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Bau-Boom im Unterholz – wenn Biker zur Schaufel greifen

Welcher Skifahrer präpariert freiwillig die Skipisten? Oder welcher Fussballer mäht selbstständig den Spielfeldrasen? Was in diesen Sportarten undenkbar ist, gehört bei den Mountainbikern zum Alltag. Doch der Griff zu Schaufel und Pickel ist kein Selbstzweck. Gebaut wird bloss da, wo die Infrastruktur zu wünschen übrig lässt. Statt sich über die schaufelnden Biker zu enervieren, könnte man recht einfach Abhilfe schaffen.

Bau-Boom im Unterholz – wenn Biker zur Schaufel greifen

Welcher Skifahrer präpariert freiwillig die Skipisten? Oder welcher Fussballer mäht selbstständig den Spielfeldrasen? Was in diesen Sportarten undenkbar ist, gehört bei den Mountainbikern zum Alltag. Doch der Griff zu Schaufel und Pickel ist kein Selbstzweck. Gebaut wird bloss da, wo die Infrastruktur zu wünschen übrig lässt. Statt sich über die schaufelnden Biker zu enervieren, könnte man recht einfach Abhilfe schaffen.

Einst war ein Bike-Keller mit Pumpe, Werkzeug und Ersatzmaterial bereits ordentlich ausgestattet. Unterdessen gehören auch Pickel und Schaufel zur Grundausstattung. Denn: Findet sich im nahe gelegenen Wald kein knackiger Singletrail, werden viele Mountainbiker zu Waldarbeitern. Eine neue Linie hier, ein Sprung oder eine Anliegerkurve dort. Nicht selten werden in Freiwilligenarbeit ganze Northshore-Elemente zwischen die Bäume gezimmert. Es soll Mountainbiker geben, die öfter eine Schaufel als den Lenker in den Händen halten. Doch die liebevollen Bauten erfolgen meist ohne Einverständnis der Behörden – denn die Schaufelmotivation würde den langwierigen Gang durch die Amtsstuben nicht überstehen. Trotzdem haben die illegalen Schauflereien immer wieder die Basis für offizielle Bike-Strecken gelegt. Der Gurtentrail in Bern hat seinen Ursprung im heimlichen Griff zu Pickel und Schaufel, ebenso die Strecke von Magglingen nach Biel, und in Zürich bewegten erst illegale Trails die Stadtbehörden dazu, sich endlich ernsthaft mit den Mountainbikern auseinanderzusetzen.
 
In einem Workshop hat sich die Stadt Zürich vor einigen Jahren mit den Bedürfnissen der Mountainbiker auseinandergesetzt. Ihr Fazit: Mountainbiker wollen bei Bau und Unterhalt «ihrer» Infrastruktur der Stadt mit Manneskraft zur Seite stehen. Das ist einzigartig. Welcher Skifahrer präpariert freiwillig die Skipisten? Welcher Wanderer legt beim Bau und Unterhalt des Wanderwegs selber Hand an? Oder welcher Fussballer mäht selbstständig den Spielfeldrasen?
Dieser Bau-Boom ist die Demokratisierung des Mountainbikesports. Jeder darf mitreden, jeder darf mitmachen. Aber der Grat zwischen Demokratie und Anarchie ist schmal – und im Bikesport wahrscheinlich längst überschritten. Die unkontrollierten Bauten verärgern unterdessen Förster, Jäger, Naturschützer und Landbesitzer und erweisen sich oft als fataler Bumerang. Uns Mountainbikern haftet damit weiterhin ein rebellischer Grundcharakter an, welcher den Umgang mit den Behörden erschwert. Schaufel und Pickel sind unter anderem dafür verantwortlich, dass wir in vielen Amtsstuben auch nach zwanzig Jahren nicht für voll genommen werden.
 
Doch warum greifen Mountainbiker zur Schaufel? Sie wollen gute Trails. Sind solche nicht vorhanden, wird zur Tat geschritten. Das ist eigentlich ein unhaltbarer Zustand, gerade in der kleinräumigen Schweiz. Doch die empörten Förster, Wildhüter, Landbesitzer und Politiker hätten die Lösung in der Hand: Indem sie die Mountainbiker und ihr Bedürfnis nach Singletrails endlich ernst nehmen und sie nicht kompromisslos auf Waldstrassen verbannen. Schaufel und Pickel sind bloss ein Mittel zum Zweck. Die schaufelenden Mountainbiker wären froh, fänden diese wieder ausschliesslich im heimischen Garten ihren Einsatz.

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