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Test: Norco Range C1 – ein Mittel gegen die Angst

Zum Zehnjährigen hat Norcos Enduro eine markante Überarbeitung erhalten. Neu kommt das Range mit einem High-Pivot-System analog dem DH-Modell Aurum daher. Kein Wunder, denn es wurde in Zusammenarbeit mit dem Worldcup-Downhill-Team von Norco entwickelt und soll speziell für den Renneinsatz konzipiert sein.

Das stark überarbeitete Range hat mit seinem Vorgänger nicht mehr viel gemeinsam, ausser dass es für den Race-Einsatz entwickelt wurde. 170 Millimeter Federweg hinten und vorn, 17 Kilo schwer, Stahlfederbein und High-Pivot-Umlenkung hören sich nach einem richtigen Bigbike an. Und das ist es auch. Schon beim Aufsitzen wird einem klar: Das ist kein normales Enduro, das ist eine Waffe für die Abfahrt.

Das Range wurde mit Norcos «Ride Aligned»-System designt. Die Lenkwinkel sind grössenspezifisch gewählt und fallen bei den kleineren Rahmen etwas steiler aus. Dadurch soll es für kleinere Fahrer leichter sein, genügend Druck auf das Vorderrad zu bringen. Das Modell ist in vier Grössen und in drei  Ausstattungsvarianten sowie als Rahmenset erhältlich.

Was macht das neue Range aus?

Das Hauptunterscheidungsmerkmal ist bestimmt der «High Virtual Pivot», der eine unglaubliche Präzision und Leichtigkeit in den schwersten Passagen erlaubt. Dabei hilft auch wie bei Norco üblich die grössenspezifische Geometrie. Es ist als reines Racebike designt und nicht für lange Touren gemacht. 

Aussage von: Mats Pfister, Indian Summer (Norco-Importeur Schweiz)

Besonderheiten

  • High-Pivot-System
  • Grössenabhängige Geometrie
  • Streben- und Aufschlagschutz
  • Ausfallenden und Bremsaufnahme
  • Stahlfederdämpfer, semi-integriert im Rahmen
  • Aufwendige Umlenkung des Federsystems
  • Unterrohrschutz für den Transport mit einem Pickup-Fahrzeug

In der Ebene

Die etwas gedrungene Sitzposition und das softe Heck vermitteln einem umgehend das Gefühl, auf einem Downhiller zu hocken. Den etwas schweren Mocken in Bewegung zu bringen braucht Kraft, doch dank gutem Momentum kommt man auch auf flachen Trails ordentlich voran. Der verspielte Charakter lässt einen den kürzesten Weg zur nächsten Abfahrt wählen, denn dort gehört das Range hin.

Berg hoch

Doch bevor es runtergeht, muss man meist hoch. Hier wählt man am besten einen Shuttle oder eine Bahn. Das will nicht heissen, dass dieses Bike schlecht «klettert». Das Heck geht mit viel Traktion über Hindernisse, doch das hohe Gewicht und das weiche Fahrwerk verleiten nicht dazu, bergauf Kräfte zu verschwenden, die man lieber in der Abfahrt einsetzt.

Berg runter

Es gibt Bikes, an die man sich erst mal gewöhnen muss. Beim Range ist das anders, hier fühlt man sich gleich wohl und merkt schnell, dass diesem Bike beinahe keine Grenzen gesetzt sind.Obschon das Bike einen sehr langen Radstand hat, fährt es sich unglaublich verspielt und fast schon nervös. Es ist nicht so lenkpräzise wie andere, doch meistert es schnelle Richtungswechsel und enge Kurven, wie es sich für einen Meister seiner Klasse gehört. Das Range ist bestens ausbalanciert und gibt dank der hohen Front in sehr steilem Gelände viel Sicherheit. Um diese Maschine auszureizen, muss man sich stark mit der eigenen Angst auseinandersetzen. Bisher unfahrbares Terrain ist auf einmal machbar und reizt einen noch mehr, ins Extreme zu gehen. Sind die inneren Widerstände überwunden und das Vertrauen in das Bike voll da, wird man mit Endorphin sowie High Fives von Freunden überschüttet. Mit diesem Norco traut man sich, technisch anspruchsvolles Gelände sowie Topspeed-Sektionen und Jumps zu wagen, die bis anhin nicht machbar waren.

Fazit

Dass Norco seine Bikes in Regionen wie Whistler und Squamish entwickelt, merkt man dem Range an. Geht nicht, gibt’s nicht – solange es nicht übertrieben wird, meistert man mit diesem Geschoss auch Trails von höchstem Schwierigkeitslevel. Dank dem High-Pivot-System weicht das Heck bei Hindernissen erst nach hinten aus, so wird spürbar mehr Schwung mitgenommen und der Bodenhalt ist enorm. Dass es weniger Pedal-Kickback gibt, ist kaum merkbar.

Empfehlung

Das Norco Range ist ein wahres Bigbike – oder ein Freerider, wie dieses Segment früher genannt wurde. Sein Einsatzgebiet sind anspruchsvolle Trails und Bikeparks. Wer ein effizientes Enduro sucht, ist damit falsch bestückt, als Mini-DH-Bike macht es da eine bessere Falle. Wer sich mit grossen Sprüngen oder sehr steilen Abfahrten schwertut, soll mal das Range testen. Wer weiss, vielleicht gelingt schon bald Ungeahntes.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 9999.00 (ab CHF 6499.00)
Gewicht: 17.0 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  170 mm vorne / 170 mm hinten
Federgabel: Fox Factory 38, Grip 2, Float
Federbein: Fox DHX2 Factory Coil, Custom Tune
Schaltung:  Sram X0/X01 Eagle
Bremsen:  Sram Code RSC, 200 mm
Kurbelgarnitur:  Sram X1 Eagle Carbon, DUB, 170 mm
Laufräder: Felgen: DT Swiss EX 1700
Naben: DT Swiss 350
Reifen:  V: Maxxis Minion, DHF, 3C Maxx Terra, Exo+, 29 x 2.5 WT
H: Maxxis Assegai, DD, 3C Maxx Grip, 29 x 2.4 WT
Sattel: Ergon SM10 Enduro Comp
Sattelstütze: One Up Adjustable Dropper, 180 mm
Vorbau: No Name, 40 mm 
Lenker: Deity Skywire Karbon, 800 mm, 25 mm Rise

Geometrie

Alle Daten hier: Link

Hersteller

www.norco.com

Testbericht erschienen in Ausgabe 79 von Ride Magazin.

 

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