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Schurter: Die Situation zeigt mir, wie privilegiert ich bin

Ninp Schurter (2019)

Wie lebt es sich als Spitzensportler in Zeiten des Corona-Lockdowns? Nino Schurter gibt interessante und aufschlussreiche Einblicke in seinen Alltag. Er habe lernen müssen, nicht zu weit in die Zukunft zu planen und sei sich mehr denn je seiner privilegierten Lage in der Schweiz bewusst.

Wie sieht der Alltag von Nino Schurter während der Corona-Pandemie aus?
Der Alltag ist grundsätzlich nicht viel anders wie in einer normalen Trainings- und Aufbauphase. Was mir aber fehlt, sind die Einheiten mit Freunden und die Wettkämpfe. Letztere sind auch ein Gradmesser, ob man auf dem richtigen Weg ist. Ohne sie ist es schwierig zu sagen, wo man steht. Sie bringen aber auch viel Abwechslung in den Alltag, auch in der Stimmung. Ohne Rennen kann der Trainingsalltag etwas monoton werden. Komplett durcheinander geraten ist aber die langfristige Planung. Gleichzeitig habe ich gelernt, dass kaum Aussagen über die Zukunft möglich sind.

Du kannst in der Schweiz also uneingeschränkt weitertrainieren, Franzosen und Italiener zum Beispiel aber nicht. Da bist du beim Saisonstart dann im Vorteil.
Die anderen trainieren genauso hart wie ich einfach zuhause auf der Rolle. Das ist primär eine Motivationsfrage. Ich darf raus, das ist schöner, aber den Trainingseffekt erzielen die Franzosen und Italiener den gleichen. Die Situation zeigt mir aber auch, wie privilegiert ich bin. Ich habe ein schönes Zuhause, ein super Trainingsgebiet und die Freiheit, raus gehen zu dürfen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

Haben diese virtuellen Rennen, wie sie aktuell in Mode sind, für dich eine nachhaltige Zukunft?
Für mich sind sie eine interessante Abwechslung im Training, man darf sie als Wettkampf einfach nicht zu ernst nehmen. Die technischen und klimatischen Bedingungen sind zu unterschiedlich, um sie als fairen Wettkampf durchgehen zu lassen. Es ist eine witzige Spielerei, die uns Abwechslung und den Zuschauern Unterhaltung bringt. Einen wesentlichen höheren Nutzen sehe ich bei dieser Technologie fürs Training. Da setze ich sie übrigens regelmässig ein.

Hat dieses Pandemie für dich allenfalls finanzielle Folgen?
Mein Einkommen ist stark leistungsbezogen. Ohne Rennen kann ich auch keine Prämien und auch kein Preisgeld verdienen. Die Mindereinnahmen sind erheblich. Zum Glück habe ich aber zu all meinen Partnern eine gute und enge Beziehung und nun gilt es, gemeinsam Lösungen im Sinne aller Parteien zu finden.

Könnte die Pandemie bei dir zu existenziellen Problemen führen?
Nein. Ich war die letzten Jahre sportlich erfolgreich und konnte mich in diesen Jahren finanziell absichern. Durch die hohe Zahl an Follower auf den sozialen Medien kann ich auch in dieser Zeit meinen Partnern eine Plattform bieten und für diese und deren Produkte eine gezielte Kommunikation erbringen. Meine jüngeren und etwas weniger erfolgreichen Kollegen haben es in dieser Zeit wohl schwieriger, was ich sehr bedaure.

Du hast eine unvermindert hohe Medienpräsenz, das wird die Sponsoren freuen.
In der Schweiz habe ich in etwa die gleiche Medienpräsenz, wie wenn ich Rennen fahren würde. Es haben sich die Themen und Umstände etwas verändert. Zudem stehe ich im Moment meinen Partnern vermehrt für Fotoshootings und für andere Auftritte zur Verfügung. So gesehen erfülle ich meinen Teil der Leistungen für die Sponsoren weiterhin. Statt Rennen zu fahren, nehme ich zur Zeit verstärkt anderweitige Medientermine wahr, die haben deutlich zugenommen.

Wie hast du die Verschiebung der Olympischen Spiele aufgenommen?
Ich hatte die Befürchtung, dass sie abgesagt werden. Dann wären Olympische Spiele für mich nicht mehr realistisch gewesen. Mit der Verschiebung um ein Jahr kann ich aber gut leben, das hat mich gefreut. Ich gehöre nicht mehr zu den Jüngsten, die Verschiebung macht die Titelverteidigung für mich deshalb nicht einfacher. Deshalb muss ich mir halt nochmals ein bisschen mehr Mühe geben. Auch wenn aktuell Prognosen schwierig sind: Für Tokyo 2021 bin ich zuversichtlich und motiviert.

 

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