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Wie kann man in Corona-Zeiten in der Schweiz Velos bauen?

Portrait Reto Meyer

Das Umfeld ist schwierig und ändert sich rasant, das Beschaffen von Komponenten wird teurer und die Lieferzeiten immer länger. Wie kann man in diesem Umfeld in der Schweiz Fahrräder bauen, die in einem Baukasten-System nach Kundenwunsch gefertigt werden? Reto Meyer, CEO der Schweizer Fahrradmanufaktur Tour de Suisse, gibt einen Einblick.

Ride: Wie ist die Liefersituation bei der Tour de Suisse Rad AG aktuell?

Reto Meyer: Die Nachfrage ist weit über dem Vorjahr. Trotz steigender Planzahlen greifen wir heute auf Bestände weiter vorne in der Saison. Noch haben wir alle E-Bike-Modelle innerhalb der Saison verfügbar, teils kurzfristig, aber teils erst auf den Frühsommer wieder.

Wie gestaltet sich die Arbeit mit den Lieferanten?

Die Logistik ist massiv gestört, die Industrie extrem gefordert und die Zuverlässigkeit der Anlieferung nimmt spürbar ab. Dies erfordert flexible Lösungen und spontane Anpassungen der Produktionsplanung. Die langen Leadtimes werden mittelfristig Lücken im Modelljahr 2021 verursachen, die wir erst wieder im Modelljahr 2022 schliessen können.

Wie gestaltet sich die à la carte-Produktion, bei der ein Fahrrad auf Kundenwunsch bereitgestellt und produziert wird?

Unsere à la carte-Fertigung funktioniert weiterhin gut, wir haben hierfür neben Lagerbestellungen und Vororders der Händler anteilige Montagekapazitäten für eingehende Kundenbestellungen reserviert. Die lokale und individuelle Montage kann in so anspruchsvollen Situationen Ihre Stärken ausspielen und verfügbare Modelle erreichen den Händler nach wie vor innert 3 – 4 Wochen.

Wie gestaltet sich die Situation bei den Preisen?

Die Lieferanten geben vermehrt Preisanpassungen nach oben an uns weiter. Diese höheren Preise wirken sich voraussichtlich erst gegen das letzte Saisonquartal 2021 aus. Mit dem stärkeren Franken liessen sich bis anhin solche Faktoren anteilig auffangen. Wir bevorzugen Stabilität und wollen die Lieferanten-Preisanstiege im Sinne stabiler Modellpreise möglichst kompensieren. Unsere unverbindlichen Verkaufspreise sollen im Modelljahr 2021 also stabil bleiben. Die bis zu Faktor 5 gestiegenen Logistikkosten mussten wir anteilig ab 1. März an die Kunden weitergeben.

Wie ist der Ausblick auf des Modelljahr 2022?

Wir erwarten weiter eine angespannte Beschaffungszeit. Leadtimes von bis zu 24 Monaten sind anspruchsvoll zu handeln, speziell für uns als à la carte-Spezialisten. Die Preise werden weiter ansteigen und im neuen Modelljahr im UVP dann auch sichtbar werden. Die Logistik spielt eine zentrale Rolle und unsere Logistiker rechnen vorerst nicht mit einer Entspannung. Dies wird die Preise weiter erhöhen.

Wie und wann könnte sich die Lage entspannen?

Ob eine Entspannung eintritt, werden wir wohl erst im zweiten Quartal von 2021 absehen können. Dies auch nur dann, wenn mögliche OEM-Orders (Bestellungen der Fahrradhersteller bei den Komponenten- und Rahmenhersteller, Anm. d. R.) die als Sicherheitspuffer platziert wurden, im erheblichen Umfang storniert und so Kapazität freigegeben würden. Noch sieht es nicht nach einem solchen Szenario aus. Vorab bleibt die Nachfrage höher als das Angebot. Bei allem muss sich aber auch noch über die Saison bestätigen, dass der Sell-In an den Handel auch Out geht, was sich bis anhin so zeigt.

In dieser schwierigen Situation, gibt es auch positive Aspekte?

Das Velo und das E-Bike sind durch die Pandemie stärker im Bewusstsein verankert und es wird nachhaltig den Mobilitätsmix bereichern. Die starken Nachfrageänderungen führen kurz- und mittelfristig aber dazu, dass das Wunsch-Velo ein rareres Gut wird. Das erhöht letztlich die Wertschätzung und impliziert auch, dass es ein komplexes Produkt geworden ist. Es lässt sich halt nicht so einfach skalieren wie Online-Dienste.

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