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Integralhelme haben auf dem Trail nichts verloren

Michal Prokop mit Uvex Jakkyl Helm

Es gibt kaum noch einen Helmhersteller, der diesem Trend nicht aufsitzt: Integralhelme mit abnehmbarem Kinnschutz. Gewissermassen die Tourenversion des Downhill-Helms. Sie sind immer häufiger im Gelände zu sehen, und Uvex hat dafür gar einen Innovationspreis erhalten. Doch was dem einzelnen als Schutz nützen mag, schadet dem Sport im Ganzen. Integralhelme haben abseits von Bikeparks und Downhill-Strecken nichts verloren, meint Ride-Herausgeber Thomas Giger in seinem Blog.

Plädoyer gegen den Integralhelm: Keine falsche Zeichen setzen

«Dann habe ich es doch einmal getan: Mir den Kinnschutz über die Stirn gezogen, meinen Kopf in den Integralhelm gezwängt, dabei die Ohren geknickt und mühselig am Riemchen rumgefingert, um den Helm zu schliessen. Goggle runter und rein in die Abfahrt. Das erste Mal mit Vollkopfschutz auf einen herkömmlichen Singletrail. Vermehrt sind mir in den letzten Jahren Mountainbiker aufgefallen, die einen sogenannten Fullface-Helm auf die Mountainbike-Tour mitschleppen und sich damit auf der Singletrail-Abfahrt besser schützen wollen. Ich habe dieses Verhalten nie wirklich verstanden, deshalb nun der Selbstversuch.

Ich passiere zwei Wanderer, grüsse wie immer freundlich, sie schauen mich aber bloss etwas entgeistert an. Weiter unten nochmals zwei, wieder keine entgegenkommende Reaktion, und als ich schliesslich unten am Trail einem Bauer begegne, da wechseln wir erst ein paar Worte, als ich den Helm abnehme. Zuvor hat er mich als möglichen Gesprächspartner gar nicht erst wahrgenommen.

Es ist erstaunlich, welch abweisende Ausstrahlung ein Integralhelm haben kann. Andere Personen nehmen mich nicht mehr als «normalen» Mountain­biker wahr – sondern als einen verhüllten Extremsportler, als etwas Fremdes, als etwas Unsympathisches. Als jemanden, mit dem man eigentlich lieber nichts zu tun hat. Genau aus diesem Grund haben Integralhelme abseits von Bikeparks und Downhill-Strecken nichts zu suchen. Sie verpassen dem Mountainbikesport ein extremes, vor allem aber ein falsches Bild. Wir Mountainbiker leiden in weiten Kreisen noch immer unter dem Image der Extrem­sportler, und ein Sinnbild dafür sind die Fullface-Helme.

Übertriebener Schutz vor einem seltenen Verletzungsbild

Natürlich bieten die Helme einen besseren Schutz, und mehr Sicherheit ist immer gut. Bloss sind Gesichtsverletzungen – wovor die Helme zusätzlich schützen – im Mountainbikesport äusserst selten. Ich habe in den letzten zwanzig Singletrail-Jahren viele Knochenbrüche ge­sehen, etliche Bänderzerrungen erlebt und unzählige Schürfwunden verarztet – aber bloss eine einzige Gesichtsverletzung mitbekommen. Integral­helme sichern uns gegen etwas ab, was kaum passiert. Das mag für all jene, die sich tatsächlich einmal solche Verletzungen zugezogen haben, wie ein Affront wirken. Doch die Statistik spricht eine andere Sprache.

Fazit meines Selbstversuchs: Integralhelme nützen auf Singletrails relativ wenig, richten aber einen offensichtlichen Image-Schaden an. Das sollten sich die Helmhersteller, die Fachhändler aber vor allem auch jeder einzelne und verantwortungsbewusste Mountainbiker bewusst sein. Dabei ist es unbestritten: Wer den ganzen Tag im Park bergab donnert, dort auch mal seine Limiten abcheckt, wer zu Sprüngen ansetzt, der trägt konsequent einen Integralhelm. Alles andere ist fahrlässig. Genau hier gehören diese Helme hin und nicht auf den Singletrail. Mein Selbstversuch mit dem Fullface-Helm wird deshalb ein einmaliges Unterfangen bleiben. Lieber bewege ich mich in der Abfahrt einmal länger in meiner Komfortzone, wechsle dafür mit dem einen oder anderen wohlgesinnten Wanderer ein paar Worte. Und geniesse den Fahrtwind im Gesicht.»

