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Weltcup-Rückblick, WM-Vorschau und was Corona damit zu tun hat

Vom 29. September bis am 04. Oktober wurde in Nove Mesto die kürzeste, mit vier Rennen innert sechs Tagen aber wohl intensivste Weltcup-Saison der Mountainbike-Geschichte abgehalten. Es war aber auch eine der Spannendsten überhaupt, dies dank dem Nachwuchs, und vielleicht auch etwas wegen des Corona-Virus? Und was bedeutet das für die Weltmeisterschaften?

Jung, schnell und konstant

Loana Lecomte, Evie Richards und Laura Stigger bei den Frauen, Simon Andreassen, Milan Vader, Max Brandl, Jose Ulloa und Filippo Colombo bei den Männern: Es sind für einmal nicht die alten Hasen, welche den Weltcup-Auftakt prägten. Es war erfrischend zu sehen, wie die Jungen Fahrer plötzlich das Renngeschehen im Short Track und im Cross Country bestimmten – zu einem kleinen Teil mit etwas jugendlicher Unbekümmertheit, vor allem aber auch mit taktischem Gespür, guter Kräfteeinteilung und Mut.

Wurden die ersten Durchgänge von Short Track und Cross Country gänzlich von den Jungen dominiert, waren beim zweiten Durchgang die Routiniers wachgerüttelt, die Jungen aber nicht weg. Die beiden U23-Fahrerinnen Loana Lecomte (FRA) und Laura Stigger (AUT) haben bei der Elite vor allem mit konstanten Leistungen überrascht. Zu schade, fahren die beiden an den Weltmeisterschaften wieder bei den U23. Aber auch Evie Richards überraschte nicht nur mit ihren zwei Short-Track-Siegen, landete sie in ihrem ersten Elite-Jahr auch im Cross Country zwei Mal in den Top-10.

Dasselbe bei den Männern: Simon Andreassens Sieg im ersten Cross-Country-Weltcup war sicherlich die grosse Überraschung – auch weil der Däne aus dem Mittelfeld starten musste.  Beim zweiten Weltcup durfte er dann auch im Short Track an den Start, fuhr dort auf Platz acht, im Cross Country am Sonntag auf Rang 13. Diese Platzierung scheint nicht sonderlich spektakulär, doch ist diese Leistung in diesem dicht bepackten Starterfeld sehr beachtlich.
Beim Dänischen Meister ist dieser Sprung umso erstaunlicher, da er während seinen U23-Jahren nicht den Anschein machte, dass er bei der Elite schnell Fuss fassen könne. Nun hat er alle Kritiker eines Besseren belehrt.

Auch der Schweizer U23-Abgänger Filippo Colombo liefert bei seinen ersten Elite-Weltcups eine beachtliche Vorstellung. Vierter im ersten Short Track, 14. im ersten und Zehnter im zweiten Cross-Country-Rennen sind seine stolze Ausbeute. Auch bei ihm war ein solch starker Kategorienübertritt nicht zu erwarten.

Corona und die Rennfahrerpsyche

Vier Rennen in sechs Tagen sind in dieser Intensität ein zähes Programm, das man nur bedingt mit Etappenrennen vergleichen kann. Der Charakter, dass der Körper fast jeden Tag stark gefordert wird, ist hingegen sehr ähnlich. Über den Daumen gepeilt, liegen die älteren, routinierten Fahrer dabei im Vorteil. Denn die körperliche Ausbildung junger Rennfahrer ist oft noch nicht derart fortgeschritten, um über mehrere Tage solche Leistungen zu erbringen.
Die Gründe, weshalb gerade U23 und U23-Abgänger die gestandenen Profis derart aufmischten, sind somit nicht nur in der Physis zu suchen.

Zwar verkraften junge Sportler kürzere Wettkämpfe tendenziell besser als lange Rennen wie Marathons, aber sie verkraften wohl andere «Belastungen» deutlich besser als ihre routinierten Kollegen – die Corona-Pause.
Natürlich kann es auch am Training liegen aber wenn auffallend viele Junge Athleten nach einem Jahr Weltcup-Pause derart stark wieder in diesen einsteigen, liegt folgende Theorie auf der Hand. Ältere, routinierte Rennfahrer haben viele Saisons im ähnlichen Muster im Unterbewusstsein gespeichert. Je mehr es sind, umso schwieriger ist es aus diesem Muster auszubrechen. Junge Fahrer hingegen sind diesbezüglich noch kaum «verbraucht». Ihr Unterbewusstsein reagiert weitaus flexibler auf solch drastische Veränderungen im Rennkalender.

