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Afghanistan: Biken im Bürgerkrieg

Drop and Ride Mountainbike-Projekt Kabul Afghanistan

Was können Mountainbikes in Afghanistan bewirken? Für ein paar junge Menschen sehr viel. «Drop and Ride» bringt in Kabul junge Frauen und Männer auf den Geschmack von Street Trial, Toleranz und Gleichberechtigung. Material und etwas Geld kommen aus Europa, in der Projektarbeit in Kabul sind die jungen Afghanen aber unter sich.

Drop and Ride ist die Kurzform für «Drop your gun and ride a bike» – frei übersetzt: Fahrt Velo statt Krieg zu führen! Was angesichts von 40 Jahren Krieg in Afghanistan naiv klingt, scheint für eine kleine Gruppe tatsächlich zu funktionieren. Mehrmals pro Woche treffen sich bei in Kabul rund 15 Mädchen und 20 Jungen, um gemeinsam Street Trial Tricks zu üben. Insgesamt sind es etwa 100 Jugendliche, die regelmässig zu einem der Trainings von «Drop and Ride» kommen. Einmal pro Woche fährt eine Gruppe gemeinsam durch die Hauptstadt und zeigt der Öffentlichkeit ihr Können.
Sport und Spass auf den Strassen Kabuls sind ein Zeichen dafür, dass es auch in Afghanistan Alternativen zu Krieg und Hass gibt. «Die Leute sind begeistert, dass neue Sportarten wie Freestyle Mountainbiking in Afghanistan angekommen sind», beschreibt Asgher Meherzada, Gründer und Leiter des Projekts. «Nur ein paar sehr radikale Menschen finden, das gehöre nicht zu unserer Kultur und sei nichts für Mädchen.»
Die ethnischen und religiösen Gruppen, die in Afghanistan leben und sich teilweise bekriegen, kommen bei Drop and Ride zusammen. Sie lernen nicht nur Fahrrad zu fahren, sondern auch mit Computern umzugehen und soziale Medien zu nutzen. Englisch und Erste Hilfe gehören seit kurzem ebenfalls zum Angebot. Meherzada führt aus: «200 Jugendliche haben schon einen Kurs bei uns besucht und haben gelernt, einander zu respektieren. Das sind 200 Familien, die nicht gegeneinander kämpfen, sondern zusammenarbeiten werden.» Akzeptiert werde auch, dass Drop and Ride die Gleichberechtigung der Geschlechter propagiere und Jungen und Mädchen gemeinsam Sport treiben und sich durch Kabul bewegen werde akzeptiert.
 «Am Anfang fanden einige Familien, dass dieser Sport zu gefährlich sei für ihre Kinder. Nachdem sie gesehen hatten, was sie in kurzer Zeit gelernt hatten, waren sie stolz auf sie.» Allerding seien viele der Familien arm und die Kinder müssten arbeiten. Umso attraktiver ist es bei Drop and Ride mitzumachen, wo die Jugendlichen Fähigkeiten erlangen können, die ihre Chancen auf Arbeit verbessern.

Vernetzt mit der Welt

Dass Asgher Meherzada und seine Sportskollegen sich nicht mehr ein paar umgebaute Kindervelos teilen müssen, sondern mit richtigen Trial Mountainbikes und BMX-Rädern unterwegs sind, liegt an den sozialen Medien. Meherzada selber wurde auf Youtube durch Danny MacAskill inspiriert und begann, Tricks zu üben. Fünf Jahre ist das her und der junge Afghane hat sich ein eindrückliches Street-Trial-Repertoire erarbeitet. Daneben hat er das Projekt Drop and Ride aufgebaut. Und weil er seine Tricks fleissig auf Facebook postete, bekam die Bike-Szene Wind von der Sache. Pinkbike berichtete, Flying Metal begann für die Kabuler-Szene Spenden zu sammeln und schliesslich gründeten ein paar Studenten in München den Unterstützungsverein Abasha.
Auch Ride nahm über Facebook Kontakt zu Asgher Meherzada auf und erhielt binnen weniger Tage Antworten auf die Fragen. Zumindest Kabul ist dank dem Internet Teil der Welt – auch das für die Bevölkerung Afghanistans ein positives Zeichen.
Der Verein Abasha sammelte Material- und Geldspenden und schickte schliesslich einen Schiffscontainer voll Bikes- und Schutzausrüstung nach Afghanistan. Dort steht er nun auf dem gemieteten Gelände und dient als Einstellhalle für das sportliche Equipment. Moritz Kistenfeger, Präsident von Abasha erklärt: «Nach Kabul zu reisen wäre für uns zu gefährlich und für das Projekt zu teuer. Deshalb haben wir die Online-Zusammenarbeit perfektioniert, mit der ja die Partnerschaft begonnen hatte. Wir halten regelmässig Skype-Konferenzen ab, entwickeln Konzepte, arbeiten an Projekteingaben und sehen auf Facebook, was Drop and Ride in Kabul tut.»

Crowdfunding für die nächste Stufe des Projekts

Kistenfeger betont, dass es ihr Ziel sei, das Drop and Ride von verschiedenen Stellen finanziert werde, was bis zu einem gewissen Grad auch schon der Fall sei. Dennoch hat Abasha nun eine neue Crowdfunding-Kampagne lanciert. Drop and Ride braucht Geld, um die Miete des Trainigsgeländes zu bezahlen, das Kursangebot auszubauen sowie für eine Kampagne, die Mädchen und junge Frauen als sportliche Vorbilder etablieren soll.
Klar, in Afghanistan setzen die Kriegsparteien weiterhin auf das Recht des Stärkeren. Umso erfreulicher ist es, wenn Projekte wie Drop and Ride dazu beitragen, dass Teile der jungen Generation andere Werte kennenlernen und lieber ihren eigenen Zielen folgen als einem Warlord.
Crowdfunding auf betterplace.org

 

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