 

Nicht immer sind bekannte Mountainbiker auch gute Vorbilder. Michal Prokop, ehemaliger Fourcross-Weltmeister, zeigt in einem Promo-Film für den prämierten Uvex Jakkyl, wie man es genau nicht machen soll. Aggressiver Fahrstil auf einem Singletrail, natürlich mit einem der neuen Integralhelme mit abnehmbarem Kinnschutz. Konflikte mit anderen Wegbenutzern sind so programmiert.

Comments

Ja Thomas deine persönliche Abneigung gegen den Fullface ist in jedem Satz greifbar. Sicher kommt ein Helm mit Kinnschutz aggressiver daher als einer ohne. Aber ob unser Auftritt vor Wanderen damit anders wird, hängt in erster Linie von unser selber ab. Ich würde das auf keinen Fall auf die Art unseres Kopfschutzes reduzieren. Abbremsen langsam vorbei rollen und Grüssen hilft manchmal auch nicht mit der Halbschale, wahrscheinlich genau so wenig wie rote Wandersocken zum Anbiedern in solchen Fällen helfen würden. Wer Lust hat mit Wanderern zu plaudern darf ruhig dafür seinen Helm abziehen, egal ob mit oder ohne Kinnschutz. Das ist sicher eine geschätze Geste.

Über Sinn und Unsinn des Helmtragens wird schon langen nicht mehr diskutiert, obwohl die Mehrzahl der Verletzungen beim Mountainbiken nicht den Kopfbereich betrifft. Warum sollte denn eine Kopfverletzung nur oben, hinten oder seitlich am Kopf vorkommen? Egal wie oft das vorkommt wer schon mal eine Gesichtverletzung gesehen hat, der wird das Tragen eines Kinnschutzes wohl kaum von wohlwollenden Blicken der Wanderer abhängig machen wollen.

...schreibt jemand so einen Artikel? Ja, Knochenbrüche sind statistisch gesehen wahrscheinlicher. Schon mal einen abgebrochen Zahn vom Zahnarzt machen lassen? Abgesehen von den Kosten ist die ganze Prozedur mit zeitlichem Aufwand und Schmerzen verbunden. Da ist mir ein gebrochener Arm lieber.

Es macht den Anschein, dass jeder seine Meinung publizieren darf. In diesem Fall finde ich das nicht wirklich ideal und auf ähnlich entbehrlichem Niveau wie der Blog "Muschi am Mittwoch" (nachzulesen - oder besser nicht - auf www.mtb-news.de)

Bin auch gespannt, ob sich UVEX und Michal Prokop zu diesem Artikel äußern.

Der Bericht vom Thomas Giger war ja bereits anfang Juni in der Printausgabe zu lesen. Ich habe ihm dann bereits ein Mail dazu geschrieben, dies dürft ihr natürlich auch lesen ;o) ---------------------- Lieber Thomas Giger Betrifft deine Kolumne "Plädoyer gegen den Integralhelm": 5. September 2015, drei Aufstiege, drei Singletrails. Ganz am Schluss des dritten Trails, fliege ich auf einer nicht besonders anspruchsvollen Holztreppe tüchtig auf die Schnauze, bzw. mit den Wangenknochen ungebremst direkt auf eine Holzstufe. Es ging ziemlich schnell, meine Hände waren beim Aufprall immer noch am Lenker. Fazit, mein normaler Helm hat nicht mal einen Kratzer, ich aber einen dreifachen Jochbeinbruch. Somit mal eine Woche ins Spital, wo mir etwas Titan auf die Knochen geschraubt wurden. Hätte ich einen Integralhelm angehabt, wäre ich aufgestanden, hätte mir die Hosen abgeklopft und wäre lächelnd nachhause gefahren. Der Grund für den Sturz ist nicht ganz klar, vermutlich aufgrund eines Dämpferschadens, einen Fahrfehler oder grosse Risikobereitschaft ist mir nicht bewusst. Klar sieht man mit einem Integralhelm so unpersönlich aus wie Robocop, klar kommt dies nicht wahnsinnig gut an bei den Wanderern, aber kann das ein Grund sein auf Sicherheit zu verzichten? Es gab mal eine Zeit, da wurde man beim tragen eines normalen Helms schon komisch angeschaut, vollgefederte Bikes, Lawinenairbags etc. verleiten zum Draufgängertum… Mich wundert doch sehr, dass ein Herausgeber einer doch ganz netten Bike-Zeitschrift so naive, engstirnige Statements publiziert. Da hätte ich doch einiges mehr an Weitsichtigkeit erwartet. Du hast noch keine einzige Gesichtsverletzung im Bikesport mitbekommen? Jetzt schon! P.S. Bis heute fahre ich immer noch ohne Integralhelm, weil diese einfach zu schwer sind für Touren und der einzige auf dem Markt erhältliche Helm mit abnehmbaren Kinnbügel nicht auf meinen Kopf passt. Gruss Stefano -------------------- Leider kann ich hier nicht die Fotos hochladen, sonst könntet ihr sehen wie sch… man aussieht wenn man voll auf die Fratze fällt. Mittlerweile steigt die Auswahl an solchen Helmen und ich werde diese bald anprobieren gehen… so long Hasi

