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Wird Brentjens von der Dopingvergangenheit eingeholt?

Bart Brentjens

Bart Brentjens war einer der Überflieger im Mountainbikesport der 90er-Jahre mit Goldmedaillen an Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Der Holländer ist bis heute eine grosse Nummer im Rennsport als Teammanager und als Rennkommentar bei Red Bull. Bloss: Jetzt könnte er über eine Dopinggeschichte aus dem Jahr 1994 stolpern. Ein ehemaliger Weggefährte hat ausgepackt.

George Visser war in den frühen Jahren ein Hoffnungsträger im kanadischen Mountainbikesport. Er kam als 21-Jähriger nach Europa, um da auf dem Weg an die Olympischen Spiele in Atlanta wichtige Erfahrungen bei den ganz grossen Rennen zu sammeln. Visser hat holländische Wurzeln, und so kam es, dass er sich mit Bart Brentjens anfreundete. Und dabei nach seinen Aussagen offensichtlich ungewollt hinter die Kulissen sah. Das war im Jahr 1994.
 
26 Jahre später bricht Visser nun mit einem Blog-Beitrag sein Schweigen. Er hat über ein Vierteljahrhundert lang einen Vorfall verschwiegen, der nachträglich nun ein fragwürdiges Licht auf Brentjens wirft. Visser habe damals gemäss seinen Angaben am Vorabend des Weltcup-Rennens in Houffalize im Mai 1994 ungefragt und überraschend das Zimmer von Brentjens betreten. Neben Brentjens sei ein gewisser Adrie van der Poel mit einer schwarzen Aktentasche voll mit medizinischen Instrumenten und Arzneimitteln im Zimmer anwesend gewesen. Visser habe gesehen, wie van der Poel von Brentjens diverse medizinische Geräte entgegennahm und diese in seinen schwarzen Aktenkoffer legte. Zur Info: Van der Poel ist nicht etwa Arzt, sondern einer der ganz Grossen im Profiradsport, der im Jahr 1984 auch schon eine Dopingsperre absitzen musste. Der aktuelle Radsportüberflieger Matthieu van der Poel ist sein Sohn.

Das Gesetz der Stille gebrochen

Der Vorfall an sich ist unproblematisch, da niemand (ausser Brentjens und van der Poel) weiss, was im Koffer drin war und was damit gemacht wurde. Wesentlich relevanter sind in den Schilderungen von Visser, was in der Folge passiert ist. Visser reagierte damals auf den Vorfall mit Diskretion, Brentjens verdankte es gemäss dem Blog-Beitrag mit Freundschaft. Bis zu einem Abend im Kreis der Familie von Brentjens. Brentjens Senior soll damals zu Visser sagt haben, er müsse härter trainieren. Die Antwort von Visser: «Ich glaube nicht, dass dies das Problem ist. Ich glaube, ich brauche einen besseren Arzt.» Das war das Ende der Freundschaft. Brentjens habe in der Folge nicht mehr mit Visser gesprochen. Der Kanadier wurde seinen eigenen Aussagen gemäss in der Folge vom holländischen Team förmlich gemobbt. Visser schreibt dazu: «Ich habe das Gesetz der Stille gebrochen und Captain Bart beschloss, mich auszuschliessen.»

Bart Brentjens gewann im Jahr dieses Vorfalls schliesslich den Gesamtweltcup, wurde ein Jahr später Weltmeister und nochmals ein Jahr später in Atlanta Olympiasieger. Visser indes zog sich aus dem Rennsport zurück und etwa zur gleichen Zeit auch US-Legenden wie Ned Overend und John Tomac. Tomac hat seinen Rücktritt vom Rennsport im Alter von gerademal 29 Jahren unter anderem mit den unsauberen Methoden der damals aufkommenden Euro-Szene begründet. Brentjens selber prägte ein weiteres Jahrzehnt den internationalen Mountainbike-Rennsport. Zehn Jahre nach den Olympischen Spielen in Atlanta fand schliesslich dann dank viel Vorarbeit von Brentjens auf der niederländischen Karibikinsel Curaçao ein Weltcuplauf statt. Die Rennfahrer von damals wunderten sich nachträglich über die ausgebliebenen Dopingkontrollen. Gewonnen hat das Rennen Bart Brentjens.

Sind Vissers Aussagen glaubwürdig?

George Visser wirbelt nun mit seinem Blog-Beitrag einiges an Staub auf. Es sind dies seine individuellen Aussagen, die aufgrund fehlender Zeugen und der sehr langen Zeitdauer nicht erhärtet werden können. Bekannte von Visser und ehemalige Rennfahrer bezeichnen Visser aber als integre Persönlichkeit. Die Glaubwürdigkeit seines Beitrags wird auch darin gestützt, als dass Visser ein Vierteljahrhundert nach dem Vorfall niemandem im Rennsport mehr gerecht werden muss. Es scheint Visser um sein persönliches Engagement für einen sauberen Radsport zu gehen. Nichts desto trotz bleibt festzuhalten: Brentjens wurde in seiner Radsportkarriere nie des Dopings überführt und auch die Aussagen von Visser sind keine Beweise sondern Indizien. Heute ist Brentjens Teammanager des «CSP PostNL Racing Teams» und Co-Kommentator auf Red Bull TV der Weltcuprennen und auch der unmittelbar bevorstehenden Weltmeisterschaften in Leogang.
 

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