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Blog: Warum Mountainbiken cool und Fussball (ein bisschen) doof ist

Fussball-Spieler

Fussball oder Mountainbiken? Das ist die häufigste Frage, wenn es um Sport mit meinen Kindern geht. Fussball ist «convenient», also einfach zugänglich. Beim Mountainbiking ist etwas mehr Infrastruktur und Vorbereitung dabei. Ganz anders sieht es – aus meiner Sicht – aus, ob Profi-Fussballer oder Profi-Mountainbiker als Role Models taugen.

Ich kucke nur selten Fussball. Aber das Champions League Finale 2022 stand auf dem Programm, und das war in den ersten rund 30 Minuten erstaunlich faszinierend: Beinahe chirurgisch präziser Fussball. Jeder Pass sitzt, keine Fouls, keine Schwalben - schlicht eine Augenweide. Das entsprach überhaupt nicht meinem wohl gepflegten Vorurteil. Im weiteren Spielverlauf häufte sich dann doch das, was ich mit Fussball assoziiere: Spieler wälzen sich am Boden, selbst wenn sie nur leicht touchiert wurden.
Durch Schwalben und Rumwälzen versuchen die Fussballspieler, einen Vorteil herauszuschinden, und das klappt gar nicht so selten. Fussball ist für mich ein gutes Beispiel, dass falsch gesetzte Anreize dazu führen können, ein System, respektive ein Spiel unattraktiver zu machen. Präziser, fairer Fussball macht Spass. Spieler, die sich extra fallen lassen, will ich nicht sehen, das ist unsportlich.

Ganz anders ist es beim Mountainbiken. Hier geht das Belohnungssystem in die andere Richtung: Schwalben werden hier ganz sicher nicht belohnt. Das Gegenteil ist quasi der Fall. Die Piloten beispielsweise im Downhill World Cup legen in ihren Runs immer wieder furchterregende Stürze hin. Aber anstatt sich rumzuwälzen schütteln sie den Sturz ab, steigen wieder aufs Bike, beenden die Abfahrt und belegen immer noch einen respektablen Platz in der Rangliste. 

Meine Kinder fragen mich immer wieder, weshalb ich so gerne – mit ihnen - die World Cup-Übertragungen kucke – und fast nie Fussball. Weil ich mich im Mountainbike-Kosmos besser auskenne, und es dann viel spannender ist, wie sich die Rennen und die Rennfahrerkarrieren entwickeln. Mountainbike-Stars sind aus meiner Perspektive die besseren Role Models als Fussballer: Sie sind – etwas pauschalisierend ausgedrückt – viel eher auf dem Boden geblieben als Weltklassefussballer. Ich kann mit den Kids an den World Cup in der Lenzerheide gehen und sitze mit den Top-Fahrern im Gondeli, das ist lässig. Mountainbiken ist ein unverfälschter, naturbezogener Sport. Viele Protagonisten der Mountainbike-Szene taugen mir sehr gut als Vorbilder. Weltklasse-Fussballer eher weniger. Einem kleinen Fussballmatch vor dem Znacht bin ich trotzdem nicht abgeneigt.

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