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Neues Gesetz: Bern will Trails mitfinanzieren

BEBike Kanton Bern Mountainbike

Noch ist die Revision des Strassengesetzes des Kantons Bern nicht verabschiedet, aber der Regierungsrat plädiert schon mal dafür. Der Kanton soll die Realisierung von Mountainbike-Routen – gemeint sind Schweiz-Mobil-Routen – zu 40 Prozent finanzieren. Entscheidend ist weniger die Höhe des finanziellen Beitrags, als dass durch diese Revision das Mountainbike explizit in einem Berner Gesetz erwähnt wird.

Der Kanton Bern gehört zu jenen Ständen, in welchen es die Koexistenz auf schmalen Wegen besonders schwer hat. Der Verein Berner-Wanderwege und Pro Natura Bern machen seit vielen Jahren erfolgreich Front gegen Mountainbiker im Wald und auf schmalen Wegen.

Doch auch im Kanton Bern ist das Mountainbike überaus beliebt, und das Terrain zwischen Jura Bernois und Simmental bietet unzählige attraktive Routen. Konflikte sind häufig und bis vor kurzem standen sich kaum organisierte Mountainbiker und hochprofessionelle Mountainbike-Gegner unversöhnlich gegenüber. Dazwischen standen Politik und Verwaltung, die sich nicht damit beschäftigen durften. Hansueli Zwahlen erklärt: «Das Mountainbike taucht in keinem Berner Gesetz des Langsamverkehrs auf, folglich sind der Regierung die Hände gebunden.»

Zwahlen präsidiert die Mitte 2021 gegründete Organisation BEBike, welche sich mit einigem Erfolg dafür einsetzt, die Diskussion um das Mountainbike zu versachlichen und Infrastrukturprojekte möglich zu machen. Ein Beispiel ist der Trail-Versuchsbetrieb in Adelboden-Lenk. In Ride N° 77 ist einiges über die Arbeit von Zwahlen und BEBike zu lesen.

Natürlich hat der Berner aus der Region Gantrisch im Hintergrund darauf hingewirkt, dass die Regierung dem Grossen Rat diese Änderung des Strassengesetzes zur Annahme empfiehlt. Im Übrigen werde er überall gerufen, wo Eigentümer, Behörden und Biker ein Problem miteinander hätten, erzählt er.

Die Revision des Berner Strassengesetzes sei ein wichtiger Schritt, urteilt er: «Aber nicht nur wegen der Finanzierung, sondern weil darin das Bekenntnis steckt, dass es das Mountainbike gibt und dass der Kanton dieses fördern will.» Im Gesetzesvorschlag ist die Mitfinanzierung zwar als Aufgabe des Kantons formuliert, der Beitrag von 40 Prozent jedoch nur als Obergrenze: «Der Kanton leistet Beiträge an Investitionen für die Planung und Umsetzung von signalisierten Mountainbike-Routen. Der Beitrag beträgt höchstens 40 Prozent der Kosten. Einen Minimalbeitrag nennt der Gesetzesentwurf nicht.

Wichtig für die Einordnung ist: Mit Routen ist ein Wegnetz auf bestehenden Wegen gemeint. Gebaute Bike Trails finanziert der Kanton auch weiterhin nicht. An der Rechtslage bezüglich Radfahren auf Wanderwegen ändert die Revision ebenfalls nichts. «Velofahren auf Wanderwegen ist im Kanton Bern weder verboten noch erlaubt», beschreibt Zwahlen die Situation. Dies bleibe eine Herausforderung für BEBike.

Nach dem Gesetz das Trail-Netz

Dennoch steckt hinter der Überarbeitung des Strassengesetzes mehr als Symbolpolitik. Nimmt der Berner Grosse Rat diese an, wolle die Regierung 2024 damit beginnen, ein kantonsweites Mountainbike-Netz zu definieren und zu signalisieren, weiss Zwahlen. Die Bestätigung dieses Vorhabens durch den Berner Regierungsrat steht noch aus.

Bike-Botschafter Zwahlen arbeitet jetzt schon daran, um in zwei Jahren bereit zu sein mit konkreten Vorschlägen für Berner Bike-Routen, zu denen die Eigentümer und Gemeinden grünes Licht gegeben haben. «Je mehr Mittel wir dafür zur Verfügung haben, desto besser wird das Netz, das ab 2024 realisiert werden kann.» Wenn der Kanton ab diesem Zeitpunkt in die Planung einsteige, dann werde alles schwerfälliger. Darum gelte es möglichst viel vorzuspuren.

Zwahlen ruft deshalb die Bike Community auf, sich ebenfalls zu engagieren. Beachtliche 3500 Mitglieder hat BEBike seit der Gründung vor gut eineinhalb Jahren gewinnen können. Jedes bezahlt 50 Franken pro Jahr. «Das und die Beiträge der Sponsoren sind das Geld, das wir zur Verfügung haben», beschreibt er und erwähnt, dass er bisher 1950 Stunden für BEBike gearbeitet habe. Gratis.

«Unser Ziel sind 10'000 Mitglieder. Die würden uns ermöglichen, die Vorbereitungsarbeiten für das Berner Trailnetz in professionelle Hände zu geben. Mit den Beiträgen der 3500 Mitglieder müssen wir weiterhin als eine Art freiwillige Bike-Feuerwehr lokale Brände löschen.» Und damit kommt der Unternehmer im Vor-Ruhestand auf seine zentrale Botschaft: «Die Mountainbiker müssen erkennen, dass es ihr finanzielles Engagement braucht, damit sie auch in Zukunft gute Trails fahren können. Eine Mitgliedschaft bei BEBike oder einer regionalen Infrastruktur-Organisation hilft, diese im Kanton Bern zu sichern.»
 

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