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Test: Transalpes E1 2022 – ein E-Bike ohne Motor?

Nein, ein E-Bike ohne Motor gibt es natürlich nicht, doch muss man schon sehr genau hinschauen, um ihn zu entdecken. Denn er ist einer der kleinsten auf dem Markt und wird vom Schweizer Hightech-Unternehmen Maxon hergestellt. Das Transalpes E1 ist aktuell das einzige E-MTB mit ihrem «Bikedrive Air»-System.

Das E1 ist ein Light-E-Bike, Motor und Akku wiegen gerade mal 3.5 Kilo, so viel wie die Batterie von anderen Bikes. Maxons «Bikedrive Air»-System unterstützt mit maximal 30 Newtonmeter und einer 250-Wh-Batterie. Die Ansteuerung erfolgt entweder über das ins Oberrohr eingelassene Bedienelement oder über den eleganten Kippschalter am Lenker von Zirbel. Alle E-Komponenten sind auf das wesentliche reduziert. Ein Koppeln des Systems mit einem Sigma-Velocomputer sowie entsprechende Apps erweitern die Möglichkeiten.

Das Test-Bike kommt mit einer Top-Ausstattung daher. Das Ziel des Herstellers ist es, die 16-Kilo-Marke zu unterbieten. Das hat er auch (fast) geschafft, zumindest ohne Pedale gewogen – was unverständlicher Weise Usus ist in der Bike-Branche. Wer kein Laufrad will, muss mit weiteren 400 Gramm rechnen.
 
Was das E1 so speziell macht, haben wir nachgefragt:

  1. Das Transalpes E1 ist mit einem Gewicht ab 15 kg das leichteste vollgefederte E-MTB.
  2. Das Transalpes E1 driven by maxon ist das erste hybride Mountainbike. Das E-MTB kann dank einzigartiger Freilauftechnologie mit und ohne Motorunterstützung gefahren werden.
  3. Das Transalpes E1 kann der Kunde mit einer grossen Auswahl an Bike-Teilen konfigurieren oder als Rahmenkit mit den eigenen Bike-Teilen selber aufbauen. 

Aussage von: Michel Juhasz, Inhaber, Transalpes Bikes

Besonderheiten

  • Light-E-MTB: 250-Wh-Akku mit 30 Nm Unterstützung
  • Antriebssystem «Bikedrive Air» des Schweizer Herstellers Maxon
  • Komplettintegration des Motors
  • Bedienelement im Oberrohr
  • Zirbel-Schalter für die Bedienung der Unterstützungsstufen
  • «Range Extender», zusätzlich montierbarer Akku mit weiteren 250-Wh-Kapazität
  • Vollladung in 3.5 Stunden 
  • Optionaler Velocomputer von Sigma
  • Konfigurierbare Ausstattung
  • Spritzschutz bei Hinterbauachse

In der Ebene

Der Light-Motor sorgt für angenehme Unterstützung und ist nicht so «schiebend» wie die grossen Pendants. Mit etwas höherer Kadenz als gewohnt fährt es sich am angenehmsten, so braucht man auch weniger Kraft. Das Fahrverhalten des E1 ist Trailbike-typisch wendig und verspielt. Das leichte Gesamtgewicht macht das Handling für ein E-MTB angenehm. Es macht Spass, durch flowige Trails zu düsen, wenn nur der Motor nicht so komisch klackern würde, als wäre im Getriebe was lose. Mehr dazu weiter unten.

Berg hoch

Der Maxon-Motor bietet drei Unterstützungsstufen, wobei die beiden niedrigeren ab Werk nur wenig Support bieten. Das lässt sich aber via App anpassen. Mit der mittleren Stufe fährt sich das Bike ähnlich wie ein Sub-12-Kilo-Bike hoch, da brennen einem nach 45 Minuten auch etwas die Beine.

Wer schnell bergauf will, braucht auch mit maximaler Unterstützung seine Muckis, denn es ist ein Fahren wie mit «Rückenwind» und anders als mit klassischen E-Bikes. Das «Maxon Bikedrive Air»-System gewährt nur rund einen Drittel der Unterstützung von «normalen» Motoren der grossen Marken. Dafür ist der Support nicht so brachial, was speziell auf schmalen Singletrails ein Vorteil ist. Das E1 zeigt sich als guter Kletterer und verliert selten den Grip, die Sensorik verhindert ein Durchdrehen des Hinterrads effizient.

Berg runter

Mit gerade mal 16.3 Kilo fährt sich das Transalpes fast wie ein «normales» Bike. Tritt man über die 25-km/h-Grenze, klinkt sich das Getriebe unmerkbar aus. Das E1 liegt mehr wie ein klassisches Trailbike auf dem Grund, nicht so satt wie die schwereren E-Bikes. Infolge des straffen Fahrwerks fährt es sich wie eine sportliche Cross-Country-Maschine mit viel Federweg. Es hat ein leicht nervöses Lenkverhalten und gibt bei hohen Geschwindigkeiten und groben Schlägen einiges an den Fahrer weiter. 

