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Liefersituation: Don't panic

Cargo Corona

Was haben Bikeshops und das Kult-Buch «Hitch Hikers Guide to the Galaxy» gemeinsam? Genau, das Motto lautet «Don't panic». Im Blog-Beitrag erklärt Ride-Redaktor Tobias Gütlin, weshalb Panik besonders im Bikeshop bezüglich der Liefersituation kein guter Ratgeber ist.

Zugegeben, in meinem News-Beitrag «Keine Angst vor leeren Bikeshops» ist eine steile These dabei: «Wer als Händler klug eingekauft hat, sollte es im Fahrradverkauf vermutlich gut durch die Saison 2022 schaffen». Das kann zutreffen, muss es aber nicht. Es kommt sehr auf die individuelle Situation in jedem einzelnen Bikeshop an. Es gibt Hersteller, die können besser liefern im laufenden Jahr. Es gibt Hersteller, denen faltet es das Logistikkartenhaus regelrecht zusammen und es stehen tausende Fahrräder fast vollständig montiert in der Lagerhalle und die wenigen, aber noch fehlenden, essentiellen Teile lassen ohne Lieferdatumszusage weiter auf sich warten. Das bedeuted schlussendlich, dass es je nach Lieferantenzusammensetzung in einem Bikeshop sehr unterschiedlich aussehen kann, ob die Regale gut gefüllt sind oder sich blanke Leere breit macht.

Und: Die Liefersituation bleibt unberechenbar. Fix zugesagte Liefertermine sind weiterhin als fakultativ zu verstehen. Die Praxis in meinem Bikeshop zeigt, dass Fahrräder, die wir vor 18 Monaten bestellt haben, gar nicht so selten überhaupt nicht oder mit weiterer Verspätung eintreffen.

Da können einem als Geschäftsführer eines Bikeshops schon mal die Haare zu Berge stehen, wenn man die Liste mit den offenen Bestellungen anschaut. Oder einem das Herz in die Hose rutschen, wenn vom einten auf den anderen Tag die Lieferfristen des sogenannten Vororders von Ende März auf Ende Juli oder mir nichts dir nichts auch gleich ins nächste Jahr rutschen. Am ehrlichsten, denke ich manchmal, wäre es, wenn die Hersteller gar kein Lieferdatum mehr kommunizieren würden. Selbst das ist heute Realität, der Liefertermin 31. Januar 2099 kommt bei unseren Lieferanten tatsächlich vor.

Meine Reaktion auf diese unsichere Situation: Ich versuche, in kaufmännischer Hinsicht nicht panisch zu reagieren. Die x-fache Mehrmenge an Fahrrädern zu bestellen, in der Hoffnung wenigstens einen Bruchteil zu erhalten, halte ich nicht für sinnvoll. Denn sollten diese dann tatsächlich alle geliefert werden, ensteht ein Überangebot, das einen Preiszerfall nach sich ziehen könnte. Was sich bisher bewährt hat: Ich habe unsere Lieferantenbeziehungen vertieft und verbessert, man könnte von Konsolidierung sprechen. Dank der langjährigen Zusammenarbeit und dem persönlichen Kontakt ist es einfacher abzuschätzen, was ein Liefertermin wert ist.

Gleichzeitig stehe ich voll zum Artikel «Keine Angst vor leeren Bikeshops». Denn: An der sich selbst erfüllenden Prophezeihung ist definitv etwas dran. Wenn viele Medien schreiben, dass Velos ständig ausverkauft sind, dann glauben viele Menschen an diese Vorhersage. Dann geht schlussendlich niemand mehr in einen Bikeshop, um ein Bike zu kaufen. Und das will ja wohl niemand.

Zum Autor: Tobias Gütlin ist seit 2003 Geschäftsführer eines Bikeshops. Seit 2010 ist er als Redaktor bei Ride an Bord. Er schreibt im Blog über Themen aus dem Fahrradfachhandel und Produktentwicklungen.

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