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Test: Flyer Uproc6 8.70 – wenn man im Downhill vergisst, dass man ein E-Bike fährt

Zum 25-Jahre-Jubiläum schlägt Flyer mit einem neuen Mountainbike-Modell auf. Und zwar richtig. Sie präsentieren ein Highend-Enduro mit Downhill-DNA. Die Neuauflage des Uproc6 hat mit dem Vorgänger nur noch den Namen gemeinsam. Sonst ist alles neu und sie leiten mit diesem Bike eine neue Ära von E-MTBs ein.

Beste Downhillperformance stand zuoberst auf der Prioritätenliste bei den Entwicklern. Das neue Flaggschiff des Schweizer Bike-Pioniers hat 170 Millimeter Federweg an der Front, 160 am Heck und einen sehr robust wirkenden Karbonrahmen. Es hat einen Mullet-Aufbau, vorne mit grossem und hinten mit kleinem Laufrad. Die vier Rahmengrössen sollen für Menschen von 155 bis 195 Zentimeter passen. Das Uproc6 ist in drei Farben erhältlich.

Wie immer wurde beim Hersteller nachgefragt, welches die drei wichtigsten differenzierenden Merkmale des Bikes sind:

  • Akkubefestigung: Für eine besonders sichere Befestigung ist der vollintegrierte Power-Tube-Akku (625 Wh) mit einer Schraube am Rahmen befestigt, das garantiert einen festen, vibrationsfreien Sitz.
  • Mullet-Bike: Die Kombination von einem 29-Zoll-Vorderrad und 27,5 Zoll hinten geben dem Uproc6 bestes Überrollverhalten und optimalen Grip durch das grössere Vorderrad, gepaart mit hoher Agilität und Fahrdynamik durch das kompaktere Hinterrad.
  • Karbonrahmen: Die abgestimmte Steifigkeit des Hauptrahmens und des Hinterbaus sorgt für präzises und dynamisches Fahrverhalten.

Aussage von: Silas Furrer, Produktmanager Bike, Flyer AG

Ausstattung

Das getestete Modell entspricht der mittleren von drei Ausstattungsvarianten. An der Front kommt die neue Fox 38 Performance Grip und am Heck ein Fox DPX2 Performance zum Einsatz. Schaltung und Bremsen stammen beide von Shimanos XT-Gruppe. Die zuverlässigen «H 1700 Spline 30»-Laufräder von DT Swiss sind mit Downhill-Reifen von Maxxis ausgestattet. Eine pannensichere Kombo.

Motor / Akku

Marke: Bosch Performance Line CX/ Bosch Power Tube 625
Leistung: 250 Watt
Drehmoment: 85 Newtonmeter
Akkuleistung: 625 Wattstunden

Verarbeitung & Details

Der Viergelenker hat gross dimensionierte Lager und eine massive Karbonumlenkwippe. Allgemein sieht der Rahmen sehr robust aus. Sämtliche Leitungen werden auf der linken Seite durch eine Öffnung ins Innere geführt. Dort ist auch das Akkufach.Das ergibt eine cleane Optik auf der Antriebsseite. Abgerundet wird dieser Look dadurch, dass das grosse Hauptlager der Schwinge verdeckt konstruiert ist. Da hat man nur von der gegenüberliegenden Seite Zugang. Die Übergänge der einzelnen Rahmenelemente sind formschön gelöst und harmonieren mit der schlichten Farbgebung. Das Flyer-Logo ist dezent am Steuerrohr und an den Kettenstreben angebracht. So viel Bescheidenheit ist bei diesem Top-Bike gar nicht nötig. Die Modellbezeichnung ist grafisch schön im Rahmen integriert. Die Lackierung und der ganze Rahmen vermitteln den Eindruck von höchster Qualität. Das widerspiegelt sich dann auch im Kaufpreis von rund 9000 Franken.    

In der Ebene

E-MTBs brauchen meist ein bisschen Angewöhnungszeit, da neben der Geometrie und dem Fahrwerk auch der Motor einen starken Einfluss hat auf das Fahrgefühl. Das Uproc6 stellt man auf seine Bedürfnisse ein, sitzt drauf und man fühlt sich umgehend wohl. Ja, das ist so eine abgedroschene Formulierung von Testredakteuren, ist hier aber nun mal so. Die Sitzposition ist eher aufrecht und angenehm. Das Bike ist schön wendig und es lenkt sich wie von einem potenten Enduro gewohnt. Es zieht trotz des langen Radstands behände durch Kurven.

