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Scott bekennt sich zum Standort Schweiz

Beat Zaugg, CEO von Scott

Beat Zaugg verkörpert Scott wie sonst kaum jemand. Der gebürtige Berner hielt das Unternehmen von 2005 bis 2013 als Alleinaktionär, jetzt hat er dem Youngone-Konzern aus Südkorea 50,01 Prozent der Aktien abgetreten. Ride sprach mit Scott-CEO Zaugg über globale Finanzierung, selbstbestimmtes Arbeiten, den Standort Schweiz und die Währungskrise.

Seit 2005 waren Sie alleiniger Besitzer von Scott. Jetzt gehören 50.01 Prozent von Scott der Youngone Corporation aus Südkorea. Was hat zu diesem Entscheid geführt?
Wir sind eine amerikanische Marke mit Hauptsitz in der Schweiz. Jetzt ist nicht mehr 100 Prozent des Aktionariats bei mir, die Firma ist auf breitere Schultern gestellt. Durch diesen Schritt haben wir Zugang zur koreanischen Börse, Scott ist jetzt indirekt börsenkotiert. Für die Mitarbeiter hingegen ändert sich nichts, und der Händler wird künftig noch besser bedient. Wir haben durch diese Aufstellung noch mehr Möglichkeiten zu wachsen und den Händlern bedarfsgerecht Produkte zu liefern.

Sie sagen «amerikanische Marke» – im Verständnis des Branchenkenners ist Scott doch eine Schweizer Firma.
Lassen sie mich ein Beispiel machen: Mavic ist für sie eine französische Marke. Doch die Realität ist, dass die Produktentwicklung in Frankreich und der Hauptsitz in München liegt, an der Börse ist die Firma in Finnland notiert. Heute muss man unterscheiden, wo die Unternehmenswurzeln sind, wo der Hauptsitz liegt und wie die Firma finanziert ist. Scott hat 1958 in Sun Valley im US-Bundesstaat Idaho angefangen, und die Wurzeln sind amerikanisch. Wir haben nie ein Schweizer Kreuz auf Scott Bikes gemacht, wir sind eine amerikanische Firma mit Hauptsitz in der Schweiz und sind mit einer globalen Finanzierung ausgestattet. Dazu gehört, dass wir jetzt via Youngone in Korea an der Börse sind. Für den Kunden und den Händler ist primär relevant, ob weiterhin Innovationen kommen und ob wir mit unserer Marke erfolgreich operieren können.

Weshalb gerade das Unternehmen Youngone?
Das gründet in 20 Jahren Zusammenarbeit und gegenseitigem Vertrauen. Youngone ist ähnlich geführt wie wir, mit flachen Hierarchien, und man begegnet sich persönlich.

Welchen Einfluss hat die Beteiligung für den Schweizer Firmensitz von Scott?
Es ändert sich nichts. Es sind die gleichen Mitarbeiter, es bleibt der Standort in der Schweiz, den wir künftig eher noch ausbauen werden.

Ändert sich durch die neuen Besitzverhältnisse etwas an ihrem persönlichen Arbeitsalltag?
Ich habe weniger Druck, was die Finanzierung des Unternehmens anbelangt. Dafür habe ich mehr Druck, da ich viel mehr Projekte habe, die ich realisieren kann, was dann die Arbeitsbelastung erhöht. Ich kann mich wieder stärker auf die Produkte fokussieren. Mit dieser breiter abgestützten Finanzierung können wir uns alle bei Scott noch mehr auf Innovationen und die weitere Marktentwicklung konzentrieren.

Wie haben Sie das Unternehmertum gelernt?
In der Backstube meines Vaters. Meine Eltern hatten in Bern eine Bäckerei. Ich habe zuhause immer geholfen, in der Backstube oder im Laden. Für uns war es normal, dass man sieben Tage in der Woche arbeitet.

Wie war der 15. Januar 2015 für Sie – was haben sie bei der Nationalbankmeldung von der Aufgabe des Euro-Mindestkurses als Erstes gedacht?
Als ich die Nachricht realisiert habe, musste ich eine Viertelstunde an die frische Luft. Am nächsten Tag war für mich dann klar: Es gibt nichts anderes, als sich mit der Situation auseinanderzusetzen. Wie kann man damit umgehen, welche Einflüsse hat der Frankenkurs wirklich? Das habe ich mich gefragt. Überreagieren bringt nie etwas, man muss das Gesamtbild im Fokus halten. In anderen Ländern gibt es andere Probleme. Manchmal muss man sich einfach nicht so wichtig nehmen und lernen, mit einer neuen Situation umzugehen.

