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Was Mountainbiken mit der Ausländerthematik zu tun hat

Schwarzes Schaf aus SVP-Kampagne

Bei der Diskussion um die Zuwanderung gibt es eine simple Gleichung: je weniger Ausländer in einer Region, desto grösser ist die Angst vor ihnen. Genau gleich verhält es sich mit den Mountainbikern, meint Thomas Giger im Blog-Beitrag. Bei der Debatte um die Trail-Koexistenz geht es im Kern um Fremdenfeindlichkeit. Nämlich um die Angst vor dem Anderen, dem Fremden.

Man stelle sich vor dem geistigen Auge zwei Landkarten vor. Auf der einen sind jene Regionen markiert, wo viele Mountainbiker unterwegs sind. Graubünden, Wallis, Tessin. Die Trail-Hotspots eben. Auf der anderen Karte sind Gebiete markiert, wo am heftigsten über die Mountainbiker diskutiert wird. Die Ostschweiz, das Berner Oberland, Teile der Zentralschweiz. Und nun lege man diese beiden Karten zum Vergleich übereinander. Man sieht: Die Mountainbiker werden primär da als Problem betrachtet, wo sie kaum in Erscheinung treten. Je weniger Mountainbiker desto hitziger die Debatten.

Nun ersetze man in obigem Abschnitt das Wort «Mountainbiker» durch den Begriff «Ausländer». Fällt etwas auf? Auch die Ausländerfrage wirft da die höchsten Wellen, wo deren Anzahl am kleinsten ist. Im Appenzell, im Muoatatal, im Entle­buch ist die Furcht vor dem Fremden in der Regel am grössten – obschon man hier faktisch unter sich ist. In urbanen Metropolen mit traditionell höherem Ausländeranteil ist der Umgang mit dem Fremden unkomplizierter. Will heissen: je weniger Ausländer desto hitziger die Debatten – genau wie bei den Mountainbikern.

Es gibt noch eine weitere Analogie zwischen den Mountainbikern und den Ausländern: jene des Sündenbocks. Auf den Trails tragen die Mountainbiker die Schuld an allem Übel: offene Zäune, kaputte Wege, erschreckte Tiere, ausgestorbene Pflanzenarten. Gleiches gilt für die Ausländer: erhöhte Kriminalität, belästigte Frauen, Drogen­handel. Der einzige Unterschied: Bei den Ausländern wird der Schwarze Peter regelmässig weiterge­geben. Einst hatten ihn die Italiener, später die Spanier, dann die Türken, die Jugo­slawen, die Tamilen, und heute müssen die Eritreer den Kopf hinhalten. Auf dem Trail ist wenigstens der Sündenbock seit Jahr und Tag der gleiche: der Mountain­biker.

Die Analogie mit den Ausländern zeigt: Es geht bei der Diskussion um die Nutzung der Trails im Kern gar nicht um das Verhalten der Mountainbiker. Es geht um die Angst vor dem Anderen, vor jenen, die nicht gleich sind. Wer anders ist, wird abgelehnt. Beispiel gefällig? Kein Wanderer stört sich ab den Trailrunnern, obschon er beim Aufeinandertreffen genau gleich weit zur Seite stehen muss wie bei einem Mountainbiker. Nicht selten ist die Geschwindigkeit der Trailrunner nicht weit weg von denen der Mountain­biker. Der Grund für das problemlose Neben­einander: Der Trailrunner ist für die Wanderer im Prinzip einer von ihnen, nur etwas schneller. Er unterscheidet sich zwar nicht wesentlich vom Mountain­biker, aber ganz offensichtlich gilt auf dem Trail wie auch im «richtigen» Leben: Wenn zwei das gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe. Ist bei den Mountainbikern so. Und den Ausländern.
 

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