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Blog: Jetzt muss der Speck weg!

Serpentine mit E-Mountainbike

E-Mountainbikes sind der Überflieger der Stunde, ihnen gehört die Zukunft. Sagt man. Blödsinn, meint Thomas Giger in seinem Blog-Beitrag. So richtig durchstarten werden die Dinger erst, wenn sie wesentlich leichter sind. Denn die heutigen 26-Kilogramm-Brocken haben mit dem Soul des Mountainbikesports noch nicht viel gemein.

 
E-Mountainbikes sind das grosse Ding in der Fahrradindustrie. In dieser Sparte landen die Forschungsgelder, für diesen Bereich werden die Marketing-Budgets gesprochen, hier geht die Post ab. Einzelne Marken streichen sogar die nicht motorisierten Modelle aus ihrem Port­folio. Die Zukunft gehört für die Mountain­bike-Hersteller dem Elektro­antrieb.

Doch da gibt es einen Haken: das Gewicht. Ein E-Mountainbike bringt heute 26 Kilogramm auf die Waage. Das ist fast doppelt so viel, wie ein vergleich­bares «Bio-Modell». Das Mehr­gewicht spiele keine Rolle, das Bike habe schliesslich einen Motor – da seien die Pfunde zweit­rangig, so die weit verbreitete Meinung. Es wird sich aber zeigen: Es sind diese Zusatz­pfunde, die dem E-Mountainbike seine Wachstumsgrenzen aufzeigen.

Richtig zur Geltung kommt das Übergewicht in steilen Alpen-Trails. Da hängt man bergab derart stark in den Bremsen, dass der Fahrspass nicht selten auf der Strecke bleibt. Es ist dies aber nur eine Situation, bei der heute das E-Mountainbike auf einer Tour nicht die beste Falle macht: Das Bike muss über einen Zaun gehievt werden, es steht eine Schiebepassage an, das Bike wird in den Zug geladen oder an den Heckträger eines Postautos gehängt, zum Bike-Keller gehts über eine Treppe. Immer dann ist heutzutage das E-Mountainbike ein Ärgernis. Und das bloss wegen seines Gewichts.

Stehe ich heute vor einer Ausfahrt im Bike-Keller, fällt die Wahl oft auf das Bio-Bike. Nicht weil ich während einer Midlife-Crisis einem Fitnesswahn fröne und jeden Aufstieg aus eigener Kraft bewältigen möchte. Auch nicht, weil ich eine grundsätz­liche Abneigung gegen E-Mountain­bikes hege, im Gegenteil. Der entscheidende Faktor ist das Übergewicht, welches mir jene Freiheiten raubt, wegen derer ich einst überhaupt auf den Mountain­bike-Geschmack gekommen bin. Die Freiheit, einfach drauflos­fahren zu können, auch mal ins Ungewisse, auch mal in ein unerwartetes Abenteuer in den Bergen. Mit dem E-Mountainbike ist eine genaue Planung jeder einzelnen Ausfahrt nötig. Gibt es Schiebepassagen? Zäune? Fallholz? Schon mal im Jura ein E-Mountain­bike durch die unzähligen Durchgänge der Trockenmauern gehievt? Mit einem E-Mountainbike muss man eine Route bereits im Detail kennen, bevor man sie in Angriff nimmt. Das widerspricht meinen ursprünglichen Vorstellungen des Mountainbikesports. Fast alle meiner Mountainbike-Abenteuer in den vergangenen 30 Jahren wären mir mit einem E-Mountainbike vergönnt geblieben. Deshalb entscheide ich mich meist für das Bio-Bike.

Sollen die E-Mountainbikes für die Bike-Industrie und für den alpinen Tourismus tatsächlich zu diesem grossen Ding werden, wie sie sich das erhoffen, müssen die E-Mountainbikes radikal auf Diät gesetzt werden. Das Kampfgewicht, um im Ring zu bleiben, liegt bei etwa 18 Kilogramm. Mit den heutigen 26 Kilogramm werden E-Bikes heute primär auf breiten Schotterstrassen eingesetzt – was wiederum mit Mountainbiken nicht viel zu tun hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn es die Hersteller schaffen, leichte und trotzdem leistungsfähige E-Mountainbikes zu entwickeln, dann wird der eigentliche Boom erst ausgelöst. Die Wachstumsraten von heute werden zum Vorgeplänkel der viel grösseren, zweiten Welle. Der Auslöser: das Gewicht. Und dann wird auch bei mir in der Garage das Bio-Bike zur zweiten Wahl. Doch bis dann, liebe Bike-Industrie, gibts noch ein bisschen was zu tun. Es lebe die Diät!
 

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