Berg hoch

Die Klettereigenschaften sind gut, egal, ob man zügig hochtritt oder entspannt. Das geht dank der top ausbalancierten Geometrie sogar im Kriechtempo. Wurzelteppiche und Steinfelder muss man bergwärts nicht beachten, da flutscht man dank dem guten Heck nur so drüber. Einzig wenn es so steil wird, dass selbst schieben mühsam wird, kommt das eher softe Federbein an seine Grenzen. Leichte Menschen sind gut beraten, dieses einen Zacken straffer zu pumpen als gewohnt. Denn in Kombination mit dem Mullet-Aufbau fehlt einem sonst der Druck auf die Front. Ein zu weiches Setup bewirkt, dass der Dämpfer dann durch die Hecklastigkeit tief eintaucht, da kommt einem das Vorderrad entgegen und man schlägt mit den Pedalen bei verblocktem Untergrund gerne mal an. 

Berg runter

Ob ruppige Trails oder Downhill-Piste, dieses Flyer lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Egal, wie es knallt und rumpelt, das Fahrwerk absorbiert jeden Schlag – auch wenn man denkt: «Jetzt wird es kritisch.» Die 160 Millimeter am Heck fühlen sich nach viel mehr an, das Fahrgefühl kommt dem eines Downhillbikes sehr nahe. Wieder so eine abgedroschene Floskel, die es aber auf den Punkt bringt: Das Bike klebt am Boden und hat Federweg satt.

Doch nicht nur das Fahrwerk begeistert, auch das Lenkverhalten. Solange man das Tempo im Griff hat, kommt man nicht vom Kurs ab. Das ist der verwindungssteifen Fox 38 zu verdanken. Das Uproc6 lässt sich bei hoher Geschwindigkeit effizient in enge Anlieger reindrücken und ebenso hinaus, ohne dass es durch den Federweg rauscht. Im Gegenzug ist es erstaunlich, wie geschmeidig es sich mit dem Flyer selbst um enge Spitzkehren zirkeln lässt.

Man erhält nicht viel Rückmeldung vom Heck. Es fühlt sich an wie ein Bike mit Stahlfederbein, dennoch spürt man gut, wo sich das Hinterrad befindet. Beim Springen gelingt die Landung besser als der Absprung, da fehlt es etwas an Pop. In der Luft lässt sich das Bike gut kontrollieren, auch wenn man mal ungewollt heck- oder frontlastig unterwegs ist.

Fazit

Mullet-Bikes sind nicht jedermanns Sache, bergauf sind hier leichte Nachteile zu spüren, bergab macht sich diese Konstruktion mehr als positiv bemerkbar. Und wie eingangs erwähnt wurde das Uproc6 mit Hinblick auf beste Downhillperformance entwickelt. Dieses Ziel hat Flyer erreicht. Die guten Abfahrtsqualitäten stecken ein grosses Einsatzgebiet aus. Ob alpine Touren oder einen Abstecher in den Bike-Park, das geht sich aus und erst noch mit einem Grinsen im Gesicht. Flyer kombiniert gekonnt hochwertige Qualität mit sehr guten Fahreigenschaften. Mit diesem Bike muss sich der Schweizer Hersteller nicht vor der Konkurrenz verstecken. 

Empfehlung

Das Uproc6 eignet sich speziell für jene, die bergab keine Kompromisse eingehen wollen. Klar, kann mit diesem E-MTB so gut wie jedes Terrain gemeistert werden. Je rauer der Untergrund jedoch ist, desto mehr zeigt es seine Fähigkeiten. Das werden vor allem geübte Biker zu schätzen wissen.

Spezifikationen

Rahmenmaterial: Karbon
Preis: CHF 8999.00 (ab CHF 7490.00)
Gewicht: 23.2 kg (Rahmengrösse M, mit Pedalen)
Federweg:  170 mm vorne / 160 mm hinten
Motor: Bosch Performance Line CX, 250 W, 85 Nm
Akku: Bosch Power Tube 625, 625 Wh
Federgabel: Fox 38 Performance Grip
Federbein: Fox DPX2 Factory
Schaltung:  Shimano XT 12-fach
Bremsen:  Shimano XT, 4-Kolben, 203 mm
Kurbelgarnitur:  Namenlos
Laufräder: DT Swiss H 1700 Spline 30
Reifen:  Vorne: Maxxis Assegai DD 29 x 2.50
Hinten: Maxxis Minion DHF DD 27.5 x 2.50
Sattel: Fizik Alpaca Terra
Sattelstütze: Flyer Dropper Post MT171, 150 mm
Vorbau: Flyer Alloy, 40 mm 
Lenker: Flyer Alloy, 780 mm, 25 mm Rise

Hersteller/Vertrieb

www.flyer-bikes.com

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