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Rennplatz Singletrail? Über den Unsinn von Strava

Strava

Strava hat in den letzten Tagen seine Heatmap publiziert und damit wieder einmal offengelegt, wie stark die App benutzt wird. Mit ihr lässt sich vergleichen, wer eine Strecke am schnellsten zurückgelegt hat – auch Singletrails. Strava ist kompletter Unsinn, meinte Ride-Herausgeber Thomas Giger in seiner Kolumne in der Ausgabe 02/2015.

Ein Samstagnachmittag in den Bergen, ein Mountainbiker knattert in ordentlichem Tempo einen Singletrail bergab. Das ist an sich weder ungewöhnlich noch bedenklich. Doch der Mann ist auf einer Mission. Auf der Mission zur persönlichen Bestzeit. Auf der Mission, es in die Bestenliste zu schaffen. Der Mann hat auf seinem Mobiltelefon das Programm Strava installiert. Sobald er unten am Trail ankommt, werden seine Daten an einen Internetserver übermittelt und analysiert. Das Resultat: Er war eine Spur schneller als das letzte Mal, das reicht auf diesem Abschnitt für Rang 18 aller Strava-Benutzer. Es geht nochmals einen Zacken schneller, denkt er sich und will die Zeit beim nächsten Run unterbieten.

Strava ist eine App, mit welcher eine Zeitmessung auf beliebigen Trails aktiviert werden kann, um sich dann mit anderen Mountainbikern zu messen. Hat ein App-Benutzer einen Singletrail freigeschaltet, wird dieser gewissermassen zur Rennstrecke. Der Erfolg der App ist durchschlagend: Jede Sekunde erfolgt durchschnittlich 5 Mal eine Zeitmessung, das entspricht 400‘000 Mal pro Tag. Für Bergstrecken mit dem Rennrad ist die App grossartig, aber auch für Freeride- und Downhill-Strecken kann eine Zeitmessung ein attraktives Spielzeug sein. Doch in seiner Gesamtheit leistet die App dem Mountainbikesport einen Bärendienst. Denn die gemeinsame Nutzung von Singletrails wird ein zunehmend wichtiges Kriterium, wie und ob unsere Sportart ausgeübt werden kann. Die sensible Situation auf den Wanderwegen erträgt keine Mountainbiker auf Wettkampfmission. Aber Strava verleitet dazu, die persönliche Bestzeit wichtiger einzustufen als das Auskommen mit dem Wanderer hinter der nächsten Kurve. Das kann fatale Folgen haben.

Auch wenn Strava enorme Nutzerzahlen vorweisen kann: Es ist rational betrachtet völlig irrelevant, wie schnell man einen Singletrail fahren kann. Es ist auch nicht entscheidend, ob eine mir unbekannte Person den gemessenen Abschnitt schneller meistern konnte. So gesehen ist Strava ein bedeutungsloses Produkt – das aber zu einer Fahr- und Verhaltensweise führen kann, die dem Mountainbikesport insgesamt nicht dienlich ist. Wir Mountainbiker sind gegen­über den anderen Wegbenutzern zur Rücksicht verpflichtet. Strava hat deshalb auf Singletrails keinen Platz.

 

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