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Zu Besuch beim weltweit grössten Fahrradhersteller

Im Jahr 2012 feiert der taiwanesische Bike-Produzent Giant seinen 40. Geburtstag. Während vor vierzig Jahren eine Jahresproduktion von 3800 Fahrrädern erreicht wurde, produziert Giant heuer beinahe 6 Millionen Bikes für den internationalen Velomarkt. Dieser Output macht Giant zum weltweit grössten Fahrradhersteller. Ride hat den Hersteller in Epizentrum der Bike-Industrie im taiwanesischen Taichung besucht.

Das Produkt-Portfolio von Giant ist umfassend – es reicht vom Elektrovelo bis zum Bike, auf dem Danny Hart im September 2011 in Champéry zum Downhill-Weltmeistertitel gerast ist. Gemäss eigenen Angaben sind circa 20 Prozent der abgesetzten Fahrräder Rennvelos, 30 bis 35 Prozent Mountainbikes, 10 Prozent Hybrid-Bikes und 30 Prozent Stadträder sowie Kindervelos. Die restlichen 5 bis 10 Prozent machen derzeit die Elektrovelos aus.  

Produktion für nahmhafte Hersteller
Doch Giant produziert nicht nur unter eigenem Namen, die hauseigenen Fahrräder machen 70 Prozent aus. Bei den restlichen 30 Prozent stellt sich der Fahrradriese in die Dienste von am Markt gut platzierten Fahrradmarken. Für diese Kunden bauen die Taiwanesen nicht nur die Rahmen, sondern übernehmen auch vollständig die Montage und Verpackung.  

Giant ist heute in 80 Ländern präsent und verfügt über ein Netz von über 11'000 Fachhändlern weltweit. Europa macht beim Absatz um die 30 Prozent aus, gefolgt von 24 Prozent in China und 23 Prozent in den USA. Der Hersteller gibt an, beim Marktanteil in China und Taiwan die Nummer Eins zu belegen und in den USA und Europa die Nummer Drei darzustellen.
 
Einblicke in die Rahmenfertigung
Eine Pionierrolle hat Giant inne bei der industriellen Fertigung von Carbon-Fahrradrahmen. Bereits 1985 hatte man Forschung betrieben, um die damals brandneue Technologie aufs Fahrrad umzumünzen. Am Hauptsitz von Giant in Taichung spielt die Carbon-Rahmenfertigung eine wichtige Rolle – so wichtig, dass beim Lokaltermin nicht alle Produktionsschritte einsehbar waren. Zu sehr sind die Rahmenbauer darauf bedacht, das umfangreiche Produktions-Know-How nicht in die Welt hinauszuposaunen. Ungefähr 400 Carbon-Rahmen werden mittels viel Handarbeit pro Tag bei Giant in Taichung gebaut.

Von der Anlieferung des Carbon-Rohmaterials bis zum fertigen Rahmen dauere es rund 21 Tage, bis ein Kohlefaser-Rahmen bereit sei, um diesen mit den Komponenten zum Fahrrad zu verheiraten. Allzu viele Details über die einzelnen Fabrikationsschritte gibt Giant nicht Preis, sondern bloss einen grobe Übersicht:
 
Zuerst wird aus dem Rohmaterial «Carbon-Zwirn» ein «Carbon-Seide» gewoben. Dieses Textil wird beim sogenannten «Pre-Forming» zur rudimentären Rahmenform verarbeitet, worauf der Rahmen nach intensiver Handarbeit in eine Form «gebacken» wird. Da ein Rahmen nie perfekt aus einer solchen Form komme, sei nochmals viel Handarbeit gefragt um auch kleinste Oberflächen-Unebenheiten auszuspachteln oder glattzuschleifen. Erst dann sei der Rahmen bereit, um in der «Painting-Line» mit Logos und Lack verarbeitet zu werden.
 
Täglich rund 4'500 Alu-Rahmen
Neben dem täglichen Output an 400 Carbon-Rahmen produzieren die Mitarbeiter in Giants Fabrik in Taichung täglich rund 4'500 Aluminium-Rahmen. Von der Anlieferung des Rohmaterials bis zum fertigen Rahmen dauere es rund 15 Tage.
 
Schneller geht nicht: Montage am Laufband
Nicht tagelang Zeit steht für den abschliessenden Produktionsschritt zur Verfügung - richtig rassig geht es in der Montageabteilung zu. Die montagebereiten Rahmen laufen kopfüber auf einem Laufband in eine Montagestrasse hinein. An vier bis sechs Arbeitsplätzen entsteht innert weniger Minuten ein komplettes Fahrrad – das Montagepersonal hat mit dem Tempo des Laufbands mitzuhalten. Eine gut sichtbare Anzeige am Ende des Laufbands wacht auch darüber, wie lange an einem Arbeitstag das Laufband stillstand.
 
Zuerst kommen Gabeln, Innenlager und Kurbeln zum Einbau, darauf folgen vorbereitete Lenkergarnituren. Das Hinterrad kommt in den Hinterbau des Fahrrads und nach der Montage der Brems- und Schaltkomponenten erfolgt ein rudimentärer Funktionstest.

Gleich anschliessend wird das Fahrrad vorbereitet, um im Karton verpackt die Reise zum Fachhändler anzutreten.  

www.giant-bicycles.com

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