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Blog: Es werde Loch 

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Im ersten Blog über Internal Routing ist noch nicht Alles auf dem Tisch gelandet – es gibt noch Mehr zu sagen zum Thema interne Verkabelung, die zwar schick, aber dafür scheisse ist: Die ganze Verschwinde-im-Steuersatz-Aktion wird (fast) allen Beteiligten noch so richtig auf die Füsse fallen.

Die Hüllen von Bremse und Schaltung verschwinden heute am besten schon im Lenker, aber spätestens im Steuersatz und im Steuerrohr. Und was passiert, wenn der Steuersatz am Mountainbike nach ein, zwei Saisons durchgerostet ist (weil ein billiges Teil verbaut ist, und durch die Kabelportale der Schutz des Steuersatzes vor Wasser und Dreck ein absoluter Witz ist)?

Der Mechaniker muss die Bremsleitungen sowie die Schaltaussenhüllen (ein Glücksfall falls Schaltung oder Dropper Post kabellos angesteuert sind) aus dem Steuerrohr und dem Steuersatz herausfriemeln. Erst dann ist der Steuersatz zugänglich und ersetzbar. Da viele Hersteller das ganz eigene Internal Routing-Süppchen kochen, sind Ersatzteile alles Andere als standardisiert und in der Zukunft wohl eher umständlich als unkompliziert zu besorgen. Sind der alte und der neue Steuersatz erst mal auf der Werkbank, muss – abgesehen vom Aus- und Einbau der Gabel - der Mechaniker die Leitungen durch den neuen Steuersatz hindurch frisch verlegen – notabene durch enge Kanäle mit Lenkeinschlagsbegrenzungen - und die Bremsen frisch entlüften. Das ist eine (unnötige) Werkstattorgie und dauert selbst bei routinierten Mechanikern stundenlang. 

Durch Internal Routing mutiert das Bike zur Mogelpackung

Und das ist kompletter Verhältnissblödsinn.Verschleissteile sollten einfach und unkompliziert ersatzbar sein. Sonst ist ein Fahrrad eine Mogelpackung. Eine der Faszinationen für das Fahrrad ist doch: Die Technik ist einsehbar, begreifbar und einfach reparierbar. Die Hersteller sind deutlich in der Pflicht, schlauere Lösungen zu entwickeln für versteckte Kabel. Sonst kommt die Bike-Branche, nebst den E-Bikes, ins Fahrwasser von Produkten mit frühem Ablaufdatum. Schick, aber dann wegen Konstruktionsfehlern nur noch unverhältnissmässig teuer in der Reparatur. Das kann nicht die Bike-Zukunft sein. 

Die Zukunft für Internal Routing-Rahmen sollte sein: Kabellose Schalt- oder Dropper Post-und Lockout-Systeme, die zuverlässig und erschwinglich sind. Dann braucht es keine Leitungen, so einfach ist das. Damit ist das Thema Bremsen aber noch nicht gelöst. Hier sollten die Hersteller Mut haben, wenigstens teilweise die Leitungen aussen am Rahmen zu befestigen. Oder interne Kabelführung verbauen, die einen Leitungswechsel innert Minuten – und nicht Stunden – erlauben. Das Verfahren «Loch oben, Loch unten» für interne Verkabelung sollte schlicht tabu sein.

Zum Autor: Tobias Gütlin ist seit 2003 Geschäftsführer eines Bikeshops. Seit 2010 ist er als Redaktor bei Ride an Bord. Er schreibt im Blog über Themen aus dem Fahrradfachhandel und Produktentwicklungen.
 

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