Danke Thomi. Voll deiner Meinung. Auf den Trails ausserhalb der Parks fährt man mit genug Reserven. Fahrem am Limit ist nicht fair gegenüber anderen Nutzern. Dafür ist ein moderner Halbschalen Helm bestens geeignet   

Ich kann teilweise die Worte von Thomas nachfühlen.

Ich selber trage gerne einen Fullfacehelm und weiss darum, dass man damit sehr gerne als verrückter, unfreundlicher und schadender Extremsportler wahr genommen wird auf den ersten Blick. Trotz freundlichem Grüssen, Platz machen für die Wanderer und kurzem Smalltalk wird man grundsätzlich als fahrender Teufel angesehen.

Hat man jedoch die Möglichkeit jemamden von der persönlichen Meinung zu erzählen, wechselt der Gesprächspartner schnell seine Ansicht. In meinem Fall heisst dies: Im Herbst 2012 war ich wegen einem Kiefer- und Kinnbruch mehrere Woche ausser Gefecht. (kein Bikeunfall) In mein Gesicht wurde viel Zeit, höllische Schmerzen und viel Geld investiert. Diese Erfahrung möchte ich kein zweites Mal machen und wünsche es gar keiner Person auf Erden!

Ist der Schutz meines Gesichts nun verboten oder gehört sich nicht? Darf ich jetzt nicht mehr der schönsten Nebensache der Welt nachgehen?

Werde ich jetzt bereits aus der eigenen Reihe als "spinnender Wanderwegterrorist" bezeichnet?

Das verrückte am ganzen: Trotz meiner Vorgeschichte verstehe ich viele Wanderer, welche sich ab Fullfacen stören.

Mit einer einfachen Glocke am Lenker welche auf mein kommen hinweist, hatte ich die letzten Jahre KEINE Probleme mehr. Dann noch freundlich Grüssen und ein bisschen Pläudern (Helm abziehen) und der sturrste Wanderer ist dir nicht mehr böse. Und dies TROTZ Fullfacehelm!

 

Wir Biker sollten ALLE an einem Strick ziehen, unabhängig der Kopfbedeckung!

Immer diese Massregelungen und Zurechtweissungen vom "ride" - die gehen einem langsam auf die Nerven. Dafür immer schön die E-Mountainbikes hypen... diese Motorräder haben auch nichts auf dem Trail verloren!

Ich habe da mal alle Komentare gelesen, danach das Werbevidio gesichtet..... und was soll ich noch sagen..... brauchts denn Fullfacehelm auf einem Trail, wenn man ihn kontrolliert und mit dem nötigen respekt der Natur und auch den anderen Wegbenüzern gegenüber, fährt? So wie der Film gemacht ist.... SORRY über das Thema wurde erst kürzlich schon berichtet, blockierte Hinterräder und so.....

Was die Unfälle anbelangt, auch ich habe einen Kollegen der auf einem Auge blind ist, Bikeunfall. Und ja, er hatte eine Brille an, sehr blöd gelaufen. Hätte er den Fullface angehabt und eine Google, dann wäre es wohl anderst ausgegangen, ist übrigens beim Bergauffahren passiert. Wer hätte da wohl diese art von Helm getragen?

