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Der Mountainbikesport hat seine Limiten erreicht

Bike-Mechaniker

Der Mountainbikesport ist am Ende! Mehr Mountainbiike geht nicht, ob in der Bergbahn, im Hotel, im Zug oder im Bikeshop. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht, meint Thomas Giger in seiner Blog-Analyse. Es braucht dringend neue Konzepte und Strategien, sonst scheitert die Sportart an ihrem eigenen Erfolg.

 
In den vergangenen zwei Sommer hat der Mountainbikesport den Turbo gezündet. Nie zuvor wurden so viele Räder verkauft, nie zuvor haben sich so viele in den Sattel geschwungen. Mountainbiker sind keine vernachlässigbare Gruppe von Freaks mehr, sondern eine systemrelevante Sportart. Das freut unsereins, schliesslich wurden wir Mountainbiker lange genug nicht ernst genommen.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt. Denn der Schub hat auch einen denkwürdigen Aspekt ans Tageslicht gebracht: Der Mountainbikesport wurde an seine Limiten gebracht. Zum Beispiel bei den Bergbahnen. Diese sind primär und unvermindert für den Transport von Fussgängern und Skifahrern konzipiert. Mountainbiker sind bei der Bergbahnkonstruktion bis heute kaum ein Thema, weder bei den Gebäuden noch bei den Einlasssystemen oder den Gondeln. Der Ansturm seit dem Sommer 2020 und die daraus resultierenden Kapazitätsprobleme hat dies exemplarisch vor Augen geführt.

Auch der Öffentliche Verkehr läuft mittlerweile wegen den Mountainbikern auf dem Zahnfleisch. Die Zugreise ins Wallis oder ins Bündnerland wurde zeitweise zum Glücksspiel, während sich die Heckträger an den Postautos mit einer läppischen Kapazität von fünf bis sechs Rädern als nicht mehr tragbar erwiesen. Beim Öffentlichen Verkehr gilt mittlerweile das Gleiche wie bei den Bergbahnen: mehr Mountainbiker geht nicht.

An die Kapazitätsgrenzen kommen mittlerweile sogar auch Hotels. In fast allen Betrieben müssen Mountainbiker ihre Räder in umfunktionierten Skiräumen abstellen, die für Fahrräder zu klein sind. Mehr als ein Dutzend Räder passen in der Regel nicht rein. Damit will man für die Zukunft gerüstet sein? Mit dem aktuellen Wachstum der Sportart werden Hotels künftig über extra für Mountainbiker entwickelte Räume verfügen müssen, die dann wiederum im Winter auch von Skifahrern genutzt werden können. Und nicht umgekehrt.

Und schliesslich wären da auch noch die Bikeshops, die in den 18 Monaten zwar vielfach das Geschäft des Lebens machten, aber von der Nachfrage geradezu plattgewalzt wurden. Wer für eine Reparatur oder einen Service ein Fachgeschäft aufsucht, muss nicht selten mit einer langen Wartezeit rechnen. Teilweise werden mehrere Wochen veranschlagt. Übersetzt heisst dies: Der Fachhandel ist mit der erhöhten Nachfrage überfordert.

Die vergangenen Monate haben es vor Augen geführt: Der Mountainbikesport ist auf verschiedenen Bereichen am Ende der Fahnenstange angelangt. Die Sportart braucht dringend neue Ideen, fundierte Strategien und gänzlich neu gedachte Infrastruktur, um nicht bald schon an der Nachfrage zu kollabieren. Es gibt aktuell keine Anzeichen, dass der Mountainbiker-Ansturm bald schon abflauen wird. Wir sind gekommen, um zu bleiben.

 

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