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Test: Marin Wolf Ridge 9 – Der softe Blickfang mit verzeihendem Charakter

Es ist wohl eines der interessantesten Federungssysteme auf dem Markt – das «Naild R3Act 2 Play». Marin hat dieses an ihrem Enduro-Bike «Wolf Ridge» verbaut, wo es 160 Millimeter Federweg bietet. Es soll dank virtuellem Drehpunkt, der über einen Slider geführt wird, überaus Antriebsneutral sein, aber gleichzeitig beste Federungseigenschaften bieten. Ob die Angesagte zutrifft, verrät der Test.

Es ist wohl eines der interessantesten Federungssysteme auf dem Markt – das «Naild R3Act 2 Play». Marin hat dieses an ihrem Enduro-Bike «Wolf Ridge» verbaut, wo es 160 Millimeter Federweg bietet. Es soll dank virtuellem Drehpunkt, der über einen Slider geführt wird, überaus Antriebsneutral sein, aber gleichzeitig beste Federungseigenschaften bieten. Ob die Angesagte zutrifft, verrät der Test.
 
 
Man kann das Wolf Ridge mögen oder nicht, aber es ist wegen seines Hinterbaus zweifelsohne ein Hingucker. Der Rahmen des Twentyniners besteht aus Carbon, mit Ausnahme von der Dämpferanlenkung, dem unteren Link sowie dem Slider. Letzterer verfügt über einen Dekompressionsknopf am oberen Drehpunkt, damit entstehender Überdruck dessen Funktion nicht beeinträchtigt. Die aufwändige Hinterbaukonstruktion drückt etwas aufs Gesamtgewicht und bringt so xx Kilogramm auf die Waage. Bergab ist das kein Problem, aber bergauf? Bei der Geometrie hebt sich das Marin etwas von seiner Konkurrenz ab. Mit 73.5 Grad ist sein Sitzwinkel nicht sehr steil und sein Lenkwinkel mit 66.5 Grad auch nicht superflach. Dafür verfügt es über einen tiefen Schwerpunkt: Das Tretlager liegt 37 Millimeter unter den Radachsen, woraus sich doch eine gute Laufruhe erahnen lässt.
 
Das Wolf Ridge 9 ist mit den Rock-Shox-Federelementen «Lyrik RCT3 29 160» und «Monarch R Debonair HV» ausgerüstet. An Front und Heck bieten diese satte 160 Millimeter Federweg. Das Rollmaterial stammt aus dem Hause No Tubes – eine Kombination aus Neo-Boost-Naben, Sapim-Force-Speichen und den 29 Millimeter breiten Flow-MK3-Felgen. Geschalten werden zwölf Gänge mittels der X01-Eagle-Gruppe von Sram, wo auch die Guide-RS-Bremsen herkommen. Breit abgestützt sind die Hände auf dem Deity-Blacklabel-Lenker. Mit 800 Millimeter sind auch für breite Schultern genug, und wer den Lenker schmaler mag, der kürzt ihn einfach. Ein spannendes Detail verbirgt die Hinterradachse in ihrem Hebel. Dank einer Sperrklinke kann sich diese nicht ungewollt öffnen.
 
Aufgesessen! Das Wolf Ridge fühlt sich auf den ersten Metern ganz gut an – nicht sehr flink aber bequem. Dafür, dass der Sitzwinkel nicht sonderlich steil ist, ist die Kraftübertragung erstaunlich gut. Der Sattel musste allerdings etwas nach vorne gerückt werden, um die gewohnte Position zu erhalten. Im Anstieg fällt beim Griff zum Lockout auf, dass dieser Hebel gänzlich fehlt. Mit dem Naild-Federungssystem sollte dieser auch hinfällig sein. Tatsächlich ist der Hinterbau praktisch frei von Pedaleinflüssen, und das auch bei höheren Trittfrequenzen. Das Federbein sackt in den Negativfederweg, aber dann ist ruhe im System. Im Wiegetritt ist es allerdings nicht ganz wippfrei. Dabei fällt auch auf, dass das Bike sind sehr verwindungssteif ist. Die Dämpferaufnahme bewegt sich gegenüber dem Sattelrohr sichtbar seitwärts, aber auch nur im Wiegetritt. Das hat auch zur Folge, dass der Rahmen um die Drehpunkte etwas geräuschanfällig ist, sollten die Lager schlecht gewartet oder trocken montiert worden sein.
 
