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Test: Shimano EP8 Motor – mehr Power und dennoch schwächer?

Vor Kurzem hat Shimano ihren neuen Motor EP8 vorgestellt, der den E8000 ablöst. Der neue Antrieb unterscheidet sich nicht nur technisch vom Vorgänger, ganz nach der Shimano-Philosophie «Produkte für den Fahrer» soll der neue Motor das «natürliche» Fahrverhalten unterstützen. Was das heisst, haben wir herausgefunden.

Bei einem Presscamp in der Toskana sowie auf heimischen Trails in den Alpen wurde dem EP8 auf den Zahn gefühlt. Als Testbikes dienten ein Merida eOne-Sixty, ein Focus Jam2 sowie ein Bixs Sign E13 Dabei kam die Shimano-Werkseinstellung zum Zug und nicht das zweite Profil, das jeder Hersteller selbst aufspielen kann. Es bleibt anzumerken, dass man die Profile mit Shimanos E-Tube-App selbst anpassen und somit Einfluss auf das Fahrverhalten nehmen kann. 

Details zu den technischen Neuerungen des EP8 finden sich in folgendem Artikel: Vorstellung EP8

Im Einsatz

Aufsitzen und den Fuss aufs Pedal stellen oder gleich losfahren, endlich ist das möglich. Der Vorgänger war hier ein Sensibelchen, man musste ihn ohne Druck auf die Pedalen im Stand starten, sonst machte einem das System einen Strich durch die Rechnung. Das ging so weit, dass teilweise die Software zurückgesetzt werden musste.

Beim Anfahren gibt der Motor angenehm Kraft frei, ohne harsch zu reagieren. Tritt man ordentlich in die Pedalen, schieben einen die 85 Newtonmeter entsprechend voran. Fährt man in der Ebene langsam über die 25-km/h-Grenze, klinkt sich das Getriebe sanft aus und man pedalt mit leichtem Widerstand weiter. 
Wenn man jedoch ordentlich antritt und den Motor regelrecht an die Grenze jagt, ist das Ausklinken des Getriebes deutlich spürbar. Nicht wirklich störend, aber irritierend.

Tritt man mit «normaler» Kadenz, ist der EP8 sehr leise. Mit zunehmenden Umdrehungen wird er etwas lauter. Er ist aber nicht annähernd so laut wie der E8000 oder viele der Konkurrenten.

Fährt man mit normaler Anstrengung bergauf, ist die Unterstützung angenehm, ohne dass man das Gefühl hat, der Motor schiebe. Erst wenn man richtig in die Pedalen tritt, entfaltet sich die volle Kraft. So kann man selbst steuern, wie stark der Motor hilft. Das ist gerade in engen und steilen Kehren ein Vorteil. Wo einem früher schnell mal das Vorderrad entgegenkam, kann man sein Gefährt mit dem EP8 gut kontrollieren. Bleibt man dennoch mal an einem steilen Anstieg stehen und hat den falschen Gang drin, hilft die überarbeitete Software beim Anfahren. Die Zeiten, in denen man eine leichtere Übersetzung reinwürgen musste, um wieder losfahren zu können, sind vorbei. Selbst im Boost-Modus gelingt es gut, mit einem «strengen» Gang wieder die Fahrt aufzunehmen.

Wo man bei technischen Uphills mit dem alten Motor gerne mal mit einen durchdrehenden Hinterrad konfrontiert war, steuert die Software die Kraft nun viel besser und drosselt die Unterstützung entsprechend.

Die Beschleunigung geht sanfter vonstatten und die Durchzugskraft ist einiges höher als beim alten Modell. Das hat sich beim Dauer-Uphill-Test gezeigt. Dieser wurde im Boost-Modus und mit maximaler Tretkraft durchgezogen. Nach 40 Minuten waren 978 Höhenmeter gemeistert, die Akkuladeanzeige stand noch auf zwei von fünf Balken. Die Unterstützung war permanent gleich stark und brach nie ein. Der Test fand bei Dauerregen und Schneefall statt, eine Überhitzung des Motors war somit kein Thema. Eine Unterkühlung des Testfahrers auf der anschliessenden Abfahrt schon eher …

Ein weiterer Vorteil des EP8 ist, dass er weniger lang «nachdreht», wenn man aufhört zu treten. Beim E8000 hat das zu brüskem Schaltverhalten geführt. Neu hört der Motor schneller auf zu drehen, wenn man Druck von den Pedalen nimmt, und die Gänge werden sehr viel sanfter gewechselt, da weniger Zug auf der Kette herrscht. Das erhöht die Lebensdauer des Antriebs massiv.

Der neue Karbonlenker Pro Koryak E-Performance 

Das Merida-Testbike war mit dem neuen Systemkarbonlenker der Shimano-Tochtermarke «Pro» bestückt. Dieser kombiniert nicht nur die Lenkstange mit dem Vorbau, er integriert auch gekonnt das Shimano-Display. Der 800 Millimeter breite Lenker lässt sich auf 720 Millimeter kürzen, der Rise beträgt 20 Millimeter, der Upsweep 4 Grad und der Backsweep gar 11 Grad. Von vorne betrachtet wirkt alles edel und aufgeräumt, von oben her sieht er sehr futuristisch und gewöhnungsbedürftig aus. 
Bei den ersten Testfahrten hat der Koryak-Lenker mit guter Dämpfung und seiner ergonomischen Geometrie gepunktet. Über das Design lässt sich streiten, es ist der Schritt in eine neu Ära.
 

Fazit

Der neue Shimano EP8 hat 15 Newtonmeter mehr maximale Kraft als der Vorgänger, das merkt man im Direktvergleich sehr gut. Während der E8000 und andere Motoren einen regelrecht den Berg hochschieben, unterstützt der neue Shimano-Antrieb viel subtiler. Gefühlt ist man langsamer, gemessen jedoch schneller unterwegs als mit dem Vorgänger. Denn der EP8 ist nicht schwächer, er erfordert lediglich mehr Input vom Fahrer, um die maximale Leistung abzurufen.

Die zahlreichen Neuerungen bringen ein stark verbessertes Fahrerlebnis. Shimano hat den EP8 daraufhin entwickelt, dass er ein möglichst «natürliches» Fahrverhalten bietet. Über die Formulierung kann man streiten, aber Fakt ist, dass der neue Motor mehr die persönliche Kraft unterstützt, ohne zu schieben. Und das auf angenehme Art.

Das Einzige, das nicht gefällt, ist das Klackern des Innenlebens, wenn man ohne Motorenunterstützung bergab fährt. Offensichtlich hat ein Teil des Getriebes «Spiel» und das verursacht auf ruppigem Untergrund, wenn kein Zug auf der Kette herrscht, ein Geräusch.

Empfehlung

Es lohnt sich, die Einstellmöglichkeiten der App gut zu studieren und damit zu experimentieren. So kann man – ähnlich wie beim Fahrwerk – sein eigenes Setup erarbeiten und die Unterstützung so definieren, wie man es mag.

Hersteller/Vertrieb

www.shimano-steps.com

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