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Die Trail-Lobby im Nationalrat

Mountainbike Basel Singletrail

Die 2019 gegründete IMBA (International Mountain Bicycling Association) Schweiz will die Interessen der Schweizer Mountainbiker auf nationaler Ebene vertreten, für mehr legale Trails sorgen und Richtlinien für deren Bau und Betrieb erarbeiten. Präsident der IMBA Schweiz ist der Walliser Nationalrat Thomas Egger (CSP).

Trailnet.ch, Züritrails, Trail Friends, IG Mountainbike Zug, Verein FunPark etc. – diverse Gruppen setzen sich in der Schweiz auf lokaler und regionaler Ebene für die Sache der Mountainbiker ein. Konkret geht es ihnen darum, dass wir Mountainbiker nicht nur auf planierten Forststrassen fahren dürfen, sondern dort, wo es wirklich Spass macht: auf Singletrails.
Bisher waren es stets lokale Biker, die sich zusammentaten, einige entwickelten sich vom Graswurzelgrüppchen zur professionellen regionalen Organisation weiter, andere blieben klein und ihrem Hometrail verbunden. Die IMBA Schweiz aber setzt oben an: Im Vorstand sind Vertreter von Swiss Cycling, Pro Velo, velosuisse (Importeure und Händler), die Regionaldirektorenkonferenz, Arbeitsgemeinschaft Berggebiete und der Stiftung «Freude herrscht» von Alt-Bundesrat Adolf Ogi. Zudem haben regionale Biker-Gruppen wie trailnet.ch Einsitz im Leitungsgremium.
«Mit der IMBA Schweiz erhält der Mountainbike-Sport auf nationaler Ebene eine Stimme», erklärt Präsident Thomas Egger. Hauptberuflich ist der Walliser Nationalrat der CSP Direktor der Arbeitsgemeinschaft Berggebiete. Der leidenschaftliche Mountainbiker hatte sich schon für die Veloinitiative ins Zeug gelegt. Passend zum Ansatz, die Mountainbiker auf Bundesebene zu vertreten, hat die IMBA Schweiz ihren Geschäftssitz in Bern.
Die Organisation hat freilich nicht nur zum Ziel, den Bedürfnissen der Mountainbiker gerecht zu werden, sondern auch das wirtschaftliche Potenzial dieses Sports stärker zu nutzen. Wie die IMBA Schweiz ihre Ziele erreichen will, erklärt Egger im Ride-Interview (Ride Ausgabe 05-2019, ausführliche Verson unten).

Was bringt uns noch eine Lobby-Organisation?

Nun kann man sich fragen, ob es eine weitere Lobby-Organisation für die Mountainbiker braucht. Trail-Projekte werden stets von lokalen Gruppen vorangetrieben und eine bessere Akzeptanz der Mountainbiker lässt sich wohl auch nicht via Nationalrat verordnen. Doch ist die Wirkung nicht zu unterschätzen, wenn Biker nicht mehr nur als schlammverspritzte Draufgänger wahrgenommen werden, sondern auch als Kravatten tragende Fachleute, die den Wert des Mountainbikens für die Gesundheitsförderung oder die Wirtschaft darlegen können.
Noch immer ist es relativ einfach, Fahrverbote zu verhängen und Mountainbiker auf unattraktive Feld- und Waldwege zu verbannen. Die rechtliche Situation des Mountainbikens in der Schweizer Landschaft ist in den Verlautbarungen der IMBA Schweiz aber kein Thema. Diese Büchse der Pandora scheint die Organisation nicht öffnen zu wollen. Sie setzt auf die positiven Effekte des Sports und darauf, dass dessen Akzeptanz steigt, je offensichtlicher dessen gesundheits- und tourismusfördernde Wirkung wird.
www.imbachweiz.ch

 

Interview Thomas Egger, Präsident IMBA Schweiz

«Wir vertreten die Interessen der Mountainbiker auf nationaler Ebene»

Sie setzen sich beruflich für die Entwicklung der Schweizer Berggebiete ein. Welche Bedeutung hat das Mountainbike für Sie und für diese Regionen?
Seit mehr als dreissig Jahren geniesse ich in praktisch jeder freien Minute auf dem Mountainbike die wunderschöne Walliser Berglandschaft. Der Bikesport ist für mich Erholung und Ausgleich zum Beruf. Für die Berggebiete stellt das Mountainbike ein enormes Potenzial zur Diversifizierung des touristischen Angebotes dar. Mit dem Boom nach E-Bikes können zudem neue Kundensegmente angesprochen werden.