Trotzdem, bergauf im Gelände macht das Marin eine erstaunlich gute Figur. Es trumpft mit guter Traktion und guter Manövrierbarkeit in schwierigen Passagen. Wird es richtig steil, muss der Körperschwerpunkt etwas mehr nach vorne als üblich, damit das Vorderrad die Bodenhaftung nicht verliert.
 
Bergab soll aber die bevorzugte Fahrtrichtung des Wolf Ridge sein. Es vermittelt ein sicheres Fahrgefühl auf schnellen Abfahrten. Das Fahrwerk fängt sensibel schnelle und feine Stösse ab, vermag aber auch grobe Schläge gut zu verarbeiten. Mit 25 Prozent an der Gabel und 25 bis 27 Prozent Negativfederweg am Dämpfer lassen sich die 160 Millimeter Hub gut nutzen. Die Progression des Hinterbaus setzt relativ früh ein, fühlt sich so sehr definiert an, wie es bei oft anderen Bikes der Fall ist.
 
Dass die Seitensteifigkeit des Bikes im Bereich der Umlenkhebel nicht sehr gross ist, sollte man nicht pauschal negativ werten. Auf losem Untergrund oder Rüttelpisten verzeiht dieser Flex auch eine ungenaue Linienwahl. Wer aber einen aggressiven Fahrstil hat, dem wird die definierte Rückmeldung des Hinterrades fehlen. Beim Kurvenfahren ist dafür der Bereich zwischen Gripp und Abschmieren weitaus breiter, und das Bike lässt sich auch leichter fangen.
 
Wie Eingangs erwähnt, ist das Bike nicht sehr spritzig. Trotz dessen lässt sich das Wolf Ridge gut manövrieren. Erst bei schnellen Richtungswechseln ist es etwas träge, dafür auf verblockten und steilen Trails stark. In engen Spitzkehren bewegt es sich im Mittelmass.
 

Fazit

Das Marin Wolf Ridge 9 ist nicht nur auffällig, es fährt sich auch gut. Das Naild-Federungssystem kann mit den besseren mithalten, aber besser ist es keinesfalls. Wegen seines weichen Hinterbaus ist das Wolf Ridge perfekt für passive Fahrer, die ein verzeihendes Bike für abfahrtsorientierte Touren suchen.

 

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Carbon
Preis: CHF 7'249.00, (ab CHF 5'669.00)
Gewicht: 14.2 kg (Grösse L, mit Pedale)
Federweg: 160 mm vo./ 160 mm hi.
Gabel: Rock Shox Lyrik RCT3 Solo Air
Federbein: Rock Shox Monarch R Debonair
Schaltung: Sram XO1 Eagle
Bremsen: Sram Guide RS 180mm
Kurbelgarnitur: Truvativ Descendant Carbon 34T
Felgen: Stan's NoTubes Flow MK3, 29mm
Naben: Stan's NoTubes Neo Hub
Reifen: Maxxis Minion DHRII EXO TLR 29x2.3 , Minion DHF EXO TLR 29x2.3
Sattel: SDG Duster RL w/Norco Design
Sattelstütze: KS LEV SIO 150mm
Griffe: Marin Locking
Vorbau:

Deity Copperhead Stem, 35mm

Lenker: Deity Blacklabel, 800mm Width, 25mm Rise

Hersteller:  www.marinbikes.com

Testbericht erschienen in Ausgabe 02/2018 von Ride Magazin.

   

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