Unfälle werden immer geschehen. Aber das auf denn Trails diese art von Helmen nötig ist, hinterfrage ich mich, wie es auch Thomas  macht. Oder hat jeder einen Brustpanzer, eine Schutzshort beim Biken an...... ich denke nein. Denn wer so fährt, wie wir fahren sollten auf denn Trails, ist dieser Helm too much. Wer hingegen mal einen Flowtrail oder soger eine Downhill in seiner Tour einbaut, finde ich denn Helm ok. Und wer kein Risiko will, der sollte zu denn Rotsocken wechseln.... ach nee, lässt das, die stürzen ja auch immer des öftern in den Tod.... und das nicht wegen uns Bikern ;)

Ob so oder so, wir möchten die Trails frei nutzen können. Und leider sind uns die Rotsocken in den meisten Aemtern noch überlegen, also sollten wir noch freundlich und offen gegenüber dieser Spezies sein, unsere Bikes immer in guter kontrolle haben, und immer ein lächeln über die Lippen bringen mit einem freundlichem "grüezi"! Und das geht wohl besser mit einer offenen version eines Helmes.

Also schliesse ich mich auch der Meinung von Thomas an.....

 

 

Vom Sicherheitsfaktor her gesehen macht ein solcher Helm sicher Sinn, schützen kann man sich nie genug und wer schon eine Gesichts Sanierung hinter sich hatte kann davon berichten.

Man hat ja oft den Eindruck Schutzausrüstung und Integralhelm gehören nur in den Park oder auf gemachte Strecken aber man darf nicht vergessen dass man als Enduro Fahrer in den Bergen Wege befährt welche nicht wie im Park gepflegt oder bewusst, wie z.B. ein Flowtrail ,  angelegt sind.

Gerade in solchem alpinen und technischem Gelände kann ein Sturz fatale Folgen haben, was wiederum einen solchen Helm als sinnvoll erweist.

Vom «Extremfaktor» her gesehen schliesse ich mich dem an dass ein solcher Helm eher in den Bikepark gehört und nicht auf Trails, vom Schutzfaktor her gesehen aber ein sinnvolles Teil auch auf Trails.

Die Frage ist halt immer was man unter besagten Trails versteht. Wenn ich eine Tagestour fahre dann achte ich auf mein Gewicht im Rucksack und verzichte so auf einen solchen Helm, so dezimiert sich das ganze automatisch. Ich hab bisher auf meinen Touren auch noch keinen Biker mit Integralhelm angetroffen.

Ist der Trail mit einem Postauto oder der Bahn zu erreichen dann muss man schon eher mit Integralhelmen auf dem Trail rechnen, da das Gewicht dort eher zweitrangig ist als bei den Tourenfahrern.

Wie bei vielen Themen spaltete sich das ganze halt in die verschiedenen Varianten auf, welche der Bike Sport mittlerweile bietet.

Der Feld/ Wald Wiesenbiker welcher nach Feierabend stets die selbe Runde von zu Hause aus auf schönen Naturstrassen  absolviert sieht dieses Thema sicher anders, als ein Enduro Biker welcher 2000 Höhenmeter aus eigener Kraft überwindet , das Bike eine Stunde schiebt um einen schönen Wanderweg auch mal oberhalb 2500 Meter über Meer zu befahren und eine technische Herausforderung auch über S2 sucht..

 

Viele Grüsse  Dani

Egal wie man es dreht, wir Mountainbiker gehören nicht zu der beliebesten Spezies im Wald und am Berg. Dies liegt aber sicherlich nicht an Helmen mit abnehmbaren Kinnbügel.

Ich selbst fahre derartige Helme bereits an die 6 Jahren. Wegen dem Kinnbügel hatte ich noch nie eine schlechte Erfahrung mit Wanderern. In den meisten Fällen bleibe ich aber stehen nehm den Helm runter und plaudere ein weinig. Ist fast ausnahmslos immer nett gewesen. 

Es liegt vermutlich eher an der Fahrweise und dem Verhalten, welches sich offensichtlich bei vielen Wanderern als negativ stigmatisiert hat. Daran müssen wir arbeiten.

Darum sind Videos wo die Steine "spritzen", in denen mit Vollgas auf Trails runtergebretter wird sehr entbehrlich. Diese Darstellung spricht darüber hinaus in keinster Weise der Realität. Videos wie diese haben nichts im Netz verloren, könnte man jetzt sagen. Funktioniert halt leider nicht. Alle die so fahren wollen gehören in den Bikepark, und ja auch dort sollten Sie einen Integralhelm aufsetzen. Am besten mit fixer Schale und nicht abnehmbar.

