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Scor 4060 LT und ST: So fahren sich die Schweizer Trail-Neulinge

Im vergangenen Spätsommer kündigte Scor ihren Markteintritt an und präsentierte wenig später ihre Mountainbike-Palette. Ride-Redaktor Balz Weber führte das 4060 in der Long- sowie in der Short-Travel-Version und jeweils in der Top-Ausstattung aus und berichtet über diese «Trail-Dates».

Die Liebe auf den ersten Blick gibt es nicht

Auch wenn gute Beziehungen nicht beim ersten Blickkontakt entstehen, der erste Eindruck zählt mit. Scor bietet mit dem 4060 ein eigenständiges und ausgereiftes Trailbike. Optisch hebt sich der Twentyniner vom Gros ab, die Verarbeitung ist durchs Band sehr sauber und durchdacht. Es ist zwar keine Liebe auf den ersten Blick, aber das Interesse an einem Trail-Date ist gross, denn die Geometrie verspricht Laufruhe und verspieltes Fahrverhalten in einem. Mit 63.8 Grad Lenkwinkel, 485 Millimeter Reach und 1255 Millimeter Radstand in der Longtravel-Version bei Rahmengrösse L sind die Masse mit denen einiger Enduro-Race-Bikes vergleichbar. Die kurzen Kettenstreben verraten aber, wo der verspielte Charakter unter anderem herkommen soll.

Warm-up bergab

Eine lange Kennenlernphase ist nicht drin, es wird sogleich die erste Abfahrt angesteuert. Ein kurviger Trail mit einigen Wellen und kleinen Sprüngen stellt den Partner auf zwei Rädern auf die Probe. Offenbar haben die Scor-Macher nicht zu viel versprochen, denn bereits nach zwei Kurven stellt sich auf dem 4060 LT ein vertrautes Gefühl ein. Es fährt sich auf schnellen Abschnitten kontrolliert, lässt sich aber selbst durch engere Kurven überraschend leicht und spritzig manövrieren. Das ist wohl den kurzen Kettenstreben von 432 Millimetern geschuldet.

Nach der kurzen Kennenlernphase stehen ruppigere Trails auf dem Testmenü – eine Art Speed Dating nach jurassischer Art. Schnelle, steinige Passagen wechseln sich mit steilen Abschnitten ab, wo der Hinterbau ordentlich zu arbeiten hat. Das 4060 bietet hier massig Laufruhe und sagt, dass es noch viel schneller könnte – die Vernunft bremst das Tempo auf weniger beängstigende aber keineswegs weniger spassige Tempi.

Abheben erwünscht

Die Federung arbeitet einerseits sehr sensitiv, spricht also sehr fein an. Anderseits bügelt das Fahrwerk mit seinen 160 Millimetern Federweg auch die grossen Schläge super weg, ohne im Federweg zu versinken. Letztere Eigenschaft macht auch einen Teil des verspielten Charakters aus. Egal ob in langgezogenen, kurz aufeinanderfolgenden Anliegerkurven oder bei Bunny Hopps – überall wo im Fahrwerk Progression gefragt ist, bietet die Federung ordentlich Gegendruck. So macht der Hobel auch in Bikeparks ordentlich Laune, und erweist sich als guter Partner für Höhenflüge.

In einer Beziehung geht es nicht nur bergab

Das bevorzugte Terrain des 4060 in der Longtravel-Ausführung führt eindeutig abwärts. Doch wo keine Bergbahnen fahren und starke Waden Trumpf sind, muss das Bike seine Kletterquälitäten ebenso unter Beweis stellen. Zur Beziehungsprobe wird diese Disziplin nicht, denn die Sitzposition ist angenehm und lässt einen auch länger pedalierend im Sattel ausharren. Für ein abfahrtsorientiertes Trailbike fährt es sich gut den Berg hoch – die Jagd nach Bergpreisen überlässt es aber anderen.
Die Details zum getesteten Bike gibts hier: scor-mtb.com/4060-lt-gx

Spannender sind aber seine Kletterqualitäten auf dem Trail, wo sich das 4060 LT verhältnismässig besser schlägt als auf Asphalt und Schotter. Trotz 160 und 170 Millimetern Federweg an Heck und Front schlägt es sich bei fahrtechnischen Herausforderungen berghoch erstaunlich gut.

