Trails am Höhronen: Die Zwischenbilanz ist positiv, aber ... | Ride Magazin

Trails am Höhronen: Die Zwischenbilanz ist positiv, aber ...

Seit dem Sommer 2022 gibt es offizielle Trails am Höhronen, sie sollen die illegal Geschaufelten überflüssig machen. Nach einer Saison sind die Beteiligten zufrieden. Doch ab dem 1. Dezember sind die Trails gesperrt bis am 31. März.

Höhronen Mountainbike Mad Grouse Trails

Dieser Konflikt hat offenbar etwas Positives hervorgebracht: Die offiziellen Trails am Höhronen wurden möglich, weil die Korporation, der der Wald gehört, den Bikern ein letztes Angebot machen wollte. Funktioniert das nicht, gibt es Verbote, war die Ansage. Ob diese die erhoffte Wirkung gehabt hätten, ist unerheblich, denn die offiziell erlaubten «Mad Grouse Trails» haben die lokalen Biker, die dahinter stehen, ebenso überzeugt, wie Pirmin Schuler, den Förster der Korporation.

«Bis jetzt bin ich sehr zufrieden und es funktioniert überraschend gut, die meisten Biker fahren über die offiziellen Trails. Ebenfalls werden die Verhaltensregeln bis jetzt gut eingehalten», erklärt Schuler. Auch Daniel Bürgi, der Vertreter der Mountainbiker am Höhronen weiss nur von positiven Reaktionen.

Der Förster befürchtet zu Beginn des Sommers – auch wenn die Medien über das Projekt berichteten – dass noch mehr Mountainbikerinnen am Höhronen unterwegs sein würden. Fahrtenzähler sind erst seit Beginn des Projekts im Einsatz, deshalb gibt es keine Vergleichszahlen. Bürgi meint aber, dass  Strava-Daten Hinweise darauf gäben, dass der Verkehr auf den Trails am Höhronen nicht deutlich zugenommen hat. Auch er treffe nicht mehr Biker an als früher. Wichtiger für die Zukunft des Projekts ist, dass auf den illegal in Eigenregie geschaufelten Trails deutlich weniger Biker unterwegs seien.

Die «Mad Grouse Trails» sind von Hand geschaufelt, wenn überhaupt baulich eingegriffen wurde. Sie sind weder verstärkt noch maschinell verdichtet. Dass diese Wege der Belastung nicht standhalten, ist zumindest gemäss Daniel Bürgi nicht eingetroffen. «Klar sieht nicht alles aus, wie am Anfang. Dass sich die Wege weiterentwickeln, finden wir ok, das gehört zu Natur-Trails, wie wir sie bauen.»

Wintersperre als Bewährungsprobe

Soweit sind also alle zufrieden. Doch jetzt kommt die nächste Bewährungsprobe: Die vier offiziellen Trails am Höhronen sind von Anfang Dezember bis Ende März komplett gesperrt. «Wenn das Wetter im Dezember schön ist, dann kann ich mir nicht vorstellen, dass sich alle an das Verbot halten», sagt Bürgi.

Für Förster Schuler ist klar: «Die Winterruhe muss eingehalten werden, auch das muss funktionieren.» Die Überwachung der Wintersperre ist also das Damoklesschwert über den Trails. Die Korporation Wollerau wolle das Angebot der vier Trails eigentlich aufrechterhalten, fügt er an, «es kommt ganz auf die Biker an.»

Das Monitoring der Wirkung der vier Trails am Höhronen gehört zu einem Projekt, das die Zürcher Hochschule der Angewandten Wissenschaften durchführt. Dieses läuft noch bis 2024. Solange werden auch die Trails bestehen bleiben. Die Bilanz 2024 wird dann darüber entscheiden, ob der Deal zwischen Bikern und Korporation Bestand hat.
 

Weitergehende Informationen

Höhronen in der Singletrail Map: map.ride.ch

 


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