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Bold Unplugged: «Ein Loblied auf das Mountainbike»

Mit dem Modell «Unplugged» bringt Bold ein Bike fürs Grobe. Dieses kommt mit bis zu 165 Millimeter Federweg und einem ausgeklügelten System, um Kettenstrebenlänge, Tretlagerhöhe und Lenkwinkel verstellen. Dabei lässt das Bike die fast freie Laufradgrössen und Dämpferwahl. Wie das funktioniert und weitere Fragen um dieses Bike, beantwortet Vincenz Droux im Interview. Doch erst stellen wir das neue Bike vor.
 
Gegenüber dem «Linkin Trail LT» geht Bold mit dem «Unplugged» mehr als nur einen Schritt weiter. Mit seinen 161 bis 165 Millimeter Hub zielt es auf das Enduro-Segment ab. Doch ist nicht nur einfach der Rahmen wuchtiger und mit mehr Federweg versehen. Hier dreht sich alles um die Geometrie, und die ist verstellbar – mehrfach und unabhängig.
 
Alleine die Tretlagerhöhe ist in vier Stufen um 20 Millimeter verstellbar, abhängig von der Kettenstrebenlänge. Diese lässt sich ebenfalls in vier Position, von 432 bis 443 Millimeter verstellen. Dadurch lässt sich der Rahmen an die alle gängigen Laufradgrössen von 27.5 Zoll bis 29-Plus, sprich 2.6 Zoll Breite anpassen. Durch diese Veränderungen kommt auch Unterschied im Federweg. Diese Einstellmöglichkeiten können aber auch für persönliche Präferenzen genutzt werden.
 
Der Lenkwinkel lässt sich unabhängig von Kettenstrebenlänge und Tretlagerhöhe verstellen. Einstellungen bei Letzteren haben aber trotzdem einen Einfluss auf den Lenkwinkel. Das dies alles möglich ist, kommen am Hinterbau des Flip-Chips zum Einsatz. Für die Veränderung des Lenkwinkels wird ein spezieller, azentrischer Steuersatz von Newmen verwendet, der nichts mit den bisherigen Angle-Sets gemeinsam hat.
 

Integration nach Wahl

Eine weitere entscheidende Veränderung liegt im Rahmeninnern: War zuvor die Dämpferwahl limitiert, soll die Wahl des Stossfängers nahezu frei sein. In Bolds «Dämpferhäuschen» finden nun metrische Luftdämpfer verschiedenster Marken und mit Ausgleichbehälter Platz. Eine weitere Neuheit ist die Abdeckung der Dämpferkammer. Diese wird nicht mehr mit mehreren Schrauben befestigt, sondern lässt sich dank starker Magnete einfach ansetzen und abnehmen. Gesichert ist der Schutz dann aber doch, allerdings mit einer gut zu greifenden Rändelschraube.
 
Ein weiteres Highlight am Unplugged ist die integrierte Variosattelstütze «Genesys» von Kind Shock. Sie verfeinert nicht nur die Optik sondern bringt, dankdem der grosse Rohrquerschnitt bis unterhalb des Sattels verläuft, mehr Steifigkeit. Gewichtstechnisch soll die Genesys gegenüber herkömmlichen Systemen leicht im Vorteil liegen.
Auf der Rohrinnenwand verfügt die Stütze über Einfräsungen – Kerben – über jene die Stütze mithilfe eines Spannmechanismus in der Höhe verstellt werden kann. Dieser Mechanismus befindet sich stirnseitig im Rohr unterhalb des Sattels der auf einen kleinen Dom montiert ist. Ab einem gewissen Verstellbereich geht diese Anpassung jedoch auf Kosten des Hubes wobei in dem Falle die Stütze somit analog eines Gabelschaftes gekürzt wird. Ersatzrohre in originallänge sind einfach zu montieren, sollte dazu später wieder Bedarf sein.

Soll die Sattelhöhe viel und sehr einfach verstellt werden können, wie beispielsweise beim Betreib einer Testflotte, sind aber bisherige Systeme im Vorteil. Auch wer ein Maximum an Hub möchte, ist bei herkömmlichen Stützen allenfalls besser aufgehoben. Der Verstellbereich der Genesys geht bis 150 Millimeter. Mit einer herkömmlichen KS Lev Integra sind zum Beispiel bis 175 Millimeter Hub möglich. Im Unplugged können je nach Präferenz beide Systeme eingesetzt werden.
 

Interview mit Vinzenz Droux, Brandmanager Bold Cycles

Ride: Mit dem Erstling Linkin Trail habt ihr einen Volltreffer gelandet. Nun bringt ihr mit dem Unplugged offensichtlich ein weiteres Highlight. Wie schafft ihr es, wieder was Spezielles zu bringen, wo andere böse gesagt mit Einheitsbrei kommen?
 