Übrigens, helle Helme mit Kinnbügel kommen wesentlich freundlicher rüber wie die schwarzen. Das wäre vielleicht zu überdenken wenn man sich für einen derartigen Helm entscheidet. Statistik hin oder her, ich war schon 2x froh das ich einen Kinnbügel oben hatte. Nur deshalb bin ich noch stolzer Besitzer meiner original Zähne.

Danke Thomi für Deine exponierte Aussage - als Journalist bist Du entschuldigt dafür und das beschleunigt natürlich die Diskussion : ) 
Ja, die Integralhelme wirken abschreckend auf Wandervögel, da merk ich schon auch einen Unterschied. Abnehmbare, leichte und helle Versionen weniger, mein ich auch wie Kollege grdi_35681.

Dennoch nehme ich mir die Freiheit. einen solchen zu benutzen, wenn mir mein Kiefer beim Betrachten das Profil der geplanten Tour dies meldet. Hatte schon mehrere (zT auch aufgrund Materialfehlern), jedoch noch keine wirklich schlimmen Gesichtskontakte. Aber ich schütze mich gerne vor solchen; Der Kinnbügel schützt zumindest besser als keiner.

In Parks würde ich logischerweise persönlich nie ohne Fullface fahren, wäre ja blöd.

Bei Touren im alpinen bzw. technischen Gelände steigt das Risiko eines blöden Sturzes "signifikant", einverstanden? Und natürlich hängt dies nebst Schicksal (inkl. Materialfehlern) auch von der persönlichen Progressivität beim Fahren ab. Und in diesem Punkt ist es wahrscheinlich nach wie vor so, dass Deine Glückshormone schon bei einem Tempo gumpen, wo meine noch frustriert in den Drüsen hocken. Du Glücklicher! ) Entsprechend hast Du viel weniger das Bedürfnis des Tragens eines fullface Helms und kannst dies hier aus persönlicher Sicht propagieren.

Ob man nun Wandervögel einschüchtert hängt viel von unserem Verhalten ab; Ich gebe mir die beste Mühe punkto konstruktivem Gespräch, frühem Bremsen, grosszügigem Überholen etc. einen vorbildlichen Biker abzugeben.

Ein wichtiger Punkt ist allerdings auch die Wahl der Tour und des Tages. Wo viele Wandervögel, da grössere Gefahr des Vogelschlags. Wähle ich meine Tour geschickt, erschrecke ich auch weniger Fussgänger mit meinem Kinnbügel und die Tour macht erst noch viel ungebremster.   Übrigens wähle ich meine Tour als Wanderer auch eher so, dass ich keine Biker antreffe. Allerdings nicht aus Angst vor Kinnbügel, sondern weil da, wo biken praktisch unmöglich ist, wandern mir mehr Spass macht. Kommt dazu, dass ich dann nicht sehnsüchtig an mein Bike denken muss. 

 

Zurück zum Motiv deines Ursprungsartikels: Nebst persönlichen Gründen für das "unnötig und fehl am Platz finden" von Kinnbügeln auf Singletrails attestiere ich Dir viel mehr die wirtschaftliche, sprich biketouristische  Motivation.

Wie schon erwähnt, erweist mir das Tragen eines fullface auf (sub-)alpinen Singletrails hinsichtlich der Restriktionen gegenüber der Ausübung meiner Leidenschaft (Biken auf "Wanderwegen" einen Bärendienst - ich bin mir dessen bewusst und gebe mir punkto Verhalten umso mehr Mühe dies zu kompensieren. Denn ich möchte das Befahren des besagten (Wander-)Wegnetzes nicht aufs Spiel setzen. Geht es Dir, Thomi, auch um dies? 

Jein, behaupte ich. Es geht Dir mehr darum, das Image der Biker hochzuhalten, um anderswo die Entflechtung zu fördern, sprich mehr Flowtrails, Parks, und allerlei weitere Bewilligungen zu kriegen. Und im weiteren damit den Biketourismus, die Bikeindustrie etc zu fördern. 

Und da sehe ich persönlich die Sache etwas anders. Ich begrüsse die Entflechtung von Wegen in Form von Neubau von Bikewegen nämlich höchstens in bereits stark verschandelten (hoch lebe der Bähnli-Skitourismus) Hängen. Ansonsten finde ich die restriktive Schweizer Raumplanung SEHR GUT, da mache ich kein Geheimnis daraus. Die Kommentare im RIDE auf gescheiterte Bewilligungen von Bikeinfrastrukturen wird ja dann oft als "sinnlos" taxiert und im gleichen Atemzug unsensiblen Forstunternehmen, Bauern etc. vorgeworfen viel tiefgreifendere Schäden anzurichten als wir Biker. Da mag RIDE nicht unrecht haben in gewissen Fällen, die Pauschalisierung zeugt aber von einer offensichtlichen Ignoranz, was Themen im primären Wirtschaftssektor angeht.

