aus, ergänzt durch ein paar wenige Vertreter der Ämter. Interessant ist hingegen, wer beim Kongress durch Abwesenheit glänzt. Zum Beispiel die Tourismus-Direktoren. Zwar weibeln die Destinationen mittlerweile aktiv um die Mountainbiker, diese sind bis heute aber nicht Chefsache, sondern durchs Band in der Marketing-Etage hängen geblieben.

Gähnende Leere herrscht am Ride-Kongress auch bei den Bergbahnen. Für keine einzige Bahnunternehmung sind die Mountainbiker wichtig genug, um einmal pro Jahr einen Vertreter an die wichtigste Fachtagung zu schicken. Selbst den lokalen Bergbahnen am Kongress­austragungsort ist der Aufwand zu gross, um nur schon die Strassen­seite zu wechseln. Die Teilnehmerliste des Ride-Kongresses zeigt: Die Mountainbiker spielen für die Schweizer Bergbahnen unvermindert eine Nebenrolle. Ausnahmslos.

Vergebens sucht man am Ride-Kongress auch nach Hoteliers. Dabei wären sie neben den Bergbahnen einige der Wenigen, die mit den Mountainbikern direkt Kasse machen können. Es herrscht zwar einhellig die Meinung, dass der Homo Mountain­bikus für sie eine der wenigen nachhaltigen Perspektiven für warme Betten in den Sommermonaten ist. Und trotzdem: Wenn es darum geht, sich ernsthaft mit der Zielgruppe zu beschäftigen, gibt es für sie selbst in der Nebensaison genau am Kongress­datum immer etwas Wichtigeres im Kalender.

Mountainbiker sind ganz nett aber uninteressant

Man darf den Ride-Kongress an sich nicht überbewerten. Es gibt viele Gründe, nicht daran teilzunehmen. Trotzdem ist die Teilnehmerliste über die Jahre gesehen ein Indikator, wie es um den Mountain­bike-Tourismus in der Realität steht: Wir sind und bleiben ein touristisches Mauer­blümchen. Ein schönes Blümchen zwar, das alle ganz nett finden, um das sich aber niemand richtig kümmern will. Denn die ganze Aufmerksamkeit gilt nicht dem Blümchen, sondern noch immer der grossen Eiche nebenan. Diese droht aber wegen des Klimawandels bald zu kippen. Deshalb wäre eine Umschulung von der Baumpflege zur Blumen­zucht eigentlich dringend nötig.
 
 

Hier gehts zur Teilnehmerliste des Ride-Kongress 2020

kongress.ride.ch/teilnehmerliste-2020
 

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ride.ch/blog/giger

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