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Test: Yeti SB115 – wenn ein CC-Bike zur Trail-Rakete mutiert

Yeti folgt dem aktuellen Trend hin zu Down-Country-Bikes und präsentierte schon 2020 das SB115. Dabei geht Yeti einen anderen Weg als die meisten Produzenten. Die Kultschmiede bringt nicht ein komplett neues Modell, sondern «upcyclen» ihr Cross-Country-Modell SB100: ein neuer Link und ein passendes Federbein und gut ist. Nein, nix gut. Extrem gut!

Ist es wirklich so einfach? Man nimmt eine Rahmenplattform – die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat – und «bohrt» diese mit einer neuen Anlenkung und einem passenden Federbein von 100 auf 115 Millimeter Federweg auf? Offensichtlich muss man die Welt nicht immer neu erfinden, sondern kann Gutes besser machen. Das spart Ressourcen, hält die Kosten tief und ist dadurch ökologisch sowie ökonomisch sinnvoll.

Schaut man sich die Geometriedaten des SB115 an, ist man über die konservativen Werte erstaunt. Sie entsprechen nicht der seit Jahren anhaltenden «Long, low, slack»-Ausrichtung. Doch das wirkliche Staunen folgt bei der ersten Testfahrt. Dieses Bike geht ab wie verrückt. «Haben wollen», sagt das Hirn. Vermutlich nicht gerade das Vernunftzentrum, aber der Bereich, der Freude erzeugt.

Ride hat beim Schweizer Yeti-Importeur nachgefragt, was dieses Bike auszeichnet:

  • Die Kombination von langem Reach, aggressivem Lenkwinkel und einem progressiven Hinterbau sorgt in dieser Federwegskategorie (130/115 mm) für ein souveränes Fahrverhalten im Downhill.
  • Optimale Traktion und Tretperformance dank «Switch Infinity»-Technologie
  • Super verspielt für ein 29er-Bike

Aussage von: Lorenzo Bastianon, Product Manager Bikes & Tech Brands, TST Trading GmbH
 

Besonderheiten

•    Switch-Infinity-Hinterbau
•    Zwei unterschiedlich produzierte Rahmen erhältlich: Standard und Turq (gewichtsoptimiert)
•    Einteiliger Hinterbau
•    Interne Tube-in-Tube-Leitungsführung 
•    Upcycling-Ansatz

In der Ebene

Das SB115 ist auf Tempo ausgerichtet. Leicht gestreckt nimmt man Platz und kommt dank des antriebsneutralen Fahrwerks sportlich voran. Zumindest bis es bergab oder über Wurzelteppiche führt. Sobald man tiefer in den Hub gerät, wird es softer. Das Fahrverhalten ist äusserst verspielt und verleitet zum Ausreizen des Geländes.

Berg hoch

13 Kilogramm sind für so ein «kleines» Bike keine Ansage. Die stabilen und auf die Abfahrt ausgerichteten Laufräder mit den robusten Reifen drücken auf die Waage. Trotz Mehrgewicht geht das Yeti flott bergauf. Nicht zuletzt wegen des ausgeklügelten Switch-Infinity-Systems. Fährt man Singletrails hoch, «lösen» sich die Stufen regelrecht auf, das SB115 flutscht einfach so drüber. Die Plattformunterstützung des Federbeins werden wohl nur wenige benötigen. 

Berg runter

Das Yeti hält schön die Spur und schluckt mehr als erwartet. Klar, es ist kein Enduro, das alles planiert, doch bei guter Linienwahl und etwas aktiver Fahrweise werden die Grenzen des Machbaren nach oben verschoben. Man erreicht zwar nicht denselben Highspeed wie mit einem 160-Millimeter-Bike, dafür geht es flotter durch die Kurven, weil man weniger stark anbremsen muss und so das Fahrwerk nicht so stark eintaucht. Schnelle, kleine Schläge werden gut absorbiert, für grosse braucht es ein bisschen Körpereinsatz und Fahrtechnik. Dass ein 115-Millimeter-Heck so viel Grip gewährt, ist beeindruckend, und es fühlt sich wieder so richtig nach Mountainbiken an. Ein Gefühl, das bei modernen, langhubigen Bikes etwas abhandengekommen ist.

Fazit

Das Yeti SB115 ist ein Down-Country-Bike, wie man es sich vorstellt. Es meistert den feinen Grat zwischen Wendigkeit und Laufruhe gekonnt und beweist, dass weniger auch mehr sein kann. Das Yeti liefert gefühlsmässig mehr Federweg, als es hat, und man muss nicht immer alles neu machen, sondern kann Bewährtes durchaus «upcyclen». Wer gerne mit dem Gelände spielt und Sprünge liebt, wird mit diesem Bike glücklich werden.

Empfehlung

Kombiniert man das SB115 mit einem leichten Radsatz und gut rollenden Allmountain-Reifen, sind dem Bike kaum Grenzen gesetzt. Die perfekte Rakete, um die Singletrails im Mittelland und in den Alpen zu rocken, oder seine Bikebuddys zu jagen.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 7490.00 (ab CHF 5990.00)
Gewicht: 13.2 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  130 mm vorne / 115 mm hinten
Federgabel: Fox 34 Factory Fit4 
Federbein: Fox Float DPS Factory EVOL 
Schaltung:  Sram X01 Eagle
Bremsen:  Sram G2 RSC, 180 mm
Kurbelgarnitur:  Sram X1 Eagle, 170 mm
Laufräder: DT Swiss XM1700 30 mm
Reifen:  V: Maxxis Minion DHF, 3C Maxx Terra Exo, 29 x 2.5 WT
H: Maxxis Aggressor Exo, 29 x 2.3 WT
Sattel: WTB Volt Custom Yeti
Sattelstütze: Fox Transfer, 150 mm
Vorbau: Race Face Turbine Basic, 50 mm 
Lenker: Yeti Turq, 780 mm, 20 mm Rise

Geometrie
Alle Daten hier: Link

Hersteller/Vertrieb
www.yeticycles.com / www.tst-gpr.ch

Testbericht erschienen in Ausgabe 02/2021 von Ride Magazin.

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