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Test - Shimano XT Disc mit vier Kolben: What a Feeling!

Rund um den Jahrhundertwechsel hatte Shimano mit der BR-M755 bereits einen Vierkolben-Stopper im Portfolio, jetzt ist es wieder soweit: Die Japaner senden mit der BR-M8020 eine Alternative zur bekannten und weit verbreiteten XT-Bremse (die mit der Bezeichnung BR-M8000) ins Rennen. Das ist eine sehr begrüssenswerte Alternative: Mountainbikes mit modernen Geometrien, steifen Rahmen und breiten Felgen wie Reifen erlauben bergab regelrechte Tempoorgien, auch auf technisch schwierigen Strecken. Und das E-Mountainbike bringt meist weit über 20 Kilo Gesamtgewicht mit sich, die sich bergab sehr potent bewegen lassen. Eher selten ist aber an Enduros oder E-Fullies – wohl aus Preis- oder Gewichtsgründen - eine adäquat potente Bremse montiert. Mit der Folge, dass die Verzögerer Fading zeigen, die Handkräfte hoch sind oder die Bremskraft nicht ausreicht, um so fahren zu können, wie es das Fahrwerk eigentlich hergeben würde.

Die (einfache) Montage

Hier springt Shimano mit der vierkolbigen XT-Bremse in die Bresche. Die BR-M8020 hat alle Technologien – und den identischen, angenehm ergonomischen Hebel - des kleineren Pendants intus: Zu nennen ist da die (unkomplizierte) Verstellung der Hebelweite und (die eher schlecht als recht funktionierende Einstellung des) Druckpunkts. Entlüftet wird wie bekannt mit dem sogenannten One Way Bleeding mit einem Trichter am Hebel und einer Spritze an der Bremszange. Apropos Entlüften: Das war erfreulicherweise gar nicht nötig. Geliefert hat Shimano eine komplette BR-M8020 für vorne und hinten. Vorne war die Bremse flugs montiert. Doch am Hinterrad war am Testrad eine schnelles Wechseln der Bremse nicht möglich, da die Bremsaussenhülle intern verlegt ist und ein Wechsel eine aufwändige Demontage und Montage des Mittelmotors bedingt hätte. Auch die sonstige interne Verlegung der Bremsaussenhülle mit ein paar neckischen Kurven im Unterrohr des Rahmens und der Kettenstrebe links hätte einen Wechsel der Hülle mit viel Gefummel und Spezialwerkzeug mit sich gebracht.

Erfreulicherweise ist es möglich, an der BR-M8000 (zweikolbige XT) den Bremssattel zu demontieren und den Bremssattel der BR-M8020 (vierkolbige XT) zu montieren, mit der Bremsaussenhülle der BR-M8000 (Wenn auch Shimano keine offizielle Info anbietet, ob dieser Bremssattelwechsel zugelassen ist). Wer hier speditiv arbeitet, kann bei zwei entlüfteten Systemen einfach die Bremssättel quasi tauschen und die mit Mineralöl befüllte Bremse funktioniert löblicherweise ohne weiteres Entlüften. Das macht Laune, wenig Sauerei und spätestens bei interner Verkabelung der Hinterradbremse wahnsinnig viel weniger Arbeit.

Ein neues Bremsgefühl

So fährt sich die vierkolbige XT: Die stärkere Bremskraft - Shimano sprach hier bei der Ankündigung des Stoppers im August 2017 von rund 20 Prozent – ist gut spürbar. Besser spürbar ist ebenso, wenn die Beläge an der Scheibe anliegen. Am Bremshebel fühlt sich der Bremspunkt härter an und dieser Bremspunkt ist nach längerer Schleifbremsung spürbar weniger schwammig, der Bremspunkt am Hebel wandert nicht. Oder anders gesagt: Die neue XT zeigt deutlich weniger Fading, da vermutlich die Hitze durch «mehr Fleisch am Knochen» beim Bremskörper und den Belägen besser abgeleitet werden kann. Mit den HO1A-Harzbelägen bleibt die XT auch mit vier Kolben ihrem bisher bekannten Temperament treu: Die BR-M8020 ist kein brachialer Bremsanker, wie das Zweikolben-Pendant zeigt sie sich unauffällig zuverlässig und gut dosierbar. Bei langen Abfahrten, auf denen die Bremse stets im Schleifmodus ist, fühlt sich die Bremskraft nur leicht stärker an, jedoch ohne jegliches Fading. Das stärkt des Vertrauen in den Stopper. Weg ist das Gefühl der M8000 in steilen Passagen, das man noch mehr am Bremshebel ziehen möchte, aber auch wenn man das macht, nicht mehr Bremskraft freisetzbar ist.

Der Vergleich zur Saint

Eine Saint, oder eine Zee ist die BR-M8020 indes nicht. Auch wenn sich diese Modelle die Bauweise mit vier Keramik-Kolben mit zwei unterschiedlichen Durchmessern teilen und die 8020 bei genauerem Hinschauen der Saint am Sattel von der Formgebung her stark ähnelt. Eine Saint, oder Zee, bietet wesentlich mehr On-/Off-Gefühl: Diese Gravity-/Freeride-Stopper sind zwar auch gut dosierbar, man kann mit diesen aber brachialer in die Eisen steigen. Wer mit einer Saint einen etwas ungeübten Bremsfinger hat, kann durch die hohe Bremskraft herausgefordert sein, diese im Zaum zu halten. Wer hier unbedacht die Vorderradbremse anzieht, riskiert einen Abgang, die XT zeigt sich zahmer. Das stärkere Temperament der Gravity-Modelle liegt insbesondere an den original verbauten Metall-Belägen, die neue XT wird wohl bewusst mit Harzbelägen ausgeliefert.

Fazit:

Mit den getesteten Harzbelägen ist die neue vierkolbige XT-Bremse ein äusserst treuer, vertrauenserweckender, zuverlässiger und einfach zu montierender Stopper. Diese BR-M8020 ist kein brachialer Bremsanker, sondern stellt gut dosierbare Bremskraft zur Verfügung, die selbst in haarsträubenden Situationen ausreicht. Ein wandernder Druckpunkt ist nie ein Thema, im Gegensatz zum zweikolbigen Pendant. Shimano präsentiert mit der M8020 ein Art Volksverzögerer für viele Fahrstile und Einsatzbereiche, der sich bei der Bremskraft zwischen der zweikolbigen XT und der Zee positioniert. Die M8020 zeigt sich so gut dosierbar und standfest, dass es für Shimano-affine Produktmanager ab einem Mittelklasse-Preisniveau schon fast Pflicht sein sollte, diese Bremse an modernen Bikes zu spezifizieren. Und wer sich die Bremse im Nachrüstverfahren an Bord holt, wird das nicht bereuen.

Die Bremse ist voraussichtlich im Verlauf von Februar oder März 2018 im Fachhandel verfügbar. Angeboten werden einzelne Bremssättel (zum UVP von CHF 140.-) wie komplette Bremssets (zum UVP von CHF 210.- für vorne respektive CHF 215.- für die Hinterradbremse).

shimano-eu.com
www.fuchs-movesa.ch

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