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Hickhack in Innsbruck: Wut-Politiker stoppt bewilligten Trail, welcher nun doch in Betrieb ist

Innsbruck Hofwald Trail MTB Innsbruck

Mitten im Bau will Innsbrucks Vize-Bürgermeister die bewilligte Linie des Hofwald-Trails abgeändert haben. Dies weil ein Oppositionspolitiker mit seiner Kampagne gegen den Trail erfolgreich war. Doch zwei Wochen nach dem Baustopp ist zumindest vorläufig eine Lösung gefunden und der Trail ist seit heute Freitag in Betrieb. Aber nur auf Probe.

«Jep, wir sind fuchsteufelswild! Wie über Mountainbiker:innen und wie über die Bedürfnisse von Mountainbiken gesprochen wird, ist inakzeptabel. Doch ‘nur’ laut werden ist in unseren Augen nicht zielführend. Daher werden wir nicht dem Aufruf einer populistischen Partei folgen und mit einer Gegenaktion reagieren», schrieb MTB Innsbruck am 28. Juli. Vorausgegangen war eine Mitteilung des Vize-Bürgermeisters, wonach die Streckenführung geändert werden müsse, unter anderem weil sie einen Pilgerweg quere. Die unter MTB Innsbruck organisierten Bikenden betonten von Anfang an, dass der Trail so bewilligt worden sei, und stellten ihre Arbeit am Trail erst einmal ein. Ride hat darüber berichtet.
 
Den Trail kurzfristig anders bauen zu lassen, war aber nicht die Idee des Vize-Bürgermeisters sondern liegt an einer Kampagne des Gemeinderats Gerald Depaoli. Dieser vertritt als einziges Fraktionsmitglied die Partei Gerechtes Innsbruck und kämpft primär gegen Politiker der Grünen, die  den Bürgermeister Innsbrucks stellen. In an Ausrufezeichen und Grossbuchstaben reichen Facebook Posts nennt Depaoli die Grünen «Giftgrüne» und wettert gegen Verkehrsberuhigung und Parkplatzabbau. Er hat es offenbar geschafft, den Widerstand gegen den bewilligten Trail hinter sich zu scharen und diesem so viel Beachtung zu verschaffen, dass der ÖVP-Vize-Bürgermeister ebenfalls zur Überzeugung gelangte, eine Streckenänderung tue Not. 

Gibt es am Ende sogar mehr Trail-Meter?

Gut zwei Wochen später informiert das Magazin LINES, dass sich die Parteien auf eine vorübergehende Streckenführung geeinigt hätten, sodass der Hofwald Trail doch noch 2022 fertig gebaut werden kann. Konkret ist der Trail bereits wie geplant fertiggestellt und seit heute Freitag offen. Aber nur provisorisch. Der strittige Abschnitt ist ein 150 Meter langes Stück zwischen einem Parkplatz und einem Pilgerweg. Hier beobachten die Verantwortlichen nun, ob sich tatsächlich Konflikte ergeben oder ob die Entflechtung funktioniert.
 
Gleichzeitig klärt die Verwaltung Innsbrucks ab, ob eine neue Linie bewilligungsfähig ist, welche das strittige Gebiet umgeht. Bisher sei diese nicht in Betracht gezogen worden, weil dort Natur und Wild gestört würden, wie Verena Böhm-Hennes von MTB Innsbruck erklärt. Offenbar gilt inzwischen die Störung der Fussgänger auf dem Pilgerweg als so schwerwiegend, dass man doch lieber das Wild-Habitat tangiert.

Die provisorische bisherige und die theoretische neue Strecke könnten letzten Endes sogar beide Realität werden. Zwar verspricht MTB Innsbruck, den provisorischen Abschnitt zurückzubauen, sollte er nicht den angestrebten Zweck erfüllen. Funktioniert er jedoch und wird zugleich die alternative Strecke bewilligt, erhält der Hofwald Trail am Ende vielleicht die zwei Varianten, welche nach rund einem Drittel der Strecke zusammenkommen würden.
 
Die Situation der Mountainbiker in Innsbruck bleibt heikel, die Stimmung aufgeheizt, der Bikesport ungebrochen populär. Es scheint aber, dass selbst in dieser Situation Lösungen möglich sind und Fundamental-Opposition einer Minderheit nicht mehr alles blockieren kann. Eine wesentliche Rolle spielt allerdings, dass sich der Trail auf öffentlichem Grund befindet. Über 80 Prozent des Waldes in Österreich ist in Privatbesitz und dort haben es Mountainbike-Trails noch viel schwerer. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

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