Vincenz Droux: Grosse Brands und deren Strukturen laufen Gefahr, Träge zu sein. Oft wird unter dem Druck des Marktes und dem selbst auferlegten Zwang der Modelljahrpolitik der «nächst-sicheren Hafen angesteuert». Dies erschwert es innovativ zu sein und ist ein möglicher Grund für die Menge an Me-too-Produkten. Ich beobachte, dass es sowohl auf Seite des Produktes, wie auch auf Seite des Vertriebes unkonventionelle Ideen es leider allzu oft nicht bis zur Realisierung schaffen.
 
Auf dem weissen Blatt Papier anzufangen ist hier ein deutlicher Vorteil. Es ist von zentraler Bedeutung, Kundenfeedbacks zu analysieren und ernst zu nehmen. Diese in ein schlüssiges Produkt überzuführen und da und dort noch einen Schritt weiter zu gehen, ist dann unser Job. Natürlich sind auch eigene Erfahrungen als Biker wie auch als Designer und Entwickler zentral. Ich sehe in einer kleinen Struktur keine Nachteile gegenüber grossen Brands. Wir nutzen die gleiche Sortware und eine identische Infrastruktur. Hier kochen alle nur mit Wasser. Natürlich braucht es grundsätzlich kreative Köpfe und auch die notwendige Distanz gewisse Ideen zu Hinterfragen. Die match-entscheidende Frage bleibt aber die, wie erfolgreich man hübsche Ideen konkretisiert.

 

Das Unplugged zeichnet sich unter anderem durch seine einzigartige Geometrieverstellung aus. Wie bist du auf so was gekommen und wie genau funktioniert sie?

Laufradvielfalt ist eine Tatsache. Auch individuelle Geometrie-Vorlieben, wie beispielsweise die Wahl der Höhe des Tretlagers, werden bei den Fahrern immer wichtiger. Hierzu wollen wir Antworten liefern. Wichtig war uns, dass die Front- und Heck-Charakteristik beziehungsweise die Geometrie des Bikes individuell eingestellt werden können. An der Front lösen wir dies durch einen Steuersatz der in azentrisch gebohrten Schalen gefasst ist wodurch ein effektiver Steuerwinkel generiert wird, der jeweils ein Grad vom eigentlichen Steuerwinkel abweicht. Die Schalen können jeweils um 180 Grad versetzt eingebaut werden. Damit erreichen wir eine theoretische Winkelverstellung des Lenkwinkels um zwei Grad, der effektive Unterschied beträgt am stehenden Bike dann 1.53 Grad. In Kombination mit den Verstellmöglichkeiten am Heck erreichen wir Setups mit Lenkwinkel von 65.9 - 63.3 Grad, beim Einsatz einer 170 Millimeter Federgabel. Verbauen wir eine 180er Gabel verschiebt sich dieser Bereich auf 65.5 - 62.9 Grad. Wer eine Gabel mit 160 Millimeter Federweg verbauen möchte, was dank dem Geo-Fitting auch sehr gut passt, bekommt wahlweise einen Lenkwinkel im Bereich von 66.4 - 63.7 Grad. Aber wie gesagt, verstellen wir hinten nichts, und drehen nur den Steuersatz, machen wir den Lenkwinkel um genau 1.53 Grad flacher oder steiler. Ich denke ein sinnvoller Wert, der in den Fahreigenschaften gut wahrnehmbar ist.
 
Am Heck setzen wir im Bereich des Horst-Link-Lagers Flip-Chips ein, die in zwei Positionen einbaubar sind, sprich zwei Geometrieoptionen abdecken. Dabei kombinieren wir zwei Effekte die sich perfekt ergänzen: Je kleiner das Laufrad desto höher das Tretlager und desto kürzer die Kettenstrebe. Mit wachsender Laufradgrösse und entsprechendem Setup des Flip-Chips verlängert sich die Kettenstrebe und das Tretlager wird tiefer, genauer gesagt die Tretlagerabsenkung höher. Eine perfekte Kombi. Die Kettenstrebenlänge verkürzt sich dabei um elf Millimeter, die Tretlagerhöhe, also der BB-Drop kann um 20 Millimeter verstellt werden. Mit zwei Chip-Varianten werden insgesamt vier Geometrieoptionen, sprich alle gängigen Laufradgrössen und Reifendurchmesser von 27.5x2.4 bis 29x2.6 Zoll abgedeckt. Das Tretlager bleibt dabei jeweils auf identischer Höhe ab Boden. Natürlich lassen sich nach Belieben auch «Extrempositionen» generieren.

 

Mit der «Ein-Dämpfer-Lösung» waren ja nicht alle happy. Beim neuen Bike passen erstmals auch andere Stossfänger rein, und vor allem auch solche mit Ausgleichsbehälter. Wo sind die Grenzen gesetzt? Passen zum Beispiel X2-Dämpfer, Cane Creeks DB und Inline sowie Stahlfederdämpfer auch rein?
 