Der Maxon-Antrieb

Die Performance des Motors und auch die Akkukapazität begeistern durchs Band, ebenso die einfache Bedienung. Wäre da nicht die Geräuschkulisse des Antriebs. Sobald kein Zug auf der Kette herrscht, rasselt und klackert es störend, speziell bergab auf ruppigen Strecken. Tritt man in kleinen Gängen rückwärts, entstehen weitere Geräusche. Und der Freilauf fühlt sich sehr komisch an, als wäre etwas lose. Liegt die Kette über der Mitte der Kassette – und hat somit mehr Zug –, passiert das nicht. Solche Geräusche kennt man von anderen Herstellern auch, aber nicht in diesem Ausmass. Auf Rückfrage bei Transalpes stellt sich heraus, dass das Geräusch vom Freilauf des Getriebes kommt und von der Karbonkurbel verstärkt wird. Letztere werde in Zukunft nicht mehr eingesetzt. Als gestandener Tester lässt man sich von Worten nicht beeindrucken, das Bike geht zurück und ein neues wird geordert. Wenige Tage später ist das Bike zurück, neu mit Alukurbel und einem Laufradsatz mit DT-Nabe, bei der von Tune (Erstauslieferung) war wohl was im Argen. Das E1 hat dadurch etwas zugelegt und wiegt nun 16.6 Kilo. Zudem wurde die neuste Firmware und das neuste Factorysetting von Transalpes aufgespielt. Und siehe da, das Klackern ist zwar nicht weg, aber deutlich leiser. Gemäss Maxon laufen aktuell einige Bestrebungen, um die Geräusche zu reduzieren. Bei den Prototypen mit Aluminiumrahmen war das System sehr leise. Die jüngsten Erkenntnisse mit den finalen Karbonrahmen fliessen nun in die Weiterentwicklung ein. Leider wirkt der Karbonrahmen wie ein Verstärker.

Zur Geräuschproblematik gibt Maxon auf Anfrage folgende schriftliche Erklärung ab: «Wir haben bei der Entwicklung des Freilaufs maximalen Wert auf ein einzigartiges und natürliches Fahrgefühl gelegt – im unterstützten sowie nicht unterstützen Betrieb. Diese Konstruktion kann teilweise zu den beschriebenen Geräuschen führen. Sie hängen jedoch auch stark von der Kinematik des Hinterbaus, dem Nabenfreilauf sowie der Kettenspannung ab und können über den Rahmen verstärkt werden. Bei Karbonrahmen mit grossen Querschnitten ist das z.B. eher der Fall als bei dünneren Alurahmen. Maxon arbeitet bereits an Möglichkeiten, diese Geräusche weiter zu minimieren.» Thomas Steger, PM Business Development eMobility, Maxon Motor.

Fazit

Das Transalpes E1 mit dem Maxon-Motor ist durchaus ein spannendes Konzept. Die maximale Integration und Reduktion der Elektrobauteile gefällt. Das Bike ist nichts für wilde Gemüter, die gerne mit Vollgas ruppige Strecken befahren. Es richtet sich eher an sportlich orientierte Biker, die ein E-MTB wollen, aber dennoch bereit sind, Muskelkraft einzusetzen. Auf moderatem Terrain und auf Flowtrails hat das Bike mit einem guten Fahrverhalten überzeugt. Der Motor begeistert, die Funktionalität des Getriebes grundsätzlich auch, nur von der Geräuschkulisse her nicht. 

Empfehlung

Das Transalpes E1 ist auch mit einer 150-Millimeter-Federgabel erhältlich, das bringt sicher etwas mehr Ruhe ins Fahrverhalten. Leichte Fahrer sind gut beraten, das Heck etwas softer als gewohnt abzustimmen, das erhöht den Fahrkomfort um einiges.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 12’320.00 (ab CHF 7990.00)
Gewicht: 16.6 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  140 mm vorne / 130 mm hinten
Motor: Maxon Bikedrive Air System, 250 W, 30 Nm
Akku: Maxon, 250 Wh
Federgabel: Fox 34
Federbein: Fox Float X
Schaltung:  Shimano XTR
Bremsen:  Shimano XTR 4-Kolben, 203/180 mm
Kurbelgarnitur:  E*Thirteen, 165 mm
Laufräder: Hoops Carbon 927 Felgen, DT Swiss 240 Naben
Reifen:  V: Wolfpack Trail, 29 x 2.4
H: Wolfpack Trail, 29 x 2.25
Sattel: Selle Italia SLR Boost
Sattelstütze: Kindshock LEV Integra Karbon, 150 mm
Vorbau: Acros Stealth, 40 mm 
Lenker: Acros Stealth Carbon, 780 mm, 15 mm Rise

Geometrie

Alle Daten hier: Link

Hersteller

www.transalpes.ch

Testbericht erschienen in Ausgabe 79 von Ride Magazin.

 

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