Nun: Dass der Skitourismus, übermässiger Viehbesatz. zu schwere Vollernter mitten im Wald etc. einen (bisher) grösseren Schaden in der Landschaft angerichtet haben und anrichten bestreite ich nicht. Doch legitimiert dies keinesfalls, dass wir dasselbe im Bikesektor anrichten dürfen. Der Vergleich mit der ausbeuterischen, stinkreichen Nation Schweiz in ihrer grösstenteils nicht wahrgenommenen Vorreiterrolle in verschiedensten Belangen der Nachhaltigkeit scheint Euch wohl weit hergeholt - doch der Wille der Bike-Lobby, ebenfalls keine Verantwortung für ihr Tun zu übernehmen, scheint mir stark!

Wenn die Wirtschaft weiter so wenig Verantwortung übernimmt wie bis anhin (kürzliches Nein zur Grünen Wirtschaft) prophezeit Euch die ökologische Fachwelt aufgrund jahrzehntelangen Messreihen:

Nach und nach wird im Unterbewusstsein jedes Bikers, zwischen spritzenden Steinen in Bike-Videos, auf den Hochglanz-Bildern und den poetischen Zeilen der Tourenbeschiebe des Rides folgendes Fehlen:

Der wohltuende Anblick einer intakten Landschaft und ihrer Flora & Fauna und mit ihr die Ökosystemdienstleistungen, die den Menschen die Lebensgrundlage geben. 

Übrigens: Wen diese Zeilen im positiven Sinne kümmern, kann sich für einen nachhaltigen Bikesport einsetzen, indem er/sie z.B :

- über seinen Tellerrand guckt und ehrliche Kompromisse mit ebenfalls "berechtigten" Interessengruppen sucht und findet

oder in einem ersten Schritt 

- Bergbauern unterstützt beim Wildheuen o.ä. traditioneller Kulturwirtschaft (woher kommen wohl die alpinen Pfade, wenn nicht von Schmugglern..?)

- beim SAC o.ä. beim Wanderweg-Unterhalt hilft, 

- Naturschutzzonen respektiert (oder sich wenigstens mit der Begründung auseinandersetzt)

- suffizientes Konsumverhalten an den Tag legt

- nicht zu viele Kinder in die Welt setzt   = P

- weitere Vorschläge willkommen

In dem Sinn gutes Gelingen den Bike IGs wie trailnet, Züritrails etc!

schöne Gruess, Stefan Keller

 

Ich denke, dass Biker mit "normalen" Integralhelme bei Wanderen vor allem deswegen als aggressiv wahrgenommen werden, weil Ihnen hier ein Mensch entgegenkommt, dem nicht die Freundlichkeit ins Gesicht geschrieben steht.

Dem Träger eines solchen Helms fehlt es einfach an einer ganz wichtigen Komponente in der zwischenmenschlichen Kommunikation... der Mimik. Wir wollen im Gesicht unseres Gegenübers lesen, was er denkt, wie er fühlt, wie er sich benimmt oder benehmen wird.

Dabei stellt der Uvex hier schon eine entschärfte Version dar, weil doch viel vom Gesichtsfeld zu sehen ist.

Sei's drum... ich will mir nicht vorschreiben lassen, mit welchem Helm ich mein Sicherheitsbedürfnis befriedigen möchte. Entscheidend für mein Wahrnehmungsmomentum bei anderen sollte ausschließlich mein Verhalten sein - dazu gehört eben auch eine angemessene Fahrweise.

Schließlich kann ich immer tolerant bleiben, selbst wenn mir ein Rennradfahrer in Lycra, ein Wanderer in "Vollwollausstattung", ein Nudist, ein WasAuchImmer entgegenkommt. Wir sind doch alle ein bisschen gaga... ähhh anders... und das macht's doch so geil!

Ride on!
Thomas

Ich habe schon lange nicht mehr einen so einseitigen und schlecht argumtierten Artikel gelesen. Schade um die Worte. 

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(siehe Leistungsübersicht BIKESHOP-PARTNER (PDF) und BIKEHOTEL-PARTNER (PDF))