Mit dem verbauten DT-Swiss-Dämpfer beim Linkin Trail waren und sind wir sehr zufrieden und die guten Testberichte bestätigen unseren Eindruck. In der Tat ist die Wahl des Suspension-Brands aber ein sehr individuelles Thema und es sind natürlich Unterschiede in der Charakteristik und Performance der Typen und Brands feststellbar. Auf dieses Feedback haben wir reagiert. Grundsätzlich sind neu am Unplugged alle Inline-Dämpfer oder Dämpfer mit Piggy-Back auf Luftkammerseite kompatibel. Demgegenüber gibt es Ausnahmen wie der X2 oder auch Stahlfederdämpfer. Das Fahrwerk ist auf die Charakteristik von Luftfederdämpfer ausgelegt. Die Linearität eines Stahlfederdämpfers würde hier somit keine effektiven Vorteile bringen.

 

Dass alle gängigen Laufradgössen reinpassen, das bieten nur sehr wenige Hersteller. Aber Hand aufs Herz, wäre eine Spezialisierung auf ein Mass nicht technisch effizienter gewesen?
 
Wir sind der Überzeugung, dass die Laufradthematik vom der Rahmenplattform unabhängig werden muss, sprich die Wahl des Rahmens nicht an der Laufradfrage scheitert, sondern genau umgekehrt, durch die Optionen Freiheiten eröffnet. Die Frage ist hier nicht «ob» man es schafft mehrere Laufradgrössen zu verbauen, sondern «wie».
Der springende Punkt hier ist, dass man keine Kompromisse eingehen sollte und Bikes baut, die ernsthaft das Thema aufgreifen. Einen Schritt den wir mit dem Unplugged konsequent gehen. Das Feld der Laufrad- und Reifendurchmesser liegt vor uns ausgebreitet. Als Kunde möchte ich die Wahl und auch die Gewissheit haben, jederzeit mein Laufrad, dem Terrain, oder meiner persönlichen Präferenz anpassen zu können. Bei uns geht dies von 27.5 x2.4 über 27.5x2.8 und 29x2.3 bis 29.2.6 Zoll. Insbesondere Letzteres scheint mir sehr vielversprechend. Persönlich mein absoluter Favorit.

 

Und was bedeutet so ein Projekt für euch? Abgesehen von der Arbeitszeit ist so eine Entwicklung doch auch sehr kostenintensiv.
 
In der Tat. Und dabei gehen wir keine Kompromisse ein. In der Rahmenfertigung des Unplugged nutzen wir die neusten Technologien. So ummantelt eine einzige Latex-Bladder die Stützgeometire des Kernes anstelle einzelner Luftschläuche, um den Innendruck beim Backen der Rahmen zu generieren. Es ist die aufwendigste aber auch präziseste Technologie zur Kontrolle der Innen-Geo. Was ich damit sagen will, am Produkt sparen wir nicht. Wir versuchen durch eine schlanke Struktur, unserem persönlichen Engagement und mit Bedacht eingesetzten Werbemitteln den Ball so flach wie möglich zu halten.

 

Wie kommt es, dass eine grosse Firma wie Kind Shock eine kleine Firma wie Bold für die Präsentation ihrer integrierten Sattelstütze wählten?
 
Persönliche Sympathie und Respekt gegenüber der Arbeit des anderen ist hier wohl die Basis. Die Zusammenarbeit wächst durch gegenseitiges Vertrauen, nicht zuletzt bei einem guten Glas Rotwein mit Martin und seinem Team. Bold gilt als Innovationstreiber und ist als solcher ein attraktiver Partner, auch für grosse Brands.

 

Der Name Unplugged – Stecker raus – klingt eher nach Musik: Was ist die eigentliche Idee hinter diesem Modellnamen?
 
Ja genau – Stecker raus und Muckis rein! Ein Statement für rein Muskelbetriebene Bikes. Viele Entwicklungs-Teams behandeln das Thema der «Mountainbikes Musculaires» zurzeit leider sehr stiefmütterlich und Budgets fliessen in die Entwicklung von Elektrobikes. Mit dem Unplugged zeigen wir, dass auch beim klassischen Mountainbike noch viel Luft nach oben ist, für Innovation, Style und Performance. Somit ist der Name eine Zeiterscheinung, ein Loblied auf das Mountainbike, auf unsere Wurzeln.

 

Das wichtigste zum Schluss: Wann ist das Unplugged erhältlich und was soll es kosten?
 
Das Unplugged wird erstmalig zur Eröffnung des neuen Bold Distrikt Stores vom 20.-22. Juli in Biel zum Testen bereitstehen. Bold zieht mit dem Hauptsitz, inklusive der Montage und Entwicklung, von Lengnau nach Biel – ideal erschlossen bei der Autobahnausfahrt Biel Ost. Wer also Lust auf eine Testfahrt mit dem Unplugged hat sollte sich dieses Wochenende unbedingt freihalten. Lieferbar ist das Bike, in individuellen Aufbauten oder als Frameset kurz darauf. Kostentechnisch wird sich das Bike leicht über dem Linkin Trail ansiedeln.
 
www.boldcycles.com

 
 
 

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