Skigebiete und Bergbahnen versuchen seit Jahren, ihre Sommerauslastung mit Mountainbikern zu erhöhen. Steigen nun Berggebiete ohne Bahnen auch noch ein?
Wir müssen im Berggebiet wegkommen von der einseitigen Ausrichtung auf den Wintertourismus. Das Mountainbike hat nicht nur ein Potenzial im Sommer, sondern auch im Frühling und bis weit in den Herbst hinein. Wir können so unsere Destinationen zu einem Ganzjahrestourismus weiterentwickeln. Nicht jede Destination wird aber auf den Biketourismus setzen.

Welche Ziele verfolgen Sie mit der IMBA Schweiz?
Die Mountainbiker sind eine sehr heterogene Gruppe. Sie sind zudem oft alleine oder in Kleingruppen unterwegs. Sie sind aber nicht in nationalen Verbänden organisiert. Dadurch haben sie auf der nationalen Ebene keine Stimme und können ihre Anliegen nicht einbringen. Das wollen wir ändern. Wir wollen die Interessensvertretung der Mountainbiker auf der nationalen Ebene übernehmen. Die IMBA Schweiz wird so auch zum Ansprechpartner für andere Organisationen wie z.B. die Umweltverbände. So können allfällige Interessenskonflikte ausdiskutiert und Lösungen gesucht werden.

Wie wollen Sie die Ziele erreichen?
Mit der IMBA Schweiz setzen wir uns für den legalen und nachhaltigen Zugang zu bedürfnisgerechter Infrastruktur für den Mountainbike Breitensportler in der Schweiz ein. Das Engagement soll die Entwicklung und Förderung von nachhaltigen Infrastrukturen unter grösstmöglicher Schonung von Natur und Landschaft sicherstellen. Durch Aufklärungsarbeit in der Bike Szene wird die verantwortungsvolle Nutzung von Mountainbike Infrastrukturen gefördert. Wir wollen mit unseren Aktivitäten auch die Gemeinden und Regionen bei der Entwicklung der Mountainbike-Angebote entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette unterstützen.

Wer steht hinter der IMBA Schweiz?
Im Vorstand vertreten sind derzeit ProVelo Schweiz, Velosuisse, die Stiftung «Freude herrscht», die Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB so wie die Firma Bikeplan als Initiantin.

Sie vertreten die Berggebiete, im Vorstand sind auch die Fachhändler und klassische Trailbiker-Interessensvertreter – kurz, unterschiedlichste Interessen. Wie kann daraus eine gemeinsame Stossrichtung entstehen?
Wir haben alle ein gemeinsames Ziel: wir wollen den Mountainbikesport stärken und Konflikte aus dem Weg räumen. Wir suchen dazu auch sehr aktiv den Dialog mit anderen Organisationen wie etwa Schweiz mobil. Wir wollen diese keinesfalls konkurrenzieren sondern ergänzen und gemeinsam die Ziele erreichen.

Interessensvertretungen der Mountainbiker gibt es schon einige, die wichtigsten sind lokal oder regional verankert. Wozu braucht es eine schweizweite?
Vereine wie Trailnet oder Züritrails sind lokal und regional verankert. Sie vereinigen die Individualbiker und treiben gemeinsam mit ihnen einzelne Bauprojekte voran. Die IMBA Schweiz betreut keine Bauprojekte und wird den lokalen Vereinen die Arbeit nicht abnehmen, sondern ihnen durch die Beeinflussung nationaler Entscheide den Weg ebnen und sie mit Wissenstransfer unterstützen.

Erfolgreiche Trail-Projekte oder die Lösung eines Konflikts gehen in der Regel von engagierten Bikern am Ort des Geschehens aus. Die IMBA ist nirgends verwurzelt. Was kann sie zur Lösung lokaler Probleme beitragen?
Indem wir Wissen aufarbeiten und zur Verfügung stellen und die Akteure vernetzen. Ich staune immer wieder, wie wenig Austausch unter den Akteuren über die Kantonsgrenzen hinweg statt findet. Ja manchmal fehlt sogar der Austausch innerhalb eines Kantons. Hier wollen wir Brücken schlagen und verbinden.

