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Der Hidden Giant der Schweizer Bike-Branche

Fuchs-Movesa ist ein Hidden Giant der Schweizer Fahrradbranche. Denn das Unternehmen importiert nicht nur Teile von Shimano oder Fox. Genauso wichtig ist, dass die meist Fu-Mo genannte Firma den Service und die Garantieabwicklung für Bosch-Antriebe, Shimano-Teile oder Fox-Federelemente leistet. Wie die Geschäfte in Zeiten von Corona laufen, schildert Fu-Mo-Geschäftsführer Richard Merz im Interview.

Fuchs-Movesa ist einer der wichtigsten Ansprech-, Service- und Geschäftspartner des Schweizer Fahrradfachhandels. Das Portfolio ist umfassend. Es reicht von Abus, über Bosch, Continental, Schwalbe, Ergon, Fox, Knog, Marzocchi, Motorex, Pearl Izumi, Shimano, Tubolito bis zu VDO und Vittoria. Doch Fu-Mo, so nennen schon fast zärtlich viele Schweizer Fachhandelsmitarbeiter die Firma, ist nicht nur ein Handelsunternehmen. Der im Jahr 1936 gegründete Betrieb ist auch ein Dienstleister und Ausbilder: Fu-Mo agiert als Service-Partner für Bosch, und sorgt dafür, dass Ersatzteile schnell beim Fachhandel sind. Mit der Bosch-Hotline stellt Fu-Mo sicher, dass Fragen, die in der E-Bike-Werkstatt auftauchen, blitzschnell per Mail oder Telefon beantwortet sind. Ein Fachhändler hat mit der Fu-Mo einen Anbieter, der nicht nur Teile verkauft, sondern auch viel Know-How und Support bietet.

Ein besonderes Highlight von Fu-Mo ist die hauseigene Akademie: Ausgestattet mit 12 modernen Werkbänken werden so jährlich über 600 Teilnehmer aus- und weitergebildet. So sind die Fachhändler auf dem neuesten Stand, was Mechanik und Mechatronik am Fahrrad betrifft. 

Während den Corona-Restriktionen hat Fu-Mo einmal mehr bewiesen, sehr nahe am Fachhandel dran zu sein. Während den Wochen, in denen nur Werkstätten offen sein konnten und Showrooms geschlossen sein mussten, griff Fu-Mo den Fachhändlern nicht nur mit Parts unter die Arme. Zeitnah gab es unkompliziert und praktisch Plakate zu bestellen, die in den Schaufenstern aufgehängt zeigten, dass die Werkstatt operativ ist. Im Corona-Regime nach dem 11. Mai erhält der Fachhändler bei Fu-Mo praktische Bodenaufkleber, damit der Abstand von zwei Metern zwischen den Kunden eingehalten werden kann, sowie Plakate, die zum Einkaufen im lokalen Bikeshop einladen.

Ride: Herr Richard Merz, Sie sind Geschäftsführer von Fuchs-Movesa. Wie haben Sie reagiert, als erkennbar war, dass in der Schweiz und weltweit eine Pandemie aufzieht?

Ich glaube nicht viel anders als die meisten Firmen in der Schweiz. Wir haben ein Riskmanagement aufgezogen mit Kollegen aus den systemrelevanten Unternehmensteilen. Die erste Aufgabe war es, in Szenarien zu denken. Wir analysierten Bereich für Bereich und versuchten abzuschätzen, was ein Lockdown für uns als Firma bedeuten könnte. Daraus resultierten rund 100 unterschiedliche Massnahmen und ein ganzes Paket an Entscheidungen. Die Gesundheit der Mitarbeitenden stand bei allen Entscheidungen immer an oberster Stelle.

Eindrücklich in der Umsetzung war die Geschwindigkeit, mit der wir agieren konnten. Zum Beispiel wurde innert drei Arbeitstagen für den Grossteil der Mitarbeiter Homeoffice eingerichtet. Dank Microsoft Teams konnten wir untereinander weiterhin sehr gut zusammenarbeiten, dies trotz den räumlichen Abständen. Bei den Massnahmen haben wir uns immer nach den BAG-Richtlinien orientiert. Uns war wichtig, keine eigenen Interpretationen der Lage zuzulassen. 

Wie hat sich die Nachfrage ab dem Shutdown entwickelt?

