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Flyer-CEO Simon Lehmann: «Ein Imagewandel braucht Zeit», Teil 2

Im ersten Interview mit Ride sprach Flyer-CEO Lehmann über den Standort Schweiz und den technologischen Fortschritt. Nun spricht Lehmann über einen mit E-Mountainibikes verbundenen Imagewandel. Und wie der Verkauf von Bikes im Web geplant ist.

Im ersten Interview mit Ride sprach Flyer-CEO Lehmann über den Standort Schweiz und den technologischen Fortschritt. Nun spricht Lehmann über einen mit E-Mountainibikes verbundenen Imagewandel. Und wie der Verkauf von Bikes im Web geplant ist.

Ride: Wieviel machen E-Mountainbikes am Umsatz von Flyer aus?
Simon Lehmann: Bislang sind das einstellige Zahlen. Das liegt daran, dass wir E-Mountainbikes später gelauncht haben als geplant. Und dass es eine Definitionsfrage ist, was schon ein Mountainbike ist und was nicht. Denn die Übergänge vom Offroad-tauglichen Trekking-Rad zum E-MTB sind fliessend.

Für viele Velofahrer ist Flyer immer noch der klassische Tiefeinsteiger-Anbieter. Schafft Flyer den Imagewandel, weg vom biederen Hersteller hin zum coolen E-Mountainbike-Brand?
Es ist logisch, dass das eine unserer grössten Herausforderungen ist. Es braucht für einen Imagewandel Zeit. Wir sind sicher zu spät in den E-Mountainbike-Markt eingestiegen. Wenn man die Marktsituation anschaut mit Playern wie Cube, Haibike oder Scott – dann ist klar, dass Flyer nicht die prädestinierte E-Mountainbike-Marke ist. Doch wir haben bewiesen, dass wir innerhalb eines Jahres ein top E-Mountainbike produzieren können – darauf sind wir verdammt stolz. Die Fachpresse hat mehrfach gezeigt, dass das Uproc 6 das beste E-Mountainbike der Saison ist – und das mit mehreren Auszeichnungen bekräftigt.

Was steckt denn bezüglich E-Mountainbike in der Produkt-Pipeline?
Auf die Saison 2017 bauen wir das E-MTB-Portfolio weiter aus. Doch konkret kann ich noch nicht darüber reden. Dennoch hier dieses Detail: Wir werden mehr farbliche Akzente setzen. Bei den Antrieben fahren wir künftig weiter zweispurig: mit Systemen von Panasonic und Bosch.

Seit zwei Jahren sitzen Sie als Chef im Sattel bei Flyer. Würden Sie wieder in die Fahrradbranche wechseln?
Sie können mich zitieren, dass ich herzhaft lache. Ja, die Velobranche ist sehr spannend, die E-Bike-Branche ist hochspannend! Das Marktumfeld ist gesund, das ist das Positive an dieser Konstellation. Wir gehen nicht in einen rückläufigen Mark rein. Sondern wir gehen in einen hart umkämpften Markt. Früher waren wir ein Monopolist und heute kämpfen wir mit der ganzen Konkurrenz des klassischen Bike-Geschäfts, die mittlerweile alle auch E-Bikes anbieten. Ich bin ein Mensch, der gerne Herausforderungen hat. Deshalb stelle ich den Entscheid, zu Flyer zu wechseln, keineswegs in Frage.

Zuvor arbeiteten Sie in der Logistik- und Tourismusbranche. War das eine gute Vorbereitung auf die Fahrradbranche?
Ja, definitiv. Denn was machen wir hier schlussendlich? Wir sind auf weiten Strecken eine Marketing- und Logistik-Firma. Wir entwickeln Rahmen, Designs und wir planen die richtigen Komponenten ein. Dann werden Fahrräder gebaut. Mit meinen Skills war und bin ich die richtige Wahl des Headhunters, der mich für den Job bei Flyer an Bord brachte. Denn ich bringe drei Kompetenzen mit: Wissen rund um Internationalisierung, digitales Know-How sowie Logistik und Supply Chain. Das ist eine Kombination, die für ein Unternehmen wie Flyer extrem gut passt. Flyer hat genug Fahrrad-Know-How. Da brauchte es nicht noch einen, der mitredet, was für Komponenten an das Bike gehören.

 

Simon Lehmann Bild 1

Setzt auf die digitale Fitness von Fachhändlern: Flyer-CEO Simon Lehmann (Bild: zVg)

Sie sprechen von digitalem Know-How. Wie steht Flyer zum Thema Internet?
Wir entwickeln derzeit eine Digitalstrategie. Wir planen einen Relaunch der ganzen Web-Applikation. Dazu kommen Ersatzteil-Shops oder Online-Shops für die Fachhändler. Wir werden die Anbindung an den Händler massiv verbessern. Wir möchten am Konfigurator arbeiten, damit dieser die Verfügbarkeit der Räder sauber abbilden kann, damit der Bestellprozess für den Handel einfacher wird. Und wir haben wie erwähnt SAP eingeführt.

Wie planen Sie den Verkauf von Bikes im Web?
Wir fahren keine direkte Verkaufsstrategie. Wir bauen klar den Fachhandel ein. Der Handel wird auch in der digitalen Strategie eine wichtige Rolle spielen. Ich habe da aber auch Erwartungen an den Handel. Damit meine ich: Wir setzten auf die digitale Fitness des Fachhändlers.

Werden es dann Geschäfte künftig schwer haben, die wie Sie sagen digital nicht fit sind?
Ja, das hat mit der Auffindbarkeit zu tun. Hat der Händler eine Webseite? Ist er auf Facebook und hat er einen Google Plus-Eintrag? Interagiert er mit dem Endkunden? Das wird heute vorausgesetzt von Kundenseite. Jeder macht heute seine Research vor dem Kauf online. Bietet der Händler diese Interaktion nicht, gefährdet er seine Existenz. Eine andere Gefahr für den konventionellen Fachhandel sind neue Player, die mit relativ grosser Macht in den Markt drängen.

An wen denken Sie dabei?
An m-way. Sie setzen mit ihren über 30 Läden einen Trend. Bis jetzt erfüllt m-way alle unsere Anforderungen, unter anderem zum Beispiel bei der Servicequalität, deshalb sind wir mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Wenn sich m-way für einen Weg des Online-Vertriebs entscheidet - was sie sicher machen werden - dann können wir uns dem nicht verschliessen. Aber wir können hier unsere Vorgaben geben: Dass die Bikes physisch übergeben werden, dass eine saubere Schulung und Planung durchgeführt werden, das sind wichtige Voraussetzungen von Seiten Flyer. M-way hat einen grossen Hebel und ist digital sehr fit.

Hier gehts zu Teil 1 des Interviews

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