Die IMBA spricht sich ausdrücklich für einen umweltfreundlichen Bike-Sport aus. Umweltverbände sind aber oft die Gegenspieler, wenn es um neue Trails geht. Wie geht das?
Nur umweltverträgliche Trails sind gute Trails und gute Trails sind umweltverträglich. Das Naturerlebnis ist für den Mountainbiker der wichtigste Grund, wieso er den Trail aufsucht. Wir möchten gerne schützen, was wir lieben. Die IMBA hat nicht zum Ziel in allen Gebieten Trails entstehen zu lassen. Vielmehr will sie sicherstellen, dass Trails in den richtigen Gebieten angelegt werden. Ein Trail soll nachhaltig, das heisst, ökologisch wie auch ökonomisch Sinn machen und soziale Aspekte fördern.

Wann und wie werde ich als Mountainbiker zum ersten Mal etwas erleben, das die IMBA Schweiz bewirkt hat?
Bereits nächstes Jahr werden sie erste Ergebnisse sehen. Die IMBA Schweiz hat ein konkretes Umsetzungsprojekt ausgearbeitet bei dem es unter anderem darum geht, ein Qualitätsprofil für Tourismusdestinationen zu entwickeln, die auf den Mountainbikesport setzen. Wir arbeiten diesbezüglich mit dem Schweizer Tourismusverband zusammen.  

Was können die Mountainbiker tun, um der IMBA Schweiz die Arbeit zu erleichtern?
Sie sollen sich korrekt verhalten. Rücksicht nehmen ist für mich das oberste Gebot. Wanderer und Biker sind oft auf den gleichen Wegen unterwegs. Aus der persönlichen Erfahrung weiss ich: ein freundliches Lächeln und ein ebenso freundliches Hallo hilft, dass Konflikte gar nicht erst entstehen. Wer aber wie ein Halbverrückter durch ein markiertes Wildschutzgebiet brettert, der schadet nicht nur der Fauna sondern dem Ansehen des Bikesports insgesamt und damit auch allen anderen Bikern.

Thomas Egger (1967) ist in Visp geboren und lebt seither auch dort. Thomas Egger hat in Zürich Geographie und Politikwissenschaften studiert. Beruflich leitet er seit 2002 die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete SAB und setzt sich damit national wie auch international für die Anliegen der Berggebiete ein. Seit 2017 ist er zudem Nationalrat und kann so die Anliegen der Berggebiete und seines Heimatkantons noch direkter in die Politik hineintragen. In seiner Freizeit erkundet er die Bergwelt am liebsten auf dem Velosattel und spult jährlich zwischen 4'000 und 5'000 km ab.

IMBA: Die Welt-Trail-Organisation
Gegründet wurde die International Mountain Bicycling Association 1988 in Kalifornien, weil im Zug des ersten Mountainbike Booms immer mehr Trails gesperrt wurden. Zweck der Organisation ist auf einen einfachen Nenner gebracht der Zugang zu guten Trails für alle. Dies erreicht die Organisation über Interessenvertretung aber auch, indem sie konkrete Trail-Projekte begleitet, Ausbildungen in Trail-Bau und -Unterhalt durchführt und lokale Organisationen berät. Die Mutterorganisation ist nach eigener Angabe der wichtigste Ansprechpartner für Trails in den ganzen USA, was angesichts ihrer Grösse durchaus sein könnte: 2017 wies die IMBA (USA) Ausgaben von 5.8 Millionen Dollar und 59 Angestellte aus.
Die gleichen Ziele verfolgt die IMBA Europe, die 2012 in den Niederlanden gegründet wurde. Im Wesentlichen fungiert sie als Dachverband diverser nationaler Gruppen, die sich für gute und gut erreichbare Bike Trails in Ihren Ländern einsetzen. Die neuste Kampagne der IMBA nennt sich „more trails close to home“. Das hat sich auch die IMBA Schweiz auf die Fahne geschrieben.

 

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