In den ersten zwei Wochen sind die Umsätze um 60% eingebrochen. In dieser Phase haben wir uns Gedanken über Kurzarbeit gemacht, doch seit den Ostertagen ist nichts mehr normal. Die Nachfrage nach Velozubehör ist förmlich explodiert. 

Welche Produkte waren besonders gefragt während des Shutdowns?

Es waren die klassischen Verbrauchsartikel, Ersatz- und Kleinteile wie Bremsbeläge, Ketten, Kassetten, Schläuche, Reifen, E-Bike Akkus uvm. Seit die Geschäfte wieder alle Produkte verkaufen dürfen profitiert das ganze Sortiment von der starken Nachfrage. Auch der Textilbereich mit der Bekleidung, den Schuhen und Helmen erlebt einen zweiten Frühling. Es scheinen sich alle auf Veloferien in der Schweiz vorzubereiten.

Wie stemmte Fuchs-Movesa die Nachfrage, wie konnten Sie das logistisch und personalmässig lösen?

Innerhalb von drei Wochen erlebten wir die wahre Achterbahnfahrt. Von einem starken Rückgang der Nachfrage drehte sich diese nach Ostern um 180 Grad. Die Auswirkungen auf das Team in der Logistik, den Kundendienst und das Servicecenter sind massiv. Kurzfristig konnten wir die personellen Engpässe nur mit internen Ressourcen lösen, was heisst, dass Kollegen vom Büro sowie der Aussendienst eingesprungen sind. Wir haben einen unglaublichen Teamspirit, der die FUMO auszeichnet. Darauf sind wir sehr stolz und auch dankbar, dass das Personal das Verständnis für die ausserordentliche Situation hat. Zwischenzeitlich sind wir dran, die fehlenden Ressourcen mit neuen Teammitgliedern zu ergänzen.

Gab es Lieferengpässe? 

Bis jetzt sind wir grösstenteils davon verschont geblieben. Bleibt die Nachfrage weiterhin so hoch, werden einzelne Produkte für eine bestimmte Zeit nicht mehr verfügbar sein.

Die grosse Ausnahme war die Lagersituation bei den Velo-Hometrainern. Nach dem Beschluss vom Lockdown sind wir innert zwei Tagen komplett ausverkauft gewesen. Die VelofahrerInnen fürchteten die komplette Ausgangssperre und versuchten, sich entsprechend einzudecken. Da der Hersteller ELITE in Norditalien produziert, ist die Lieferkette komplett zusammengebrochen. Die Lagersituation wird sich bis im Juli wieder normalisieren.

Gab es Probleme das Material in den Fachhandel zu spedieren?

Ja, wir hatten einige Herausforderungen beim Versand mit der Schweizer Post. Für eine kurze Zeit wurden unsere Versandmengen pro Tag kontingentiert. Zum Glück war dies nur ein temporärer Zustand. In der Zwischenzeit hat sich die Situation wieder normalisiert.

Was waren Ihre Highlights in der Corona-Krise? Welche positiven Aspekte sehen Sie? 

Aus Firmensicht natürlich der unglaubliche Teamspirit. Jeder Mitarbeiter hat erkannt, dass wir uns in einer ausserordentlichen Situation befinden und es nun ausserordentliche Einsätze und Entscheidungen braucht. Das Team war unglaublich kreativ und lösungsorientiert. Das FUMO-Team ist als Familie noch enger zusammengewachsen.

Im Bezug auf den Velomarkt erleben wir eine sehr positive Dynamik. Der Mensch sucht maximale Freiheit und findet diese auf dem Fahrrad. Das Velo hat sich einen festen Platz in der Mobilität der Bevölkerung gesichert und dessen Integration im Alltag wird weiter voranschreiten.

Was war negativ in der Corona-Krise?

Ich bedauerte den fehlenden sozialen Kontakt mit unseren Kunden, Lieferanten und Partnern. Telefon, Mail und Microsoft Teams funktioniert, doch das physische Zusammentreffen kann nicht durch die modernen Kommunikationsmittel ersetzt werden.

Dass so viele Menschen in Kurzarbeit gehen mussten oder den Job verloren haben, beschäftigt mich auch. Wir können unglaublich dankbar und glücklich sein, dass unsere Branche von der Coronakrise nur kurz negativ betroffen war.

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