Wie geht Scott mit der Frankenstärke um?
Im Export hat der Franken keinen Einfluss, da arbeiten wir mit Dollar und Euro. Der gestiegene Dollar-Kurs hat deshalb einen Einfluss. Die Stärke Schweizer Franken hat für uns zwei Dimensionen: Der Frankenkurs beeinflusst die Kosten in der Schweiz und die Verkaufspreise in der Schweiz. Per 1. Februar haben wir die Schweizer Verkaufspreise dem neuen Währungskurs angepasst. Wir wissen, dass die Währungsproblematik einen Händler im Berner Oberland anders betrifft als einen Händler gleich an der Landesgrenze. Unser Ziel ist es, den Schweizer Konsumenten in der Schweiz zu halten. Wir brauchen einen starken Fachhandel, der im harten internationalen Wettkampf überleben kann.
Unsere Fachhändler und wir als Unternehmen Scott haben einen anderen Kostenblock als im näheren Ausland. Doch es gibt Leute, die meinen, Scott wolle in der Schweiz einfach mehr verdienen. Das ist nicht so, sondern es sind die Kosten von Scott Schweiz und dem Schweizer Händler, die zu höheren Preisen führen. Bei 25 Prozent Preisunterschied würde ich persönlich aber auch nach Deutschland fahren. Wir haben reagiert, dass sich die Preisdifferent nicht weiter vergrössert.

Was bringt die Frankenstärke für Konsequenzen für den Schweizer Standort von Scott?
Ich glaube nicht, dass man die Frankenstärke isoliert betrachten kann. Alle Rahmenbedingungen – sei das beispielsweise die Masseneinwanderungsinitiative oder der Steuerfuss – haben ebenso grossen Einfluss wie der Schweizer Franken. Wenn man keine Mitarbeiter in der Schweiz findet, wenn Arbeitsgesetze in der Schweiz strenger werden, obschon das eigentlich niemand will, da muss man sich aber ernsthaft überlegen: Will man einen zusätzlichen Auslandsstandort aufbauen? Jeder Unternehmer muss evaluieren, wie er langfristig das Risiko absichern kann.

Hatten Sie den Gedanken, den Firmensitz ins Ausland zu verschieben?
Nein, das kommt nicht in Frage. Der Hauptsitz bleibt in der Schweiz. Wir haben hier 200 Mitarbeiter und 500 Mitarbeiter im Ausland. Bei unserer Firmenstruktur kann man sich aber immer überlegen, ob wir an einem Auslandsstützpunkt punktuell ausbauen wollen. Der wichtigste Nenner, auf den wir immer wieder zurück kommen, ist die Kommunikation. Ist man an einem Standort konzentriert, hat man eine schnellere und einfachere Kommunikation.

Wie bewährt sich die Schweiz konkret als Standort für Scott?
Die Frage würde ich anders formulieren: Was schätzen sie an dem Standort, der entlang des Röstigrabens liegt? Wir sind sehr zentral in Europa gelegen und finden leichter dreisprachiges Personal, denn Deutsch, Französisch und Englisch sind wichtig. Gleichzeitig haben wir hier eine hohe Lebensqualität, die sehr zentral ist für unsere Unternehmenskultur. Wir sind schnell in den Bergen, man hat gute Strassen fürs Rennradfahren, wir haben gute Trails – das zählt für uns mehr als das Nachtleben einer Grossstadt.

Scott bietet ein breites Portfolio vom E-Bike bis zum Skischuh, wie funktioniert das?
Scott hat sich seit 1956 vom Skistockproduzent zum Kopf- bis Fussanbieter im Bike-, Ski-, Running-, Outdoor- und Motorsport entwickelt. Das funktioniert durch unsere Unternehmenskultur und Strategie, bei der die Produktentwicklung im Vordergrund steht. Wir haben Mitarbeiter, die diese Produkte zu 100 Prozent leben, wir sind authentisch. Dort wo es möglich ist, nutzen wir Synergien beim Materialeinsatz und verbinden Technologien über die Produktsparten. Unsere Produkte sind «driven», da ist unser Drang nach Innovation, Technologie und Design durchgehend spürbar.
Wir entscheiden bei unseren Produkten zwischen einer Marktplayer- und einer Nischenanbieter-Strategie. Davon abhängig ist das Konkurrenzumfeld und die ökonomischen Sachzwänge. Der Luxus dieser Zweigleisigkeit ist einzigartig. Und durch die Zusammenarbeit mit Youngone haben wir sichergestellt, dass wir weiterhin ohne Fremdbestimmung agieren können. Das heisst ohne starke Abhängigkeit von Banken oder Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Ich bin glücklich darüber, dass ich meinen Mitarbeitern diese einzigartige Situation bieten kann: Wir machen das, worauf wir Lust haben. Wir konzentrieren uns auf die Produkte und deren Innovation.
 

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