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Sind wir Mountainbiker wirklich so schlimm? Eine Meinung mit Zahlen

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Die Anschuldigung ist fast so alt wie das Mountainbike: Radfahrer in der freien Natur machen Wildtieren das Leben schwer. Ein Blick auf die Zahlen widerlegt dies nicht, stellt den Schaden aber in einen grösseren Zusammenhang, meint Ride-Autor Stefan Michel in seinem Blog-Beitrag.

Als naturliebender Mountaibiker schmerzt es mich zu hören, dass ich und meine Sportsfreunde Wildtieren das Leben schwer machen, ja ihr Überleben gefährden. Wir stören sie in ihrem Habitat, deswegen brauchen sie mehr Energie und kriegen weniger Junge. Soweit, so bekannt.

Ich bin im Wald und in den Bergen schon vielen Rehen, einigen Gämsen und auch ein paar Steinböcken begegnet, zu Fuss wie auf dem Bike. Diese suchten jeweils das Weite, wenn sie nicht schon weit genug weg waren. Direkt angefahren habe ich noch nie ein Wildtier und ich habe auch noch nie davon gehört, dass sonst ein Mountainbiker auf diese Art ein Reh oder gar einen selteneren Paarhufer verletzt hätte. Durchaus möglich, dass dies schon vorgekommen ist, aber sicher ist es kein sich regelmässig wiederholendes Ereignis.
 
Und nun das: Corona hat die Hundepopulation so stark anwachsen lassen, dass dies sogar die Wildhüter bemerken. Dies berichtet das Regionaljournal Zürich-Schaffhausen von SRF. In den letzten fünf Jahren sei die Anzahl Hunde im Kanton Zürich von 56'000 auf 66'000 angewachsen. Immer öfter komme es vor, dass Hunde Rehe rissen, gibt ein Zürcher Wildhüter im Beitrag zu Protokoll. Auf der Website der Wildhut Zürich gibt es sogar Zahlen dazu: 9 Rehe sind in der Zählperiode 2018–2019 von Hunden gerissen worden. Im darauffolgenden Jahr waren es 11 Rehe. Laut dieser Statistik sind in den zwei letzten erfassten Jahren zudem 27 Rehe im Strassenverkehr ums Leben gekommen.

Woran Rehe sterben

Auch der Bund erfasst diese Zahlen: Im Jahr 2020 sind gemäss dessen Zählung 399 Rehe von Hunden totgebissen worden. Dass in der ganzen Schweiz die Anzahl von Hunden gerissener Rehe seit dem Jahr 2000 keineswegs zugenommen hat, sondern sogar gesunken ist, ist eine Geschichte für sich. Vielleicht haben nur Zürcher Hündeler und Hündelerinnen ihre Tiere nicht im Griff. Interessant aus der Perspektive eines schuldbewussten Mountainbikers ist die schiere Zahl. Im Schnitt waren Hunde für den Tod von 615 Rehen pro Jahr verantwortlich.
 
Und das ist noch nicht alles: Durchschnittlich über 8000 Rehe lassen jedes Jahr ihr Leben nach einem Zusammenstoss mit einem Auto. Die Anzahl derjenigen, die vor einen Zug geraten, bewegt sich in der Grössenordnung der Hunderisse. Weit über 1000 Rehe pro Jahr fallen landwirtschaftlichen Maschinen zum Opfer.
 
Gewiss, das sind nur Zahlen. Die Rehe, die wegen der Störung durch Mountainbiker weniger alt wurden oder weniger Junge kriegten, sind in dieser Statistik nicht erfasst. Auch darf diese nicht zum Anlass genommen zu werden, im Wald keine Rücksicht auf das Wild zu nehmen. Eines zeigen die Zahlen aber: Die grösste Gefahr für das Leben de Wildtiere sind wir Mountainbiker nicht.
 

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