In den im Unterbewusstsein gespeicherten Muster eines älteren, routinierten Athleten fehlen schlicht die grossen Rennen. Physisch ist er ebenso stark, wenn nicht stärker. Die Psyche wird hingegen von diesen eingefahrenen Mustern gebremst und ist noch nicht 100 Prozent bereit, vielleicht macht das nur ein Prozent oder ein halbes aus. Es reicht aber bereits, dass es nicht für die vordersten Plätze reicht. Das ist nicht mit einer mentalen Schwäche zu verwechseln, es passiert ohne dass sie es merken, geschweige denn wollen.

Dass beim zweiten Weltcup in Nove Mesto wieder mehr Routiniers am Drücker waren, bestätigt die Theorie. Nach dem ersten Weltcup stimmte der mentale Reiz wieder mit den Mustern im Unterbewusstsein überein.

Die Weltmeisterschaften der Youngsters?

Dank der zwei Weltcup-Rennen im Vorfeld dürften auch die Cross-Country-Rennen von Samstag sehr spannend werden – trotz grösseren Zeitabständen die bei den Frauen entstehen könnten.
Zuvorderst wird sicherlich Loana Lecomte zu erwarten sein, mit dem Ausgang des Elite-Rennens wird sie aber nichts zu tun haben. Mit 21 Jahren muss sie an den Weltmeisterschaften in der U23-Kategorie fahren, und bestimmt wird der Titel über sie gehen. Mit Laura Stigger hat die Französin ihre wohl schärfste Konkurrentin verloren. Die Österreicherin muss auf den Start verzichten, da sie unter einer Magen-Darm-Infektion leidet.

Weil Stigger und Lecomte fehlen, werden es die Elite-Frauen nicht viel einfacher haben. So steht die Titelverteidigerin Pauline Ferrand Prevot keinesfalls überlegen da. Anne Terpstra (NED) ist nach ihrem zweiten Platz in Nove Mesto hungrig auf mehr und auch Ferrand Prevots französische Landsfrau Lena Gerault und Rebecca McConnel (AUS) dürfte vorne ein Wörtchen mitreden.
Und die Schweizerinnen? Waren Sina Frei und Alessandra Keller in Nove Mesto noch ausser Reichweite der Spitze, könnte sich auch das ändern. Die Strecke ist nach wie vor in einem schlechten Zustand, was den starken Technikerinnen zugutekommen kann, genauso wie der Britin Evie Richards und ihrer Schweizer Team-Kollegin Jolanda Neff. Ist sie nach ihrer Erkältung wieder voll bei Kräften, ist Neff alles zuzutrauen.

Die Youngsters dürften bei den Elite-Männern tatsächlich eine grössere Rolle spielen als bei den Frauen. Mit Simon Andreassen und Milan Vader haben zwei Junge ihre Podestchancen untermalt und auch Alan Hatherly (RSA), Maximilian Brandl (GER) und Filippo Colombo (SUI) können für eine Überraschung gut sein.
Doch wie bereits erwähnt, die Routiniers sind geweckt. Die Rechnung wird also keinesfalls ohne sie beglichen. Neben Titelverteidiger Nino Schurter stehen mit Henrique Avancini (BRA), Maxime Marotte, Jordan Sarrou und Victor Koretzky (alle FRA), sowie den Schweizern Mathias Flückiger, Lars Forster und Thomas Litscher eine geballte Ladung an «Big Dogs» an der Startlinie, die ganze vorne etwas mehr als nur ein Wörtchen mitreden können.

Start der U23-Frauen ist am Samstag, 10. Oktober um 10.00 Uhr, die Elite-Frauen um 12.15 Uhr die Elite-Männer gehen um 14.45 Uhr ins Weltmeisterschaftsrennen.

www.redbull.com/int-en/events/uci-mountain-bike-championships-leogang

 

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