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Nathalie Schneitter: «E-Racing ist noch nicht akzeptiert.»

Nathalie Schneitter

Nach ihrer langen und erfolgreichen Cross-Country-Karriere gelang Nathalie Schneitter letztes Jahr ein weiterer Coup: Sie wurde UCI-E-Mountainbike-Weltmeisterin – die erste in der Geschichte des Radsports. Sie ist zudem Markenbotschafterin von «Bosch eBike Systems» und Promotor des E-Mountainbikes. Bei den Rennformaten sieht sie noch einiges Entwicklungspotenzial, sagt sie im Interview im Vorfeld ihres Referats am Ride-Kongress.

Die «E-Tour du Mont Blanc» sei das Härteste, was du bisher mit einem E-Mountainbike gemacht hast. Wie sinnvoll ist es, schwere Pedelecs über Gebirgspässe zu buckeln?
Die «E-Tour du Mont Blanc» ist in der Tat das Verrückteste, das ich je mit einem Mountainbike gemacht habe. Das Rennen ist jedoch nicht massentauglich und war deshalb auch auf 20 Teams beschränkt. Ich fand die Veranstaltung trotzdem gelungen, da sie meine Grenzen des Möglichen neu definierte und es bewies, dass das E-Mountainbike vor allem dann sinnvoll eingesetzt werden kann, wenn der «Bio-Biker» nur noch schieben kann.

Verfügen E-Mountainbike-Rennen auch über ein touristisches Potenzial?
Das E-Mountainbike an sich hat ein riesiges touristisches Potenzial. E-Racing sehe ich jedoch eher als Leuchtturm, der das E-Mountainbike entstauben kann und muss. Spass und Genuss haben beim E-Bike sicher das grössere touristische Potenzial als die Lust am Wettkampf.

Welche Zukunft siehst du als E-Mountainbike-Rennfahrerin der ersten Stunde für diese Disziplin?
Ich sehe die Zukunft für das E-Mountain­bike dort, wo das Bio-Bike an seine Grenzen stösst: zum Beispiel bei technischen Aufstiegen, die so schwierig sind, dass sie ohne die zusätzliche Power nicht zu bewältigen sind. Ob das E-Cross-Country oder E-Enduro sein wird oder ein neues Renn­format, muss sich erst noch zeigen.

Wie sieht für dich das perfekte E-Mountainbike-Rennen aus?
Ich war schon immer ein grosser Fan von technisch schwierigem Gelände, und im Herzen bin und bleibe ich Cross-Country-Fahrerin. Deshalb ist ein anspruchsvolles E-Cross-Country mein persönlicher Favorit. Ich glaube aber, dass E-Enduro mit Uphill- und Downhill-Etappen eher den Nerv der Zeit trifft.

Müssen Rennveranstalter nun E-Mountainbike-Rennen anbieten, um attraktiv zu bleiben?
Das dauert wohl noch eine Weile. Das E-Mountainbike wird zwar gesellschaftlich immer mehr akzeptiert, E-Racing ist hingegen noch nicht so weit. Ich könnte mir vorstellen, dass die Schweizer Marathons bald eine E-Kategorie anbieten werden. Dies aber wohl ohne Zeitmessung, da der Aufwand, um technische Checks bei grossen Starterfeldern durchzuführen, im Moment noch viel zu gross ist.

Wie die UCI kurzfristig auf den E-Zug aufsprang, wirkte wie eine hilflose Aktion, um den Anschluss nicht zu verlieren. Besteht so nicht die Gefahr, dass der Sport gleich wieder in der Versenkung verschwindet?
Diese Gefahr besteht in der Tat. Deshalb finde ich es extrem wichtig, dass gerade beim Strecken-Design auf die Athleten gehört wird, um attraktive Wettkämpfe zu garantieren. E-Racing kann eine tolle Sache sein, wenn die Strecke dafür passt. Jetzt ist es wichtig die richtigen Schritte zu machen, damit der junge Sport in eine gute Richtung wachsen kann.

Du hast dich intensiv mit der Energie­entfaltung des Bosch-Motors auseinander­gesetzt. Was hast du gelernt?
Ich musste viele meiner eigenen Über­zeugungen über Bord werfen und das E-Racing von Grund auf lernen. So habe ich beispielsweise zunächst gedacht, dass ich unbedingt ein E-Hardtail brauche, um Rennen zu fahren. Doch ich erkannte schnell, dass der Gewichtsunterschied zwischen Hardtails und Trail-Bikes bei den E-Bikes vernachlässigbar ist und ich mit einem potenten Bike im schwierigen Gelände viel schneller bin.

Was hast du der Konkurrenz voraus?
Ich habe gezielt mit der Trittfrequenz trainiert, bei welcher der Bosch-Motor am effizientesten arbeitet, auch indem ich auf dem Rennrad Intervalle mit dieser Frequenz gefahren bin. Und ich habe gelernt, den Motor in technischen Aufstiegen zu bändigen. So habe ich mir einen kleinen Wissensvorsprung angeeignet im Vergleich zur Konkurrenz. Das Lernen hört jedoch nie auf.
 

Referat am Ride-Kongress:

Nathalie Schneitter ist Expo-Managerin der Bike Days und E-Mountainbike-Rennfahrerin der ersten Stunde. Sie wird unter anderem beim Ride-Kongress am 1. Oktober 2020 als Referentin auftreten. 

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