Ohne LT ist ebenso lässig

Scor bietet die Möglichkeit den 4060-Rahmen als LT- (Long Travel) oder ST- (Short Travel) Bike zu spezifizieren. Die Short-Travel-Version ist mit 140 Millimeter am Heck und 150 Millimeter Federweg vorne etwas kompakter. Beim Blick auf die Zahlen unterscheidet sich die Geometrie nur wenig, die sieben Millimeter weniger Radstand und 0.5 bis 0.7 Grad steilerer Lenkwinkel sind jedoch deutlich spürbar.

Flinker aber weniger schnell

Die Short-Travel-Version bitten wir auf denselben Trails zum Tanz. Durch den kurvigen Abschnitt mit Wellen und kleinen Sprüngen lässt sich das 4060 ST superflink manövrieren. Dieses Trail-Date scheint eine Spassgranate zu sein, ohne unkontrollierte Pirouetten zu machen. Die Bodenhaftung des kurzhubigen Twentyniners ist in den engen Kurven gefühlt besser als beim LT und das Bike animiert, noch schneller um die Ecken zu schiessen. Bereits hier zeigt sich: Das Bike glänzt mit einigen Eigenschaften seines grossen Bruders, gepaart mit mehr Wendigkeit.

Das Rock-Shox-Fahrwerk arbeitet genauso feinfühlig und progressiv, wie die Fox-Puffer am LT. Doch, dass Hinterbau und Federgabel zwei Zentimeter weniger Hub haben, spürt man ebenso wie den kürzeren Radstand und die etwas steilere Geometrie. Wohlverstanden bietet auch die ST-Version des Scor 4060 dasselbe Fahrgefühl, liegt auch auf der ruppig-schnellen Abfahrt ruhig und bietet ein kontrolliertes Fahrgefühl – mit dem LT geht es einfach noch einen Zacken schneller.

Einfaches Handling wenns zäh läuft

Auf Trails mit Spitzkehren oder auf verblockten Pfaden, wo der Flow nicht vom Gelände gegeben ist, hat die Allmountain- oder Short-Travel-Version die Nase vorn. Das 4060 ST glänzt hier mit einem guten und präzisen Handling. Und auch berghoch fährt sich «das Kleine» etwas besser als die langhubige Ausführung. Wohl die ideale Variante für anspruchsvolle Touren.
Die Details zum getesteten Bike gibts hier: scor-mtb.com/4060-st-gx

Fazit

Scor hat mit den 4060 einen gelungenen Erstling gelandet, der nicht nur durchdacht und sauber gefertigt ist, sondern in der Long-Travel- wie auch in der Short-Travel-Version sehr gut funktioniert. Im Weiteren überzeugt Scor mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis und setzt den Fokus vor allem auf hochwertige Federelemente.

Empfehlung

Das 4060 ST ist das vielseitigere Bike und perfekt von der Feierabendrunde bis zur hochalpinen Tour. Wer es grob mag und auch gerne mal durch den Bikepark fliegt, ist mit dem LT hingegen besser bedient. Wer sich bei der «Partnersuche» nicht entscheiden kann, aber gerne beides hätte, der benötigt nicht zwingend zwei Bikes. Dank Scors cleverem System reichen zusätzlich Dämpfer und Gabel mit weniger Hub sowie etwas handwerkliches Geschick bereits aus, um das  Enduro-Geschoss 4060 LT in das Allmountain-Bike 4060 ST zu verwandeln.

scor-mtb.com

 

 

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