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Google und Post stellen der Schweizer Velobranche ein Bein

Post Verteilung

Zuerst markiert Google zu Beginn der Corona-Notmassnahmen hartnäckig zahlreiche Bikeshops mit «Vorübergehend geschlossen» - obwohl die Werkstätten offen sind und einen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung leisten. Diese Fake News von Google sind ausgestanden, doch jetzt macht die Post Probleme. Sie halbiert beim Schweizer Shimano-Distributor das Paketvolumen, das in die Bikeshops gesendet werden kann.

Google markiert Bikeshops als geschlossen

Zu Beginn der Corona-Restriktionen staunte man als Geschäftsführer eines Bikeshops nicht schlecht, wenn man den eigenen Google-Eintrag betrachtete. Vielerorts hatte der Suchmaschinengigant Fahradfachgeschäfte in der Google-Suche rot und fett markiert mit dem Tag «Vorübergehend geschlossen». Das entsprach keineswegs den Tatsachen, denn die Werkstätten der Bikeshops waren offen. Denn am 16. März hat der Bundesrat beschlossen, dass - um die Versorgung der gesamten Bevölkerung sicherzustellen - Werkstätten für Transportmittel geöffnet bleiben. Somit können und sollen die Werkstätten der Schweizer Bikeshops offen und operativ sein, während deren Verkäufsräume nicht zugänglich respektive geschlossen sein müssen. Bis die irreführenden Tags «Vorübergehend geschlossen» von den Google-Einträgen verschwunden waren, dauerte es teilweise mehrere Tage. Manchmal half es, wenn die Bikeshop-Verantwortlichen die «Google My Business»-Einträge selbst editierten. Manchmal half nur warten, bis die vermeintlich künstliche Intelligenz die Einträge automatisiert korrigierte.

Droht ein Versorgungsengpass mit Veloteilen?

Nachdem Google mit falschen Informationen den Einstieg ins Arbeiten im Bikeshop erschwert hatte, droht nun mitten in der Restriktionsphase ein Versorgungsengpass. Die Post komme mit dem massiv gestiegenen Paketvolumenn durch Online-Bestellungen nicht mehr klar und verpasst in Absprache mit dem UVEK (Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation) ihren grossen Kunden eine Kontigentierung der Pakete, die spediert werden. Das betrifft auch den Schweizer Shimano Distributor Fuchs-Movesa, der seine Pakete mit der Post in die Bikeshops bringt.

Velosuisse, der Verband der Schweizer Veloimporteure, gibt via dessen Medienbeautragten Martin Platter bekannt: «Die kürzlich beschlossene Paketkontingentierung der Post trifft den Fahrradhandel hart. Denn das UVEK unterscheidet bei seiner Restriktion nicht zwischen systemrelevanten Betrieben und rein konsumorientiertem Onlinehandel. Das systemrelevante einheimische Gewerbe und Kleinstbetriebe werden gegenüber den grossen ausländischen Onlinehändlern massiv benachteiligt.»

Platter gibt weiter bekannt, dass mit der temporären Einführung von Paketkontingenten, die durch die Schweizerische Post spediert werden, sich ab der Woche vor Ostern bereits Engpässe bei der Ersatzteilversorgung abzeichnen könnten. Fuchs-Movesa, die Schweizer Importeurin von Fahrradkomponenten-Marktleader Shimano und dem grössten E-Bike-Antriebshersteller Bosch, hat trotz höheren Versandkosten stets an der Zusammenarbeit mit der Post festgehalten.

Entsprechend enttäuscht ist Fuchs-Movesa-Geschäftsführer Richard Merz über den Entscheid des UVEK, das diese Treue zum Staatsbetrieb nun quasi bestrafe: «Von einem Tag auf den anderen müssen wir unsere tägliche Anzahl von 1200 Paketen auf 600 halbieren. Damit setzt das UVEK die Ersatzteilversorgung unserer 1700 Fahrradhändler aufs Spiel, die ja eigentlich vom Bundesrat den Auftrag erhalten haben, die Mobilität der Bevölkerung auch während der Covid-19-Notmassnahmen sicherzustellen.»

Merz kann nicht verstehen, weshalb das UVEK bei der Paketkontingentierung nicht unterscheidet zwischen systemrelevanten Betrieben und reinem Onlinehandel, der nur dem Konsum dient. Er sagt: «Erneut werden vor allem ausländische Onlinehändler bevorzugt, während wir in der Schweiz mit Einschränkungen zu kämpfen haben. Die Leidtragenden sind die kleinen Fahrradwerkstätten, die wegen Ersatzteilmangels ihrer Arbeit nicht nachkommen können.» Er fragt: «Wieso konzentriert sich die Post nicht einfach auf den Binnenmarkt? Dann würde man in der Krise nicht auch noch viele KMUs an die Wand fahren». Merz hat bereits auf die Massnahmen der Post reagiert und zeitnah für seine Firma eine Partnerschaft mit dem Paketspezialisten DHL aufgegleist.

Die Post teilt zur Situation via Pressemitteilung mit: «Einerseits nehmen insbesondere die Paketmengen mit einem Plus von rund 40 Prozent stark zu und erreichen Spitzenwerte wie in der Vorweihnachtszeit. Gleichzeitig stehen weniger Mitarbeitende zur Verfügung, da rund 2100 von ihnen nicht am Arbeitsplatz sein können. Sei es, weil sie einer Risikogruppe angehören, Kinder betreuen, sich in Quarantäne befinden oder selbst erkrankt sind. Gleichzeitig verlangsamen sich viele Prozesse aufgrund der unabdingbaren Einhaltung von Hygienevorschriften und Social Distancing, beispielsweise in der Sortierung. Auch der internationale Brief- und Paketverkehr ist aufgrund des Stockens der internationalen Warenflüsse von einigen Einschränkungen betroffen.»

Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit will keine Sonntagsarbeit im Bikeshop

Merz ist indes nicht der Einzige, der sich über die unflexible Haltung von Regierung und Ämtern ärgert, teilt Velosuisse weiter mit. Der Zürcher Velohändler Thomas Ernst beantragte beim Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit vorübergehende Sonntagsarbeit. Damit wollte er die hohe Arbeitslast mit dem ohnehin schon geschrumpften Team im Zweischichtbetrieb besser auf alle Wochentage verteilen, um das Ansteckungsrisiko in der Werkstatt zu vermindern. Die Angestellten wären einverstanden gewesen. Ernst hätte am Sonntag den üblichen Lohnzuschlag gezahlt. Doch das Amt lehnte das Gesuch ab mit der Begründung, das Arbeitsgesetz und die dazugehörigen Verordnungen gälten grundsätzlich auch während der Covid-19-Massnahmen unverändert weiter.

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