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Brazilian – veröffentlichen oder verheimlichen?

Brazilian Trail, Wallis

Mit der Veröffentlichung von attraktiven Touren bewegt sich Ride immer wieder im Spannungsfeld zwischen Bedürfnissen, Konflikten und Verboten. Keine andere Route verdeutlicht dies besser als der Brazilian-Trail im Wallis.

Über Jahre geisterte ein Begriff durch die Mountainbike-Szene: der Brazilian. Es soll der beste Trail sein im Wallis, vielleicht sogar im ganzen Alpenraum. Jeder hat von ihm gehört, niemand wusste, wo er liegt. Der Trail habe Kurven wie eine Brasilianerin. Die sexistische Namensgebung heizte den Hype um die Route zusätzlich an.

Der Trail war nirgendwo verzeichnet, niemand rückte mit Details raus. Bis Ride im Jahr 2011 mit einer grossen Reportage das Geheimnis lüftete und den GPS-Track der Tour veröffentlichte. Immer mehr Mountainbiker schleppten in der Folge ihr Rad auf den Col de Cou und nahmen die lange Abfahrt nach Granges in Angriff. Durch die steigende Frequenz verlor der Trail mit der Zeit seinen jungfräulichen Flow. Viele, vor allem lokale Mountain­biker kritisieren Ride, mit der Veröffentlichung den Brazilian-Trail arg in Mitleidenschaft gezogen zu haben. Ride hat deshalb später mit der Abfahrt von der Cabane des Becs de Bosson ins Val d’Hérens eine Alternativ-Route entwickelt. Diese bekam den Namen «­Argentinian-Trail», weil dieser etwas südlich des Brazilian liegt.

Der Brazilian-Trail versinnbildlicht das Dilemma, in dem Ride steckt. Einer­seits wird von den Lesern erwartet, dass Ride die guten Strecken raushaut. Darum abonnieren sie die Zeitschrift, deshalb registrieren sie sich in der Touren-Datenbank. Für sie gehören gute Mountainbike-Strecken allen. Die andere Seite: Von lokalen Mountainbikern wird gefordert, die Route unter dem Deckel zu halten, um Schäden und Nutzungskonflikte zu vermeiden.

Der Brazilian-Trail ist aber sinnbildlich für ein weiteres Dilemma von Ride: der Umgang mit Bike-Verboten. Fünf Jahre nach der Publikation wurde das gesamte Val de Réchy mit einem Bike-Verbot belegt. Dies betrifft zwar nur den Aufstieg, wo das Bike ohnehin getragen wird. Die lokalen Ranger stellen sich aber auf den Standpunkt, dass auch dies verboten sei und versperren den Mountainbikern den Weg. Soll Ride nun diese Tour vom Netz nehmen, um seinen Lesern negative Erlebnisse zu ersparen? Oder soll die Tour aktiv bleiben, weil die Ranger den Gesetzestext etwas gar eigenwillig interpretieren? Ist das Einhalten von Bike-Verboten Sache der Medien oder jedes einzelnen Mountainbikers? Wieviel Opposition ist nötig, wieviel Demut angebracht? In diesem Spannungsfeld zwischen Konflikt und Bedürfnis befindet sich Ride und keine andere Route verdeutlicht dies besser als der Brazilian.
 

Touren zum Brazilian Trail:

ride.ch/de/touren/brazilian-col-de-cou
ride.ch/de/touren/argentinian-becs-de-bosson
 

Brazilian Trail in der Singletrail Map:

map.ride.ch
 

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