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Thomas Litscher: «Mit den Ansprüchen auf dem Boden bleiben»

Am 22. Februar startet die Rennsaison mit dem Afxentia-Etappenrennen auf Zypern. Thomas Litscher, der Bronze-Medaillen-Gewinner an den Weltmeisterschaften in Cairns, ist seit dem Jahr 2009 dort Stammgast. Im Interview erklärt der jb-Brunex-Felt-Fahrer weshalb er auch dieser Jahr wieder in Zypern antritt und wie er seine Ziele für die anstehende Saison steckt.
 
Thomas Litscher ist ein freundlicher Mensch. Auf die Text-Nachricht mit der Anfrage für ein Interview, meldet er sich prompt – aus dem Sattel. Er ist am Trainieren, in seiner Heimat nahe des Bodensee fällt Schnee vom Himmel. Dass er am Trainieren ist, hört man kaum.
Für die folgende halbe Stunde befindet er sich noch beim Einrollen auf niedrigem Pulsniveau, bevor es dann in die intensiven Intervalle geht. «Das lenkt mich vom Wetter ab», erklärt er lachend, warum er trotz Training gleich zurückgerufen hat. Kein Wunder, dass er sich schon auf die Sonne Zyperns freut, die er in Kürze geniessen kann.
 
Thomas, die Cross-Country-Saison beginnt in Kürze. Wie geht es dir, wie ist das Training bis jetzt gelaufen?
Ich habe den Winter bis jetzt gut überstanden und habe gut trainiert. Aber ich bin froh, wenn es jetzt auf Zypern los geht. Das hilft einem den Fokus besser vor Augen zu bringen, auf das worum es geht.

Du fährst vom 22. bis 25. Februar das Afxentia-Etappenrennen. Das ist zwei Wochen vor dem ersten Weltcup-Rennen in Südafrika. Das heisst man muss schon jetzt in guter Form sein.
Klar, der erste Weltcup ist dieses Jahr sehr früh. Alle wollen da in Form sein. Aber aus Erfahrung weiss ich: Wenn ich zu früh in Form bin, dann passt es hinten raus in der Saison nicht mehr. Und haben wir ja die Weltmeisterschaften in der Schweiz. Es ist nicht so einfach, das richtige Mass zu finden. Aber ich denke, nach meinem Zypernaufenthalt wird es schon passen. Ich habe mir vorgenommen dort richtig hart zu trainieren und Rennen zu fahren.

Das bedeutet, die vier Etappen des Afxentia-Rennen wirst du als Training nutzen?
Jedes Rennen bedeutet für mich: all out. Wir reisen früher an, damit wir in der Wärme noch gut trainieren können. Auf den Etappen kann ich dann richtig harte Reize setzen, so dass es weh tut.

Lässt sich das im Training nicht auch simulieren?
Wenn du Gegner hast, dann geht das noch mal anders, dann kannst du noch mehr aus dir herausholen.  

Wenn du jetzt deine Form noch nicht ganz auf die Spitze treiben wollen, wie stellst du dir das dann für den Weltcup-Auftakt in Stellenbosch vor?
Was ich gehört habe, soll die Strecke dort technisch sehr anspruchsvoll sein. Ich denke, das könnte mir entgegenkommen. Das Ziel ist natürlich vorne rein zu fahren, aber das wollen alle. Top-10, Top-15 ist im Weltcup immer noch ein super Resultat, das werde ich anpeilen.

Als WM-Bronzemedaillengewinner wird man von dir..
...Litscher lacht...

Warum lachst du?
Alle meinen, wenn du WM-Dritter bist, dann musst du immer da vorne sein. Aber da haben viele Faktoren zusammengespielt. Sicher ist es das Ziel, das zu wiederholen, aber man muss darauf hinarbeiten, es muss alles passen. Ich habe ein neues Bike von Felt, das fühlt sich im Training gut an. Aber Rennen ist noch mal was anderes.

Hat WM-Bronze bei dir nicht auch die Erwartungshaltung verändert?
Ich würde sagen, mein Selbstvertrauen ist gestiegen. Es ist gut zu wissen, dass vieles möglich ist, wenn alles passt. Die Weltmeisterschaften im eigenen Land, in Lenzerheide, ist das Saisonhighlight, klar. Aber das ist erst im September.

Dein Landsmann Nino Schurter hat 2017 alle Weltcup-Rennen gewonnen und ist wieder Weltmeister geworden. Ist er dennoch schlagbar?
Nino ist auch nur ein Mensch. 2017 war seine Saison wirklich top, aber jetzt beginnt eine neue Saison. Ich denke, Ende Mai kann man dann einige Schlüsse ziehen. Ich fühle mich aber nicht als erster Konkurrent von Nino. Da gibt es Jaroslav Kulhavy, die Franzosen, meine Schweizer Kollegen. Ich will mit meinen Ansprüchen am Boden bleiben.

Noch mal zurück zu dem, was als nächstes kommt. Man darf dich auf Zypern schon als Stammgast bezeichnen.
Ja. Seit dem Jahr 2009 komme ich nach Zypern. Ich fühle mich wohl auf der Insel. Für mich ist das einfach die Gelegenheit gut zu Trainieren und beim Afxentia ein anspruchsvolles Rennen zu fahren. Drei Tage plus Prolog, das halte ich für einen guten Reiz.
 
www.activatecyprus.com
www.jbfelt.ch
 

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