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Schweizer Dreifacherfolg an Olympia bleibt vorerst Geschichte

Nach dem historischen Auftritt an den Olympischen Spielen in Tokio, als die Delegation von Swiss Cycling sechs Medaillen einheimste, will der Schweizer Radverbad den Erfolg systematisieren. Einen Dreifacherfolg wie jener der Schweizer Mountainbikerinnen wird es wegen Anpassungen wie Quotenplätze nicht mehr geben.

Sechs Medaillen und fünf Diplome hat die Delegation von Swiss Cycling an den Olympischen Spielen des letzten Sommers in Tokio gewonnen. Der Ertrag ist aussergewöhnlich, Vergleichbares sucht sich im modernen Schweizer Sommersport vergeblich. Swiss-Cycling-Geschäftsführer Thomas Peter ist sich sehr wohl bewusst, dass sich die Bilanz der Spiele in Japan kaum übertreffen lassen wird. Die Analyse der Tokio-Kampagne jedoch habe Optimierungspotenzial ans Tageslicht gebracht, ergänzt Peter. In diesem Kontext kam es Anfang Jahr zu einer Umstrukturierung, die Verantwortung im Leistungssport wird seither von Edi Telser (Headcoach), Beat Müller (Head of Performance) und Patrick Müller (Head of Sports) gemeinsam getragen. «Wir müssen uns breiter aufstellen, damit wir unser Level halten können. Gleichzeitig bieten wir unseren Athletinnen und Athleten mehr Ansprechpartner, was das Risiko auf einen allfälligen Machtmissbrauch reduziert», lässt Peter verlauten. Und: «Unser mittelfristiges Ziel ist, den Erfolg zu systematisieren.»

Wie sich dieses Ziel erreicht werden soll, erläuterte Beat Müller anlässlich des Kickoff-Events zum neuen Olympiazyklus bei Partner BMW Group Switzerland in Dielsdorf. Abstrahiert betrachtet, handle es sich um ein Dreiphasenmodell, hielt der Sportwissenschaftler fest. Gehe es in der ersten Phase darum, das Potenzial von Athletinnen und Athleten für den Radsport zu erkennen, würden diese in der zweiten Phase auf breiter Basis ausgebildet, woraus sich Stärken-Schwächen-Profile erstellen liessen. In der dritten Phase wiederum stünden die gezielte Ausbildung in der am besten zum Profil der jeweiligen Athletin bzw. des jeweiligen Athleten passenden Disziplin sowie die spezifische Vorbereitung auf den Grossanlass im Zentrum. Als Musterbeispiel erwähnte Müller Marlen Reusser. Die Quereinsteigerin gewann nach drei Jahren spezifischem Training ihre erste WM-Medaille und ein Jahr später ihre erste Olympiamedaille.

Patrick Müller – der ehemalige Profi hat die Rolle des Koordinators eingenommen – sprach über das Wachstum von Swiss Cycling, den aufgrund der verschobenen Tokio-Spiele kurzen Olympiazyklus und die damit verbundenen Herausforderungen. Edi Telser wiederum äusserte sich zu den Perspektiven in den einzelnen Disziplinen im Hinblick auf Paris 2024, welche unter dem Strich als mindestens so gut betrachtet werden könnten, wie dies zwei Jahre vor Tokio 2020 der Fall gewesen sei. Der historische Dreifachsieg von Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand dürfte freilich einmalig bleiben – auch, weil der Weltverband UCI die Anzahl der Quotenplätze leicht reduziert hat. Als Folge davon werden in den olympischen Mountainbike-Wettkämpfen von Paris pro Nation maximal je zwei Athletinnen und Athleten startberechtigt sein.

swiss-cycling.ch

 

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