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Nachruf: Erwin Wildhaber war mehr als ein Mechaniker

Am Montag erwiesen die versammelten Ikonen des internationalen Mountainbikesports dem tödlich verunglückten Erwin Wildhaber die letzte Ehre. Die legendäre Fröhlichkeit Wildhabers wich der tiefen Trauer. Er hat den Mountainbikesport im Hintergrund stärker geprägt als die meisten Spitzenathleten.

Erwin Wildhaber

Der Mountainbike-Rennsport hat in den letzten Jahren einige grosse Persönlichkeiten verloren. Burry Stander, Kelly McGarry, Steve Smith oder Inaki Lejarreta sind dabei bloss die bekanntesten. Heute vor vier Jahren hat auch die Schweiz einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen müssen. Erwin Wildhaber, einer der bekanntesten Mechaniker im Weltcup-Tross und Meistermacher unter anderem von Nino Schurter oder Florian Vogel, ist am 26. November 2012 bei einer Bergtour tödlich verunfallt. Der Jahrestag ist dabei eine passende Gelegenheit, sich der eindrücklichen Persönlichkeit zu erinnern und sich demütig wieder einmal bewusst zu werden, wie schnell und unverhofft ein Schicksal zuschlagen kann.
 

Nachruf: Erwin Wildhaber war mehr als ein Mechaniker

Am Montag (3. Dezember 2012) erwiesen die versammelten Ikonen des internationalen Mountainbikesports dem tödlich verunglückten Erwin Wildhaber die letzte Ehre. Die legendäre Fröhlichkeit Wildhabers wich der tiefen Trauer. Er hat den Mountainbikesport im Hintergrund stärker geprägt als die meisten Spitzenathleten.

Kaum je zuvor hat die katholische Kirche in Siebnen eine solche Besuchermenge verkraften müssen. Bei der Beerdigung Erwin Wildhabers war das Haus bis auf den letzten Sitzplatz belegt, viele wohnten der Trauerfreier gar stehend bei. Aus ganz Europa waren Athleten, Team-Manager, Mechaniker, Veranstalter, Journalisten und Freunde angereist, um einer der beeindruckendsten Personen des Mountainbikesports die letzte Ehre zu erweisen. Der grosse Aufmarsch war denn auch Sinnbild für Erwin Wildhabers Lebensart. Kaum jemand der internationalen Rennszene war beliebter als er. Es gab wohl keine Person im Mountainbikesport, die an Wildhaber etwas zu nörgeln hatte. Und es gab wohl keine Person im Mountainbikesport, die Wildhaber nicht mochte. Er sah in allen und allem das Gute – und dass ausgerechnet eine solche Person so tragisch aus dem Leben gehen musste, löst besondere Betroffenheit aus.

Auf dem Rennplatz war Wildhabers Art und Weise legendär. Er konnte kaum ein Wort Englisch, verständigte sich aber trotzdem scheinbar problemlos mit Fahrern und Betreuern aller Herren Länder. Unzählige Rennfahrer suchten bei ihm Rat, und sie wussten: Seine Hilfsbereitschaft benötigte keine Sprachkenntnisse – sondern einen aufrechten Charakter.

Legendär war aber auch Wildhabers ansteckend fröhliches Auftreten. Problemchen, Enttäuschungen oder Streitereien entkräftete er jeweils mit seinem unwiderstehlichen Lächeln. Die Welt war dann jeweils augenblicklich nur noch halb so schlimm. Und auch manch einer Siegesfahrt von Nino Schurter oder Florian Vogel dürfte Wildhabers kompromissloser Positivismus zu Grunde liegen. Dieses ehrliche und herzhafte Lachen wird dem Mountainbikesport bitter fehlen. Der Mountainbikesport verliert mit Erwin Wildhaber weit mehr als einen der besten Rennmechaniker der Welt. Für viele war Wildhaber der Inbegriff der Fröhlichkeit, und er wird eine spürbare Lücke hinterlassen.

Erwin Wildhaber hinterlässt eine grosse Familie, Angehörige und Freunde. Ihre Situation ist ausserordentlich bedauerlich. Sie müssen seinen viel zu frühen und gänzlich unerwarteten Tod verkraften. Doch die Gedanken sollen in diesen Tagen auch bei Thomas Frischknecht und Andreas Seeli sein. Sie haben die ganze Tragik hautnah erfahren müssen und sind beide nur haarscharf und mit viel Glück dem eigenen Tod entgangen. Sie haben auf einer harmlosen Bergwanderung ihren Freund verloren. Schuld- und Sinnfragen werden sie beschäftigen, auch wenn rational betrachtet die Sache klar ist: Hier hat einzig das Schicksal zugeschlagen. Es gibt Fragen ohne Antworten. Thomas Frischknecht und Andreas Seeli als starke Persönlichkeiten wissen das, doch sie werden Zeit und Kraft brauchen, dies zu akzeptieren.

Niemand der heutigen Generation Mountainbiker wird Erwin Wildhaber vergessen. Zu gross sind seine Fussstapfen, zu stark hat er während den letzten Jahren den Cross-Country-Sport geprägt. Seine Aura wird auch künftig über den internationalen Rennplätzen schweben.

Dieser Nachruf wurde erstmals veröffentlicht am 5. Dezember 2012
 

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