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Gehen der Schweiz die Velos wirklich aus?

Martin Platter

Medien ausserhalb der Fahrradbranche machen auf Alarm. «Steigende Preise: Der Schweiz gehen bald die Velos aus» titelt etwa 20 Minuten. Ist die Situation wirklich so drastisch? Martin Platter, Geschäftsführer des Verbands der Schweizer Velolieferanten, schätzt die Situation ein.

Der Tenor ist einstimmig, wenn man im Frühjahr 2021 einen Fachhändler, einen Fahrradhersteller oder einen Logistiker fragt: Die Nachfrage ist höher als das Angebot. Velos und erst recht E-Bikes haben in der Corona-Pandemie zum Turbo-Boost angesetzt.

Wie kam es dazu? Der öffentliche Verkehr verliert zum Start der Pandemie rasch an Beliebtheit. In zahlreichen Ländern durften die Fahrradwerkstätten trotz Lockdown offenbleiben, um die Mobilität der Bevölkerung sicherzustellen. Das hat die Nachfrage nach Fahrrädern richtiggehend beflügelt. «Wie auch die Tatsache, dass das Reisen während der Ferienzeit stark eingeschränkt oder sogar verboten wurde. Da kann man nicht mehr viel machen ausser Wandern und Velofahren – selbst im Winter, da viele Skigebiete in den Nachbarländern amtlich verordnet zubleiben mussten», sagt Martin Platter, Geschäftsführer von Velosuisse, dem Verband der Schweizer Fahrradlieferanten.

Überfordertes Transportsystem

«Die Velo- und -komponentenhersteller sehen sich mit einer noch nie dagewesenen Nachfrage konfrontiert, da eben so viele Länder wie noch nie gleichzeitig und unabhängig von Saison und Wetter eine gleichbleibend hohe Nachfrage generieren. Darauf war man als Branche nicht vorbereitet. Das überfordert die Systeme. Auch das Transportsystem», so Platter weiter.

Die bisherige Logistik der Fahrradbranche stösst an ihre Grenzen. Denn es war üblich, die Transportwege zum rollenden, schwimmenden und fliegenden Warenlager umzufunktionieren und sich in Richtung des Just-in-Time-Systems der Autobranche zu bewegen. «Das hat so auch lange gut geklappt. Bis vor Corona betrug die Pünktlichkeitsrate im Containertransport auf dem Seeweg 96 bis 98 Prozent. Und was passiert, wenn Regierungen im Wochen- und Monatstakt neue Corona-Erlasse rausgeben, die sich immer auch auf die Wirtschaft auswirken? Das führt zu grosser Unsicherheit und das ganze System wird unberechenbar. Das ist die Situation, die wir gerade erleben», gibt Platter pointiert zu Protokoll und zeigt die politische Dimension der Warenknappheit auf.

Gibt es Alternativen?

Der Warentransport von Asien nach Europa ist zu einem Nadelöhr avanciert, das sich nachteilig auf die Verfügbarkeit auswirkt und an der Preisspirale dreht. Die Preise im Containertransport zwischen Asien und Europa sind in kurzer Zeit von 1'600 auf bis zu 11'000 US-Dollar gestiegen. Parallel dazu sei die Pünktlichkeitsrate bis zu 50 Prozent abgesunken. Es kann also sein, dass selbst wenn Fahrradteile beispielsweise in Taiwan oder China hergestellt wurden und transportbereit sind, diese den Bestimmungsort erst mit erheblicher Verspätung und zu wesentlich höherem Preis erreichen.

Deshalb wird fieberhaft nach Alternativen gesucht. «Es gibt bereits Transporteure, die per LKW auf der Seidenstrasse die Waren von China nach Europa spedieren. Und Produzenten, die wieder Produktionsstandorte in Europa am Evaluieren sind, die einst wegen zu hoher Preise geschlossen wurden», sagt Platter.

Gibt es weitere Auswege aus dieser Situation? «Die Wartezeiten hängen stark von der Flexibilität der verschiedenen Akteure ab. Versteife ich mich als Kunde auf ein ganz bestimmtes Modell in einer ganz bestimmten Ausstattung, Farbe und Grösse, dann kann es tatsächlich unter Umständen länger dauern». Und was rät Platter Kunden weiter, die ein neues Fahrrad oder E-Bike kaufen wollen? «Es gilt sich zeitig zu informieren. Und sich auch bei den kleineren Marken umzusehen, die die Velos noch selber aufbauen. Die sind flexibel. Da sind die Wartezeiten nach wie vor moderat. Die Velosuisse-Mitglieder tun jedenfalls alles, um der Nachfrage gerecht zu werden.»

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